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Rechtsextremistisch, antisemitisch oder rassistisch motivierten Anschlägen fielen seit 2019 in Neuseeland, den USA, Norwegen und Deutschland 86 Menschen zu Opfer. Die Täter verbindet nicht nur ihr Hass, sondern ebenso ihre Radikalisierung im Internet. Sie alle fanden zuvor in einschlägigen Foren Gleichgesinnte und Ansporn, ideologische Substrate für ihr Weltbild, aber auch Anleitungen zur Herstellung von Waffen. Bei dem Anschlag auf die Synagoge in Halle hatte sich der Attentäter für eine Online-Übertragung der Tat ausgerüstet – sie öffentlich sichtbar zu machen gehört, so der Tenor des Buches, zum Kalkül eines speziellen, ausschließlich männlichen Tätertypus. Im realen Leben sei er (selbst)isoliert, aber virtuell und global bestens vernetzt. In Anlehnung an die Strategien, die Codes und Ziele einschlägiger Computerspiele inszeniere er den Terror und biete ihn einem gleichgesinnten internationalen Publikum dar. Das Weltbild dieser Täter sei antisemitisch, rassistisch und misogyn, zugleich vielfach von Selbstmitleid, gekränkter Männlichkeit und Selbsthass bestimmt – das Ventil, mit diesen Affekten fertig zu werden, finden sie in imaginierten oder auch realisierten Gewalttaten. Die Autorinnen und Autoren beleuchten Motive, Sozialisation und Selbstinszenierung der Täter und fragen, welche Verbindungen zwischen der virtuellen Radikalisierung und den realen Gewalttaten von Rechtsterroristen bestehen. Ein eigenes Kapitel befasst sich zudem mit der Rechtslage gegen Hass im Internet.


Herausgeber: Jean-Philipp Baeck / Andreas Speit, Seiten: 208, Erscheinungsdatum: 25.08.2020, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10555

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