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Muss sich unsere Erinnerungspolitik vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen und postkolonialer Debatten verändern? Mit seinem Konzept der "multidirektionalen Erinnerung“" versucht der Literaturwissenschaftler Michael Rothberg, einen Ansatz für eine neue Gedenkkultur zu skizzieren. Anhand der Lektüre von Texten etwa von Hannah Arendt, Aimé Césaire oder W.E.B. Du Bois, die sich sowohl mit der Shoah als auch mit kolonialen Verbrechen und Genoziden beschäftigen, arbeitet Rothberg heraus, welchen Einfluss postkoloniale Perspektiven für die Holocaustforschung hatten und heute haben können. Auch die vom Algerienkrieg ausgelösten Debatten über koloniale Herrschaft und Faschismus stehen für ihn für eine konstruktive Verbindung verschiedener Perspektiven. So plädiert Rothberg dafür, Ereignisse der globalen Gewaltgeschichte zusammenzudenken, ohne sie dabei zu relativieren oder zu verharmlosen. Vielmehr könne das Herstellen von Bezügen den Blick für Spezifisches schärfen, Differenzen deutlich machen und Solidarität befördern, ohne dass eine Konkurrenz im Gedenken entstehe. Dieses sei, so der Autor, kein "Nullsummenspiel", in dem die Erinnerung an ein historisches Verbrechen zwangsläufig die an ein anderes beschneiden müsse.

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Autor: Michael Rothberg, Übersetzung: Max Henninger, Seiten: 404, Erscheinungsdatum: 01.10.2021, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10745

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