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30.6.2014

Multiplikatorennetzwerk "180°-Wende"

Mimoun Berrissoun vom Jugendbildungswerk Goethe e.V. aus Köln im World Café. (© Tobias Vollmer/bpb)

Hilfe auf Augenhöhe

"1 Stadt, 10 Coaches, 100 Multiplikatoren" – mit diesem Slogan wirbt das Netzwerk "180° Wende", das von Projektleiter Mimoun Berrissoun vorgestellt wurde. Es bietet jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen, die Radikalisierungstendenzen aufweisen, konkrete Hilfsangebote an und zeigt ihnen neue Perspektiven auf, positive Lebensentscheidungen zu treffen. Dazu setzt das Netzwerk, bestehend aus Studierenden und Akademikerinnenund Akademikern aus Köln, auf Personen (sogenannte Multiplikatoren), die dank ihrer kulturspezifischen Sensibilität und Akzeptanz Zugänge zu betroffenen jungen Menschen finden können.

Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sind zum einen in Themenfeldern wie "Drogen", "Zivilcourage" oder Deeskalation speziell geschult, zum anderen aber können sie auf gleicher Augenhöhe mit den gefährdeten Jugendlichen kommunizieren. Laut Berrissoun liege hierin die besondere Stärke von "180°Wende". Auf diese Weise gelänge es, Jugendliche zu erreichen, bevor sie in den Extremismus abrutschten. Erkennt ein Multiplikator eine Gefährdungslage oder wird sie ihm aus der Gemeinde zugetragen, kann er sich an einen der Coaches des Projekts wenden. Dabei handelt es sich wiederum um besondere Respektspersonen, die weite Kreise der "Community" erreichen können. Sie aktivieren das soziale Umfeld eines Gefährdeten oder bauen Brücken zu Arbeitgebern, Behörden oder sozialen Hilfseinrichtungen. Das Netzwerk engagiert sich nicht nur in allen Kölner Stadtteilen, sondern auch in einigen Stadtteilen Bonns.

An die Vorstellung des Projekts schloss sich eine Fragerunde an, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem weitere Details zum "operativen Geschäft und zur Rolle der Multiplikatoren und Coaches“ erfahren wollten. Dabei interessierte sich ein Teilnehmer für die Frage, wie es die Multiplikatoren schafften, externe Hilfsmaßnahmen anzubieten, ohne dabei Vertrauen in den Gemeinden einzubüßen. Als Antwort wies der Referent auf die besondere "Authentizität" hin, mit der die Personen auf ihr Gegenüber zugehen könnten. Auf die Nachfrage, aus welcher Motivation heraus sich Menschen für "180°Wende" engagieren, erklärte Berrissoun, dass sich das Netzwerk direkt aus Mitgliedern der "Community" herausgebildet hat, die in positiver Weise für das Gemeinwesen wirken wollten und sich als Multiplikatoren angeboten haben. Aufgrund festgelegter Kriterien seien die Personen dann ausgewählt worden.

Mehr unter www.180gradwen.de
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