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2.11.2020

Gefährden die Rettungsmaßnahmen die Geldwertstabilität?

Auch die Europäische Zentralbank stemmt sich mit ihren Mitteln gegen die Corona-Krise. So behielten die Währungshüter Niedrigzinsen bei und legten neue Anleihenkaufprogramme von über einer Billion Euro auf. Bedroht das die Stabilität des Euro? Vier Antworten.

Die Deutschen hätten immer Angst vor Inflation, aber diese Angst sei aktuell unbegründet, ist Marcel Fratzscher überzeugt. Die ungleich größere Sorge seien fallende Preise, also eine Deflation. Die EZB werde seiner Meinung nach alles dafür tun, einen stabilen Euro zu gewährleisten. Dafür brauche sie auch Unterstützung aus Deutschland:

Prof. Marcel Fratzscher: Gefährden die Rettungsmaßnahmen die Geldwertstabilität? (© 2020 Bundeszentrale für politische Bildung/bpb)


Aktuell deutet nichts auf ein Anheizen der Inflation hin, sagt Monika Schnitzer, trotz milliardenschwerer Hilfsprogramme der EU. Allerdings sei es auch sehr schwierig, eine Inflation und damit das Verhalten der Menschen korrekt zu prognostizieren:

Prof. Dr. Monika Schnitzer: Gefährden die Rettungsmaßnahmen die Geldwertstabilität? (© 2020 Bundeszentrale für politische Bildung/bpb)


Die Gefahr einer Inflation ist da, meint Ursula Weidenfeld. Die Niedrigzinspolitik sei eine große Wette der Notenbanken. Momentan würden Schuldner privilegiert zu Lasten von Sparern und Gläubigern. Der strukturelle Grund dahinter sei allerdings der demografische Wandel:

Dr. Ursula Weidenfeld: Gefährden die Rettungsmaßnahmen die Geldwertstabilität? (© 2020 Bundeszentrale für politische Bildung/bpb)


Wenn wir die Konjunktur nicht wieder in Schwung bekommen, haben wir ein Deflationsproblem, prophezeit Michael Hüther. Beim Thema Inflation sieht er demgegenüber keine großen Risiken. Die Niedrigzinsen der letzten Jahre würden wegen der Alterung der Gesellschaft und der digitalen Transformation anhalten:

Prof. Dr. Michael Hüther: Gefährden die Rettungsmaßnahmen die Geldwertstabilität? (© 2020 Bundeszentrale für politische Bildung/bpb)


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Über die Interviewpartnerinnen und -partner

Prof. Marcel Fratzscher, PhD ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Prof. Dr. Monika Schnitzer ist Inhaberin des Lehrstuhls für Komparative Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München und seit April 2020 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Dr. Ursula Weidenfeld ist freie Wirtschaftsjournalistin, Kolumnistin und Moderatorin in Berlin und Potsdam.

Prof. Dr. Michael Hüther ist Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und Honorarprofessor für Allgemeine Volkswirtschaftslehre an der European Business School Oestrich-Winkel.
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