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Ist der Osten anders? Pegida-Proteste, hohe Wahlergebnisse für rechtspopulistische Parteien und andere Besonderheiten der politischen Kultur in den östlichen Bundesländern lassen diese Frage in der öffentlichen Diskussion immer wieder aufkommen. Der „Ossi“ als stereotyp oft negativ gezeichnete Figur, so der Historiker Thomas Großbölting, ist aber vor allem ein Produkt der Nachwendejahre und lässt sich nur bedingt mit den 40 Jahren DDR-Geschichte erklären. Wo im Westen der Republik die friedliche Revolution 1989 vor allem als Ende der SED-Diktatur wahrgenommen wurde, da ging im Osten das Leben ungebremst und voller Veränderungen weiter. Die mit der Wiedervereinigung einhergehende Entgrenzung war mindestens ambivalent: Neben der Befreiung von den Bedrängnissen der Diktatur stand der Verlust von Orientierungspunkten und Sicherheiten. Mit einer breiten historischen Perspektive beleuchtet Großbölting die Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 und bettet diese ein in längerfristige Veränderungsprozesse, die sich von der Zeit der Teilung bis zum Strukturwandel in den 1990er-Jahren ziehen und bis in unsere Gegenwart hineinwirken. Denn auch drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung ist die Frage nach den Gemeinsamkeiten, die die Vereinigungsgesellschaft bis heute prägen, aber auch den Trennlinien, die sie durchziehen, hoch virulent.


Autor: Thomas Großbölting, Seiten: 565, Erscheinungsdatum: 12.10.2020, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10610

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