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Unverändert scheint das Amalgam der Motive für den die deutsche Geschichte durchziehenden Antisemitismus: Er speist sich aus Zuschreibungen, Neid und der Suche nach Schuldigen, mit dem Ziel einer mehr oder minder manifesten Exklusion aus der Mehrheitsgesellschaft. Peter Longerich entzieht der These den Boden, eine ursprünglich religiös motivierte Judenfeindschaft habe sich erst im Zuge der Nationswerdung Deutschlands zum politisch-gesellschaftlichen Antisemitismus gewandelt. Vielmehr habe sich dieser einer Palette jahrhundertelang verfestigter Muster bedient und sich dergestalt als anschlussfähig an politisch-ökonomische Großwetterlagen aller Art erwiesen. Longerich destilliert aus der Programmatik der maßgeblichen Akteure und Strömungen seit der Aufklärung das mentale Gerüst, das in wechselnder Akzentuierung Juden ihre Integration, ihre Rechte und ihre Emanzipationsleistungen absprach, ihre Assimilation, Auswanderung oder Tötung forderte und schließlich im Holocaust mündete. Für die Gegenwart konstatiert Longerich den Fortbestand einer historisch tradierten antisemitischen Grundströmung. Sie finde in den medialen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts neue, teils schwer zu erfassende Verbreitungsformen für die zahlreichen Facetten offener und subtiler Judenfeindlichkeit.

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  • Autor: Peter Longerich , Seiten: 640, Erscheinungsdatum: 05.11.2021, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10752

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