Veranstaltungsdokumentation (Oktober 2019)

"Auf die Straße! – Politischer Protest in Deutschland"


17./18. Juni 2019, Radisson Blu Hamburg

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären, was sie unter Protest verstehen. (© bpb)

In Deutschland wird protestiert. Gegen Stuttgart 21, gegen G20 oder gegen die Unterbringung von Geflüchteten. Für den Erhalt des Hambacher Forst, bezahlbaren Wohnraum oder Ortsumgehungen.

Sechs Beispiele … unzählige weitere könnten genannt werden. Viele gesellschaftliche Themen und Entwicklungen reizen Bürgerinnen und Bürger, gegen oder für etwas zu protestieren. In Deutschland hat Protest eine lange Geschichte – in Ost wie West. Er drückt sich in Transparenten, Sprechchören und Unterschriftenlistenaus, wird mit Liedern formuliert und über Logos, Shirts und Buttons popularisiert. Oft findet Protest auf der Straße statt – in Großstädten, aber auch im kleinsten Dorf. Das Netz und insbesondere die Sozialen Medien schließlich haben viele Formen des Protestes erweitert. Protest ermöglicht so eine direkte politische Beteiligung, jenseits von Wahlen und anderen klassischen Formen politischer Mitbestimmung.

Ist Protest also "das Salz" der Demokratie? Oder, wie Kritikerinnen und Kritiker bemängeln, erschweren Proteste politisch gestalterisches Handeln jener, die dafür gewählt wurden? Zunächst jedoch gilt es, grundsätzlichere Fragen zu stellen: Was genau ist Protest eigentlich? Wie funktioniert er? Regen nur bestimmte Themen auf, andere aber nicht? Wer ist direkt und indirekt beteiligt? Wen adressiert er? Und warum eskaliert er von Zeit zu Zeit?

Diesen Fragen stellte sich am 17. und 18. Juni das Publikum der Fachtagung "'Auf die Straße!' Politischer Protest in Deutschland", die im Radisson Blu am Hamburger Dammtor stattfand.

Bildergalerie: Impressionen von der Fachtagung

Impressionen vom BüchertischKurz vor Beginn der Fachtagungbpb-Präsident Thomas Krüger bei der BegrüßungsredeHanne Wurzel von der bpb begrüßt die GästeProf. Dr. Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) führt ins Thema Protest einDie einführenden Vorträge der beiden Tage der Fachtagung wurden per Graphic Recording dokumentiertProf. Dr. Philipp Gassert (Universität Mannheim) referiert über die Schlaglichter der deutschen ProtestgeschichteDr. Peter Ullrich von der TU Berlin beschreibt das Wechselspiel von Polizei und ProtestGina Schad und Lisa Villioth (v.l.) von der Universität Siegen referieren über den digitalen ProtestDr. Hedwig Richter vom Hamburger Institut für Sozialforschung und Politikwissenschaftlerin Dr. Antje Schrupp (v.l.) informieren über GeschlechtergerechtigkeitDie Leiterin des Archivs der Jugendkulturen, Gabriele Rohmann, trägt zu jugendlichem Protest vor, Knud Andresen von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte (Mitte) und Moderator Andreas Speit lauschen gespanntPodiumsdiskussion "Wieso Weshalb Warum? Eskalationen bei Protesten": Dr. Colette Vogeler (Universität Mannheim), Dr. Stefan Malthaner (Hamburger Institut für Sozialforschung), die Moderatorin und Journalistin Djamila Benkhelouf, Antje Grothus von der Initiative Buirer für Buir sowie Udo Behrendes, Leitender Polizeidirektor a. D., Köln (v.l.)Diskutieren angeregt über die Rolle der Medien bei Protesten: Marcus Bornheim von der Tagesschau, Michael Hopf von Greenpeace, Dr. Simon Teune vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung im Gespräch mit Nalan Sipar (Deutsche Welle) (v.l.)Paneldiskussion "Aus Protest wird Partei": Dr. Andrea Kallinich von der Landeszentrale für politische Bildung moderiert das Gespräch mit Dr. Andreas Pettenkofer von der Universität Erfurt und Alexander Hensel von der Universität Göttingen (v.l.)Über die soziale Basis von Protesten sprachen Nina-Kathrin Wienkoop von der Universität Lüneburg und Eva Eichenauer vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, Linda Blöchl von der Landeszentrale für politische Bildung moderierte (v.l.)Unterschiedliche Feindbildkonstruktionen zwischen Demonstrierenden und der Polizei diskutierten Prof. Dr. Christoph Kopke von der HWR Berlin, Kai Seidensticker vom LKA NRW und die Moderatorin Grit Hanneforth vom Bundesverband Mobile BeratungIns Gespräch mit dem Plenum vertieft: Die Podiumsteilnehmenden Elisabeth Hafner-Reckers aus Lüchow-Danneberg, Jorina Suckow vom Nationalen Begleitgremium, Edo Günther vom B.U.N.D. und Jochen Ahlswede vom BfE (v.l.) mit Moderator Axel Schröder vom DLF (Mitte) beim Panel "Über kommende Proteste. Die Suche nach einem Endlager für Atommüll".Dr. Dorna Safaian (Universität Siegen) hielt am zweiten Tag den einleitenden Vortrag zur Ästhetik des ProtestesDr. Nils Schuhmacher (Universität Hamburg), Prof. Dr. Rafael Behr (Akademie der Polizei Hamburg) und Moderatorin Claudia Brüninghaus (Falling Walls, Berlin) sprechen über den G20-Gipfel in HamburgProteste von Schülerinnen und Schülern, früher und heute: Christian MIethaner organisierte den Schulstreik 2010 in München, Lou-Marleen Appuhn ist hessische Landesschulsprecherin, Julia Oepen und Linus Steinmetz sind bei Fridays for Future engagiert. Max von Malotki vom WRD moderiert.Hanne Wurzel von der bpb verabschiedet die Teilnehmenden

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