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17.10.2018

REICH. Politik im Freien Theater 2018

Auftakt des Theaterfestivals in München am 1. November 2018
In knapp zwei Wochen, am 1. November 2018, startet in München die 10. Ausgabe von Politik im Freien Theater. Das Festival, eine Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit den Münchner Kammerspielen und dem Spielmotor München e.V. / Spielart Festival, findet nach Stationen in u.a. Bremen, Dresden und Freiburg/Breisgau erstmals in Bayern statt.

Das Festival ist ein Spiegel der politischen und gesellschaftlichen Lage und bietet zugleich einen Überblick über aktuelle Theaterästhetiken. Unter dem Motto „reich“ haben Festivalbesucher die Möglichkeit sich in 14 Theatergastspielen und über 70 Rahmenveranstaltungen mit Fragen nach wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Ungleichheit auseinanderzusetzen – in München, Deutschland und der Welt.

So beschäftigt sich beispielsweise der in Brüssel ansässige Choreograf Michiel Vandevelde mit der Frage, was von der damaligen Aufbruchsstimmung der 68er Bewegung übrig geblieben und ob politisches Theater heute überhaupt noch möglich ist. Gemeinsam mit 13 Jugendlichen der belgischen Theatergruppe fABULEUS nimmt er die historische Performance „Paradise Now“ des Living Theatre zum Ausgangspunkt seiner Suche. Das Stück eröffnet das Festival am 1. November um 19.30 Uhr in Kammer 1 der Münchner Kammerspiele, und ist ebenfalls am 2. November um 19 Uhr zu sehen.

Wo oder was ist der Balkan? Die Performer von God’s Entertainment (Wien) laden in ihr liebevoll gestaltetes Dorf-Setting ein, durch das sich die Besucher frei bewegen können. Gemeinsam wird erforscht, was den Balkan ausmacht, diesen Zwischenort, an dem die islamische und europäische Welt aufeinanderprallen und unterschiedliche Ethnien und Religionen eng zusammenleben. „Convakatary Konak“ findet am 3. November um 21 Uhr, am 5. November um 20.30 Uhr und am 6. November um 19 Uhr statt, der Treffpunkt ist vor Kammer 1.

Die mexikanische Schauspielerin und Regisseurin Laura Uribe befasst sich in „Mare Nostrum“ mit der Situation der Migranten und Vertriebenen, die vor dem Bürgerkrieg zwischen der kolumbianischen Regierung und den paramilitärischen Verbänden der FARC-EP in die USA fliehen. Die mexikanisch-kolumbianische Produktion zieht dabei Parallelen zu den aktuellen Tragödien auf dem Mittelmeer und in Syrien. Das multiperspektivisch erzählte Theateressay ist nur am 4. November um 15 Uhr zu sehen.

Einer der zahlreichen im Rahmen des Festivals angebotenen Stadtspaziergänge befasst sich mit „Rechte Räume im München - Von der Hauptstadt der Bewegung bis zur Gegenwart“. Für die Nationalsozialisten war München – als „Hauptstadt der Kunst und Bewegung“ – eine der wichtigsten Städte im Dritten Reich. Der Rundgang führt am 2. November ab 9 Uhr zu baulichen Überresten der NS-Zeit und rechten Schauplätzen von heute. Wir fragen uns, wie reaktionäres, rassistisches oder antisemitisches Gedankengut bis weit in die Mitte der Gesellschaft gelangt – im Hinterkopf die These des Historikers David Clay Large, der hohe Bierverbrauch in Münchner Gaststätten sei mitverantwortlich für den Aufstieg der Nationalsozialisten gewesen. Besucher erfahren den Startpunkt bei Anmeldung (anmeldung@politikimfreientheater.de).

Im Anschluss an die Eröffnung am 1. November stellen vier Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen im Science Slam ab 22.30 Uhr in Kammer 1 ihre Forschungen zum Thema „reich“ vor. Jeder Redebeitrag darf nicht länger als zehn Minuten dauern, anschließend entscheidet das Publikum, welche Darbietung ihm am besten gefallen hat. Beim Slam muss Wissenschaft lehrreich und unterhaltsam zugleich sein. Die insgesamt 14 Gastspiele sind, wie auch das Begleitprogramm, an Veranstaltungsorten überall in München zu erleben. Zu den Spielstätten gehören die Münchner Kammerspiele, die Schauburg, das Muffatwerk, Pathos München/Schwere Reiter, HochX und viele mehr.

Tickets für das Gastspielprogramm kosten 15 Euro / 8 Euro ermäßigt und sind ab sofort online und über die Theaterkasse der Münchner Kammerspiele erhältlich. Sofern nicht anders angegeben, sind alle Rahmenprogrammpunkte kostenfrei!

Mehr Informationen unter www.politikimfreientheater.de

Pressemitteilung als PDF-Icon PDF


Pressekontakt im Auftrag des Festivals:

Talea Schuré
presse@politikimfreientheater.de
Mobil 0179 512 06 41

Pressekontakt der Bundeszentrale für politische Bildung:

Bundeszentrale für politische Bildung
Stabsstelle Kommunikation
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