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Reisen – das Leben von Millionen Menschen wird damit reichhaltiger, die Welten, aus denen wir Anregungen und Erfahrungen gewinnen können, sind scheinbar grenzenlos geworden. Aber dem Reisen sind die Spannungen und unaufgelösten Widersprüche kapitalistischer Kulturtechniken eingeschrieben. Der Tourismus ist auch Teil des ökologischen Problems der Menschheit, die in exzessiver Weise endliche Naturgüter verbraucht. Die Energiebilanz des weltweiten Reisens trägt immer noch zur Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen bei. Und auch in wirtschaftlicher Hinsicht gibt es beim Reisen Gewinner und Verlierer. Tourismus bringt Geld in ein Land, kann es aber auch davon abhängig machen. Ein Gebiet, das einmal vom Tourismus erfasst wurde, verändert sich dauerhaft, bis in die Landschaften und die traditionellen Lebensweisen, die einen zum Teil radikalen Wandel erfahren. Und: Das Recht der Reisefreiheit ist – wie viele dieser Rechte – längst nicht für alle Menschen eine lebbare Wirklichkeit. Aber wenn Reisen gelingt, werden Erfahrungen gemacht, die auch das eigene Leben prägen. Reisen kann helfen, sich selbst zu bilden. Dazu gehört oft nicht viel, nur die Bereitschaft, sich der Welt zu öffnen. Wenn sich diese auch auf die verborgenen Grundlagen und die verdrängten Kehrseiten der eigenen Praxis auswirkt, kann Reisen für alle ein Gewinn werden.


Herausgeber: bpb, Seiten: 52, Erscheinungsdatum: 16.06.14, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 5851

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