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Populismus empfiehlt sich mit einfachen Antworten auf komplexe soziale und ökonomische Probleme als attraktive Alternative für Menschen, die sich als ökonomisch oder sozial deklassiert erleben – und fordert so Demokratien heraus. Der politische Philosoph Michael J. Sandel verortet für die USA, aber durchaus mit Gültigkeit für Europa, die Ursachen dieser Entwicklung in wachsender sozialer Ungleichheit: Seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, im Zuge des Neoliberalismus und der Globalisierung, habe sich der alte amerikanische Traum vom Aufstieg durch Leistung für viele Menschen als Trugschluss erwiesen. Die letztlich im Evangelikalismus wurzelnde, umstandslose ideologische Kopplung von Anerkennung an Leistung und Verdienst befeuere die Kluft zwischen Privilegierten und Marginalisierten. Zudem streue die Herablassung einer kleinen Gesellschaftselite Salz in die Wunden der Erfolglos(er)en. Sandel fordert für möglichst viele einen Platz in der Mitte der demokratischen Gesellschaft. Dies bedeute mehr Wertschätzung für produktive und gesellschaftlich relevante Arbeit und für diejenigen, die sie verrichten. Anerkennung, sozialer Ausgleich und Chancengerechtigkeit seien angemessene Antworten auf soziale Entfremdung, Verbitterung, Rassismus und die enttäuschte Abwendung von der Demokratie.


Autor: Michael J. Sandel , Übersetzung: Helmut Reuter, Seiten: 448, Erscheinungsdatum: 21.07.2021, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10673

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