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27.2.2020

Zusammenfassung und Ausblick

Kernaufgabe der Inneren Führung war und ist es, so der Kommandeur des Zentrums Innere Führung Generalmajor Reinhardt Zudrop, eine Armee zu gestalten, in der die Werte der Verfassung umgesetzt werden und die gleichzeitig von höchster Schlagkraft sei. Der politischen Bildung von Soldatinnen und Soldaten komme hierbei eine zentrale Bedeutung zu. (© bpb, BILDKRAFTWERK/Zöhre Kurc)


Generalmajor Reinhardt Zudrop, Kommandeur des Zentrums Innere Führung, konnte aufgrund einer kurzfristig anberaumten Bundeswehrtagung nicht an den ersten Tagen der 17. Bensberger Gespräche teilnehmen. Dementsprechend gab er auch keine Zusammenfassung, sondern vielmehr einen Blick auf die Armee der Einheit, seine Einschätzung zum Stand der Inneren Führung und einen Ausblick auf ihre Zukunft.

So waren zwischen den Soldaten der alten Bundeswehr und der Nationalen Volksarmee Unterschiede bei den Einstellungen, der (Fach)Sprache und den Verhaltensweisen bemerkbar, doch man fand letztendlich schnell zueinander. Heute befänden sich noch 1.224 Soldaten mit NVA-Vordienstzeit in der Bundeswehr, darunter zwei Brigadegeneräle. Der Anteil der Bundeswehr an der Sicherung von Frieden und Freiheit werde hingegen kaum wahrgenommen, so ein Kamerad zu Zudrop.

"Die kritische Diskussion ist auch ein Markenzeichen der Inneren Führung", und jene Streitkultur habe sich auf der Bundeswehrtagung positiv gezeigt. Kernaufgabe war und ist es, eine Armee zu gestalten, in der die Werte der Verfassung umgesetzt werden und die gleichzeitig von höchster Schlagkraft sei. Hierbei sei die politische Bildung von zentraler Bedeutung – diese gäbe es zwar auch in anderen Ländern, doch verstehe man in der Bundeswehr insbesondere den offenen Austausch und die kritische Diskussion darunter, und eben nicht die Indoktrination.

Während die Konzeption also stimmig sei, gäbe es in der Durchführung weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten: So sei eine verstärkte Evaluation für die Qualitätssicherung vorgesehen. Ebenso habe die Dienstaufsicht die tatsächlichen Bildungsinhalte bei diesbezüglichen Veranstaltungen sicherzustellen. Die große Frage sei weiterhin, wie die politische Bildung tatsächlich wirke – hierzu soll zeitnah eine Studie erstellt werden. Auch der Beirat Innere Führung kritisierte, dass von Seiten der Empfänger zu viel vorausgesetzt werde. Neue Vorschriften zur politischen und ethischen Bildung würden noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Nicht zuletzt wünschte sich Zudrop, in Zukunft auch mehr Uniformierte auf den Bensberger Gesprächen zu sehen: "Eine Bundeswehr, die sich dem Wertewandel verschließt, wird den Kontakt zur Gesellschaft verlieren." Bildung bliebe für Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgrade sehr wichtig, denn "wer nichts weiß, muss alles glauben" – was in Zeiten von Fake News, gezielten Desinformationskampagnen und hybrider Kriegsführung entsprechend relevant sei.

Dokumentation: Martin Bayer
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