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4.4.2017

Alternative für Deutschland (AfD)

Gründungsjahr Landesverband
2013
Mitgliederzahl im Schleswig-Holstein
960*
Landesvorsitz
Bruno Hollnagel / Jörg Nobis*

*nach Angaben der Partei

Anlass der Gründung der "Alternative für Deutschland" (AfD) im Februar 2013 war der Protest gegen die deutsche und europäische Politik der Euro-Rettung. Den Sprung in den Bundestag verpasste die AfD 2013 knapp, schaffte aber seit 2014 den Einzug ins Europäische Parlament und in zehn Landtage. Neben der Euroskepsis profilierte sich die Partei zunehmend mit ihrer Kritik an der Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung. Innerhalb der Partei kam es deshalb zu Konflikten über den politischen Kurs. Weil sich die Partei aus Sicht des wirtschaftsliberalen Flügels um Bernd Lucke nicht eindeutig genug von ausländer- und islamfeindlichen sowie antiwestlichen Positionen abgrenzte, verließen 2015 zahlreiche Mitglieder die AfD. In der Parteienforschung wird die AfD überwiegend als "rechtspopulistisch" bezeichnet, wobei es in der Partei neben dem dominanten liberal-konservativen Flügel auch eine Strömung mit Verbindungen zum Rechtsextremismus gibt.

Die AfD Schleswig-Holstein fordert ein Ende der von ihr als "Verherrlichung des Fremden" bezeichneten Flüchtlingspolitik. Menschen, deren Asylantrag abgelehnt worden ist, müssten zügig ausreisen oder "unverzüglich außer Landes" gebracht werden. Über Integrations- und Zuwanderungsfragen müssten die Bürgerinnen und Bürger direkt mitbestimmen können. Auch darüber hinaus fordert die AfD geringere Hürden für direkte Demokratie. Die Partei verlangt einen neuen Blick auf die deutsche Geschichte, der nicht nur die Jahre des Nationalsozialismus beleuchten solle. Die Politik des Gender Mainstreaming betrachtet die AfD als "ideologische Bevormundung wider die Natur". Familien mit mehreren Kindern sollen finanziell besser gefördert werden. Das Fundament der schulischen Bildung sollen der christlich-humanistische Wertekanon und ein gestärktes Leistungsprinzip sein. Die AfD will die deutsche Sprache besser schützen. In der Gesundheitspolitik plädiert die AfD für mehr Eigenverantwortung. So könne der Leistungsumfang der Krankenkassen auf die Absicherung "hoher Risiken" reduziert werden. Die Partei fordert einen Ausstieg aus der Energiewende. Die herkömmliche Klimaforschung soll nicht weiter gefördert werden. Deutschland soll sich wieder an der Forschung und Entwicklung von Atomkraftwerken beteiligen.

Dr. Wilhelm Knelangen

Dr. Wilhelm Knelangen

Dr. Wilhelm Knelangen

Dr. Wilhelm Knelangen, Akademischer Oberrat für Politikwissenschaft am Institut für Sozialwissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Forschungsschwerpunkte: Europäische Integration, Politisches System Deutschlands, Geschichte der Politikwissenschaft


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