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12.7.2016

Born in the U.S.A. – Veranstaltungsdokumentation

Was vom Mythos bleibt – die USA in der Identitätskrise?

In den USA scheinen Glücksversprechen und politische Teilhabe verstärkt im Widerspruch zum gesellschaftlichen Einlösungsanspruch in der Demokratie zu stehen: Viele Menschen fühlen sich ausgegrenzt und sind von den politischen Eliten enttäuscht. Die Veranstaltung der Reihe "What's up, America?" ging der Frage nach, ob sich die USA in einer Identitätskrise befinden.

Nach wie vor sind die allermeisten Amerikaner von der Einzigartigkeit der USA überzeugt und zeigen dies auch: Beflaggtes Haus in New Jersey. (© Getty Images / William Thomas Cain) (© Getty Images / William Thomas Cain)


Als Bruce Springsteen 1984 Born in the U.S.A. veröffentlichte, wurde sein Erfolg zum Symbol des amerikanischen Traums hoch stilisiert, einer der es aus der armen amerikanischen weißen Arbeiterklasse geschafft hatte und damit das amerikanische Glücksversprechen "Vom Tellerwäscher zum Millionär" wieder einmal einlösen konnte. Sein Song wurde zur Hymne einer gesellschaftlich wie politisch konservativ patriotisch gestimmten Bewegung. Das Lied thematisiert ein Stück Geschichte der USA, es geht um die Frage, wie das Land mit seinen Kriegsveteranen umging.

Mehr als dreißig Jahre nach dem Hit des 'Boss' Springsteen haben sich nicht nur die Weltordnung und die Rolle der USA darin fundamental verändert, der Realitätscheck zu "Born in the U.S.A." fällt nüchtern aus. Das Selbstverständnis der Amerikaner war immer von ganz zentralen Narrativen geprägt, deren Ursprünge sich in einem Gründungsmythos vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten, von einem American Dream speisten, einem geradezu religiös überhöhten Glücksversprechen, dass es jeder nach oben schaffen kann.

Damit einher ging das Versprechen "E Pluribus Unum – Aus Vielen Eines", dem Wappenspruch der USA. Bezog sich das Motto zunächst nur auf die Vereinigung der amerikanischen Bundesstaaten, so steht es heute vor allem auch für die Vielfältigkeit der Kulturen, welche die Einwanderernation der Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung entscheidend prägen.

Der Realitätscheck offenbart vielfach andere Verhältnisse: Glücksversprechen und politische Teilhabe scheinen verstärkt im Widerspruch zum gesellschaftlichen Einlösungsanspruch in der Demokratie zu stehen: Viele Menschen fühlen sich ausgegrenzt und sind von den politischen Eliten enttäuscht. Die Polarisierung und Spaltung der amerikanischen Gesellschaft und Politik erscheint gegenwärtig im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen sehr wirkungsmächtig, de facto schwelen sie jedoch schon länger und sind u. a. auf die gravierenden Auswirkungen der noch nicht überwundenen Finanzkrise zurückzuführen.

Die Veranstaltung der Reihe "What's up, America?" ging der Frage nach: Was vom Mythos bleibt – die USA in der Identitätskrise? Die angesagte US-Künstlerin Echo Brown ("Black Virgins Are Not for Hipsters") zeigte Auszüge ihrer Performance und mit der preisgekrönten jüdisch-amerikanischen Schriftstellerin Deborah Feldman, "Unorthodox" sowie dem bekannten Washington Post-Journalisten Charles Lane wurde über Polarisierung, Politisierung und Perspektiven einer amerikanischen Gesellschaft und Politik im Umbruch diskutiert. Annähernd 280 politisch Interessierte verfolgten die Gespräche.

Danach wurde die Diskussion mit dem Publikum eröffnet. Es moderierten Dr. Melinda Crane, Deutsche Welle, sowie Dr. Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel. Der Abend endete mit einem Empfang und mit einem Konzert der Blues Rock Band Lord Bishop Rocks!

Die Veranstaltung wurde unterstützt vom John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin sowie von der Jungen DGAP – Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
PDF-Icon Programm (800 KB)
PDF-Icon Grußwort Thomas Krüger (300 KB)
PowerPoint-Präsentation "What's up, America? – Born in the USA" (400 KB)

Hier geht es zur Hauptseite der Veranstaltungsreihe "What's up, America?"

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 Blick in den voll besetzten Red Ballroom des House of Arts, ICD, mit einem sehr interessierten Publikum Lothar Kopp, bpb, und Mark Donfried, ICD Konzentrierte Zuhörerin bei englisch-deutscher Simultanübersetzung Unsere Dolmetscherinnen Melinda Crane und Echo Brown Zeit für Gespräche nach der Veranstaltung US-Esskultur US Blues Rock Band - Lord Bishop Rocks Lord Bishop Rocks - live Lord Bishop in action Ausklang nach Podium, Empfang und Konzert nach Mitternacht Am späten Abend von What's up, America, der erfolgreichen Hauptstadtreihe der bpb


 Eingang Institute for Cultural Diplomacy in Berlin Das gemeinsame Organisationsteam ICD-Director Mark Donfried Volles House of Art des ICD Thematische Einführung Thomas Krüger Performance Echo Brown Die Künstlerin Echo Brown bei ihrer Perfomance Das Moderatorenduo Melinda Crane und Christoph von Marschall im Gespräch mit der Künstlerin Echo Brown Kurze Lesung der Schriftstellerin Deborah Feldman Interview mit Deborah Feldman Impulsvortrag Charles Lane Der Journalist Chuck Lane, Washington Post, bei seinem Vortrag Interview mit Chuck Lane Unsere US-Podiumsgäste Echo Brown, Chuck Lane, Deborah Feldman Panel Discussion (vlnr) von Marschall, Crane, Brown, Lane, Feldman Fragerunden im Publikum Aufmerksame Zuhörer während der kontroversen Debatte auf dem Podium Humor und Lachen sind auch in der politischen Bildung zu finden


Den Audiomitschnitt (englisch/deutsch) finden Sie hier:

In den USA scheinen Glücksversprechen und politische Teilhabe verstärkt im Widerspruch zum gesellschaftlichen Einlösungsanspruch in der Demokratie zu stehen: Viele Menschen fühlen sich ausgegrenzt und sind von den politischen Eliten enttäuscht. Die Veranstaltung der Reihe "What's up, America?" ging der Frage nach, ob sich die USA in einer Identitätskrise befinden. (© 2016 Bundeszentrale für politische Bildung)



Zwei filmische Impressionen:

Born in the U.S.A. – Impressionen I
Born in the U.S.A. – Impressionen II
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