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18.12.2020

Vom Unbehagen in der Fiktion

Online-Veranstaltungsreihe

Was hat Didier Eribon mit Margarete Stokowski zu tun? Oder Annie Ernaux mit Saša Stanišić? Dem Phänomen hinter dieser Frage widmeten sich fünf unterschiedlich besetzte Panels. Es ging um Fakt und Fiktion in Literatur und Gesellschaft, um Wahrheitsbegriffe, Aneignungs- und Beglaubigungsstrategien.

Alle Diskussionsteilnehmer/-innen (v. l. n. r.): erste Zeile Paula Diehl, ©ZAK; Johannes Franzen, ©privat; Lena Gorelik, ©Charlotte Troll; Jan Wiele, ©FAZ/Wolfgang Eilmes | zweite Zeile Christine Watty, ©Steffen Ramlow; Christian Baron, ©Hans Scherhaufer; Daniel Schreiber, ©Thomas Dozol; Jan Wilm, ©Alexander Paul Englert; Catherine Newmark, ©Johanna Ruebel | dritte Zeile Christian Metz, ©Markus Kirchgessner; Deniz Utlu, ©Heike Steiweg; Angela Steidele, ©Ben Chislett; Guillaume Paoli, ©Renate Kossmann; Hanna Engelmaier, ©Andreas Langfeld | vierte Zeile Isabelle Lehn, ©A. Sophron; Anja Johannsen, ©Andreas Greiner-Napp; Silke van Dyk, ©Anne Günther, Simon Sahner, ©Jonas Sahner


Was also hat Didier Eribon mit Margarete Stokowski zu tun? Oder Annie Ernaux mit Saša Stanišić? Bei allen Unterschieden haben ihre Bücher eins gemeinsam: Sie entziehen sich den gängigen Schablonen, sind weder nur Fiction noch klassische Non-Fiction. Ob Autofiktion, Memoiren oder personal essay – viele der meist beachteten Texte sind momentan (semi-)dokumentarischer Natur. "Es wirkt so", schreibt Angela Steidele, "als habe die Literatur das Erzählen aufgegeben, weil sich alle anderen seiner bedienen. Wer will noch fabulieren, wenn er sich mit dem amerikanischen Noch-Präsidenten, dem deutschen Verkehrsminister, Impfgegnern oder Firmenchefs deutscher Automobilkonzerne gemein macht?" Und ganz offenbar bevorzugen auch viele Leser/-innen gegenwärtig Geschichten, die durch persönliches Erleben beglaubigt scheinen – Geschichten, in denen das Medium der Selbsterkundung oft auch eines der Beschreibung von Gesellschaft ist.

"Vom Unbehagen in der Fiktion" war eine Veranstaltungsreihe des Netzwerks der Literaturhäuser in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Eine Woche lang diskutierten in fünf Städten Autor/-innen, Kritiker/-innen, Wissenschaftler/-innen u.a. darüber, was dieser Boom autobiografischen, autofiktionalen und dokumentarischen Erzählens mitsamt all seinen Fallstricken bedeutet. Inwiefern verändert er das Verhältnis von Literatur und Politik?


Aufzeichnungen der Live-Streams der Veranstaltungsreihe:


Vom Unbehagen in der Fiktion 1, Rostock, 25.11.2020:
Es diskutieren Christian Baron, Isabelle Lehn und Johannes Franzen über das Unbehagen in der Fiktion, über autobiographisches Schreiben und künstlerische Freiheit. (© 2020 Netzwerk der Literaturhäuser e.V.)


Vom Unbehagen in der Fiktion 2, Berlin, 26.11.2020:
Was bedeutet der Boom autobiographischen, autofiktionalen und dokumentrischen Erzählens, der gegenwärtig zu beobachten ist? Verändert er gar das Verhältnis von Literatur und Politik? Hanna Engelmeier, Deniz Utlu, Christian Metz und Silky van Dyk diskutieren mit Catherine Newmark. (©Hanna Engelmeier, Christian Metz, Deniz Utlu (Suhrkamp Verlag), Silke van Dyk, Catherine Newmark)


Vom Unbehagen in der Fiktion 3, Göttingen, 27.11.2020:
Johannes Franzen, Lena Gorelik, Deniz Utlu, Jan Wilm im Gespräch mit Simon Sahner über die Frage, was Fiktion, was autobiographisch ist, was Voyeurismus, Scherz, Kontroverse. (© 2020 Netzwerk der Literaturhäuser e.V.)


Vom Unbehagen in der Fiktion 4, Frankfurt, 14.12.2020:
Uncanny Valleys. Jan Wiele, FAZ, diskutiert mit Paula Diehl, Daniel Schreiber und Jan Wilm über den schmalen Grat zwischen Fakt und Fiktion. (© 2020 Netzwerk der Literaturhäuser e.V.)


Vom Unbehagen in der Fiktion 5, Stuttgart, 15.12.2020:
Guillaume Paoli und Daniel Schreiber diskutieren mit der Initiatorin der Veranstaltungsreihe, Anja Johannsen, über die Frage, inwieweit sich das Verhältnis von Literatur und Politik verändert, welche Rolle das autofiktionale Schreiben heute spielt. (© 2020 Netzwerk der Literaturhäuser e.V.)


Alle Diskussionsrunden wurden als Livestream veröffentlicht und können auch über die Mediathek auf bpb.de sowie über die Seiten der Literaturhäuser abgerufen werden.
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