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Die Kollaboration europäischer Staaten mit dem NS-Regime ist ein komplexes Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Zwar standen führende Nationalsozialisten der Bewaffnung von Ausländern prinzipiell ablehnend gegenüber. Gleichwohl avancierte die Kollaboration weithin zum mitentscheidenden Instrument bei der Unterwerfung Europas. Doch während viele Staaten die Erinnerung an den Widerstand pflegen, vernachlässigen sie, so Klaus Kellmann, jene an ihre eigene Mitverantwortung. So unterstützten in zahlreichen Staaten Europas Menschen aus antisemitischer Motivation heraus die Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung, doch nur wenige dieser Handlanger der Deutschen mussten sich in der Nachkriegszeit dafür verantworten. Kellmann bietet eine 24 europäische Staaten berücksichtigende Gesamtdarstellung der Kollaboration mit dem NS-Regime. Ohne die Verbrechen der Deutschen zu relativieren, dekonstruiert er nationale Opfermythen und Widerstandsnarrative. Die Aufarbeitung der Kollaboration mit den Nationalsozialisten sei nicht nur bedeutend für das Verständnis geschichtlicher Zusammenhänge, sondern Grundvoraussetzung für eine gemeinsame europäische Identität und Erinnerungskultur.


Autor: Klaus Kellmann, Seiten: 666, Erscheinungsdatum: 22.01.2020, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10453

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