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Der Begriff Solidarität polarisiert: Die einen sehen in ihr ein verlorenes oder unerreichbares Ideal, die anderen eine unabdingbare Voraussetzung für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Beide Sichtweisen, scheint es, haben ihre Berechtigung. Viel hängt offenbar von der Frage ab, wie wir Solidarität definieren, wem sie entgegengebracht, abverlangt oder auch verweigert wird: Schwingen Formen von Solidarität nicht in vielen Handlungen und Verhaltensweisen mit, die wir selbstverständlich praktizieren und die gewissermaßen zum kulturellen Grundeis gehören? Beruht Solidarität auf der Vorstellung von Gleichheit und Nähe, oder gründet ihr Stellenwert nicht gerade auf der Unterschiedlichkeit – des Individuums, der sozialen Möglichkeiten, der Biografien? Die Zukunft dieser alten, immer wieder hinterfragten und umkämpften Idee liege, so Heinz Bude, weder darin, die Sehnsucht vieler Menschen nach Solidarität geflissentlich zu negieren, noch in der angestrengten Suche nach der Renaissance überholter sozialer Welten. Solidarität mit ihren Grenzen und Möglichkeiten müsse auf vielen Ebenen neu definiert und ausgehandelt werden, jedoch ohne sich von der Illusion täuschen zu lassen, dass gesellschaftliche Unzulänglichkeiten und Ungerechtigkeiten restlos zu überwinden seien.


Autor: Heinz Bude, Seiten: 176, Erscheinungsdatum: 11.11.2019, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10415

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