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1.11.2019

37. bpb:forum "Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit in Georgien - auf persönlicher und staatlicher Ebene"

Irakli Khvadagiani zu Gast im bpb:medienzentrum Bonn

Der Journalist und Publizist Irakli Khvadagiani erforscht in seiner Arbeit die georgische Gesellschaft und blickt vor allem auf die Erinnerungskultur des Landes. Im bpb:medienzentrum sprach er am 27. September 2018 unter anderem darüber, wie in Georgien über moralische und politische Verantwortung diskutiert wird.

Irakli Khjvadagiani


Nach dem Zerfall der Sowjetunion setzte in vielen post-sozialistischen Staaten Osteuropas der Prozess der "Übergangsgerechtigkeit" (Transitional Justice) ein - in Georgien nicht. Während der Phase der "Übergangsgerechtigkeit" rückten die Aufarbeitung der Vergangenheit und Gewährleistung von Gerechtigkeit in der zerrütteten Gesellschaft in den Vordergrund. Diesen Prozess holt die georgische Gesellschaft aktuell nach.

Denn Georgien war auch nach der Unabhängigkeit von Bürger- und ethnischen Kriegen gezeichnet. 1992 kehrte Eduard Schewardnadze - ehemaliger Generalsekretär der Kommunistischen Partei und letzter Außenminister der Sowjetunion - als umstrittener Staatspräsident nach Georgien zurück. Seine Ära wurde 2003 durch die Rosenrevolution beendet. In der Gesellschaft fanden die politischen Prozesse lange Zeit nur wenig Beachtung. Forderungen nach Partizipation wurden kaum laut. Erst 2010 wurde mit der erneuten politischen Krise die Notwendigkeit der Aufarbeitung des sowjetischen Erbes deutlich. Bürgerbewegungen entstanden.

Der Journalist und Publizist Irakli Khvadagiani erforscht in seiner Arbeit die georgische Gesellschaft und blickt vor allem auf die Erinnerungskultur des Landes. Welche Fortschritte Georgien aktuell in Bezug auf die Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit macht und wie innerhalb der Gesellschaft über moralische und politische Verantwortung diskutiert wird, darüber sprach er am 27. September 2018 in seinem Vortrag im bpb:medienzentrum in Bonn.

Der Vortrag fand auf Englisch statt.

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Irakli Khvadagiani (geb. 1988) studierte Journalismus und den Kaukasus im europäischen und globalen Kontext in Tiflis. Derzeit promoviert er an der Staatlichen Ilia Universität und forscht für das Soviet Past Research Laboratory. Irakli Khvadagiani beschäftigt sich intensiv mit den gesellschaftlichen und politischen Prozessen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Er ist Autor zahlreicher Studien und Publikationen.

2018 ist Georgien Gastland auf der Frankfurter Buchmesse.
Aus diesem Anlass führt die georgische Organisation Soviet Past Research Laboratory (SOVLAB) eine Veranstaltungsreihe zur Aufarbeitung der sowjetischen Geschichte Georgiens in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Lebens durch. Das Projekt wird gefördert vom Georgian National Book Center und dem georgischen Ministerium für Kultur und Sport.
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