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Es ist heute eine Grundvoraussetzung der Kulturanthropologie, dass Kategorien wie Race und Gender nicht naturgegeben, sondern gesellschaftliche Konstrukte sind. Auch emanzipatorische Initiativen wie feministische, LGBTQ- und antirassistische Bewegungen beruhen auf dieser Annahme. In der stark rassenideologisch geprägten US-amerikanischen Gesellschaft und Wissenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts erregte der Ethnologe Franz Boas mit seiner These der Gleichberechtigung der Kulturen und Geschlechter die Gemüter. Der Historiker Charles King zeichnet die revolutionären Thesen wie auch den biografischen Werdegang des aus Deutschland stammenden Begründers des Kulturrelativismus und drei seiner Schülerinnen nach: Ruth Benedict, Margaret Mead und Zora Neale Hurston. Ihre Vorgehensweise unterschied sich radikal vom wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Konsens ihrer Zeit. Offen, weniger hierarchisch und stärker von Migrantinnen und Migranten und Frauen geprägt als andere Wissenschaften, versuchten sie als einige der ersten Ethnologen, ihre Theorien durch empirische Studien zu belegen. So beleuchtet King zugleich ein Stück Gesellschaftsgeschichte, denn Boas und seine Schule begründeten das Fundament, auf dem eine offene, moderne US-amerikanische Gesellschaft beruht.


Autor: Charles King, Übersetzung: Nikolaus de Palézieux, Seiten: 478, Erscheinungsdatum: 25.05.2021, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10607

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