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Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das vor der Institution Schule nicht Halt macht. Andererseits sind die gesellschaftlichen Erwartungen an Pädagoginnen und Pädagogen mit Recht hoch, was deren Befähigung und Bereitschaft zur Vermittlung von Bildung und zur Abwehr gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betrifft. Welche Formen und Anlässe antisemitischer Haltungen und Handlungen lassen sich bei Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrenden hierzulande konstatieren? Wie steht es um das historische und politische Wissen, die pädagogische Kompetenz, das Einfühlungsvermögen und die Zivilcourage Lehrender im Umgang mit jüdischen Lebensformen, dem Nationalsozialismus, dem Holocaust oder auch dem Nahostkonflikt? Welchen Situationen sehen sich jüdische Schülerinnen und Schüler gegenüber? Julia Bernsteins umfassende, empirisch basierte Studie zeichnet ein bedrückendes, zumindest ernüchterndes Bild: Trotz vielfältiger gesellschaftlicher Bemühungen, trotz guten Willens bei vielen Lehrenden fehlt es nach wie vor an Grundlagenwissen, um Stereotype aufzulösen, wird die Gewalt gegen die europäischen Juden relativiert und werden Themen mit jüdischem Bezug unangemessen oder verzerrt behandelt. Nach wie vor sind jüdische Schülerinnen und Schüler Stigmatisierungen, Zuschreibungen und Identitätskonflikten ausgesetzt und erfahren Beleidigungen, Diskriminierungen, Bedrohungen und Gewalt. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis möchte der Band für die Befunde sensibilisieren und Handlungsoptionen skizzieren, die über die Institution Schule in die Gesellschaft hineinwirken.


Autorin: Julia Bernstein, Seiten: 616, Erscheinungsdatum: 19.03.2021, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10598

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