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Klaus Theweleits zweibändige Studie über faschistische Gewaltfantasien und soldatische Männlichkeit erschien erstmals in den Jahren 1977 und 1978 und gilt als eines der einflussreichsten Werke der Gewalt- und Männerforschung in Deutschland. Anhand von Romanen, Aufzeichnungen und Tagebüchern rechtsextremer Freikorpskämpfer der 1920er-Jahre arbeitet Theweleit zentrale Motive und Topoi einer faschistischen Gedankenwelt heraus und deutet diese mithilfe eines psychoanalytischen Begriffsinventars. In der von ihm untersuchten Literatur erkennt Theweleit eine Idealisierung von Männlichkeit, dem eine Konstruktion des Weiblichen als feindliches Prinzip gegenübersteht, die sich auf alles Schwache, Fremde und Ambivalente übertragen lässt. Damit einher geht eine pathologische Einstellung zur Sexualität, eine Stilisierung des Kampfes zum alleinigen Daseinszweck und die Legitimation des Tötens, um den soldatischen "Körperpanzer" vor einer befürchteten politischen, emotionalen oder sexuellen "Auflösung" zu schützen. Die von Theweleit in diesem Männlichkeitsbild erkannten Abwehrreflexe scheinen auch heute mitnichten verschwunden, wie der Autor im für diese Neuauflage entstandenen Nachwort ausführt.


Autor: Klaus Theweleit, Seiten: 1278, Erscheinungsdatum: 03.09.2020, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10525

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