Moscheen als Orte der Prävention?

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Tag der offenen Tür in einer Moschee in Berlin. (© Getty Images)


Moscheegemeinden mit ihrer seit Jahren steigenden Zahl, ihrer Verortung im kommunalen Bereich und ihren vielfältigen Angeboten verfügen sie über wichtige Zugänge zu Jugendlichen und ihren Familien. Mit ihren Projekten und Programmen erreichen Moscheen in Deutschland mehr als 150.000 Menschen pro Woche. Inzwischen erkennt man sie auch als einen wichtigen Partner im Kampf gegen religiös begründeten Extremismus an.

Tatsächlich haben sich in jüngerer Zeit muslimische Verbände und auch einzelne Vereine auf die Fahnen geschrieben, Präventionsarbeit gegen Radikalisierung und Diskriminierung zu betreiben. In diesem noch neuen Arbeitsfeld sammeln die Akteure erste Erfahrungen. Dabei stehen die Moscheegemeinden und muslimischen Verbände in einem großen Spannungsfeld. Auf der einen Seite wird gefordert, sie sollten aktiver in der Präventionsarbeit sein. Auf der anderen Seite stehen sie schnell selbst im Verdacht islamistische, politische Ziele zu verfolgen. Das Misstrauen gegenüber Moscheegemeinden ist groß. Und in der Tat erregen einzelne Verbände mit ihren – vermuteten oder tatsächlichen – Verbindungen zu islamistischen Kreisen großes Aufsehen. Auch Auslandsfinanzierungen und die Einflussnahme ausländischer Staaten – wie beispielsweise Saudi-Arabiens oder der Türkei – auf unterschiedliche Moscheegemeinden disqualifizieren sie in vielen Kreisen als Gesprächspartner.

Dies sorgt dafür, dass der Einbindung von Moscheen in die Präventionsarbeit oft skeptisch entgegengetreten wird. Welcher Weg sollte also eingeschlagen werden: Einbindung oder Ausgrenzung? Wie kann das gegenseitige Misstrauen muslimischer Verbände und (Sicherheits-)Behörden überwunden werden? Für muslimische Gemeinden gleicht das Engagement in der Präventionsarbeit oft einer Stigmatisierung. Dadurch gäbe man zu, dass es in der Gemeinde Probleme mit Radikalisierung gibt. Wie kann man dem entgegenwirken? Und es stellt sich generell die Frage nach dem Zweck und der Wirksamkeit von Präventionsarbeit in Moscheegemeinden. Welche Rolle kommt ihnen zu? Und auf welcher Grundlage kann oder soll die Präventionsarbeit von Verbänden und Vereinen erfolgen?

Diese und weitere Fragen diskutieren die Gäste des Podiums: unter Moderation von Marfa Heimbach
Marfa Heimbach ist Journalistin in Köln, wo sie Islamwissenschaften und Geschichte studierte. Zunächst arbeitete sie als wissenschaftliche Studienreiseleiterin im Iran, der Türkei, Syrien, Jordanien und Israel. Heute ist sie als Hörfunkautorin (u.a. ZeitZeichen) beim Westdeutschen Rundfunk in Köln sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität zu Köln tätig. Sie leitete verschiedene Projekte, beispielsweise „Dialogseminare mit Pfarrern und Imamen“, unter anderem für die Bundeszentrale für politische Bildung, die Christlich-Islamische Gesellschaft und das Zukunftsforum Islam. 2001 veröffentlichte sie die Monographie „Die Entwicklung der islamischen Gemeinschaften in Deutschland seit 1961“.

Termin

10.09.2019, von 18:00 bis 20:00

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Ort

Universitätsforum
Heussallee 18-24
53113 Bonn

Für

Interessierte Bürgerinnen und Bürger; Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus politischer Bildung, Wissenschaft, Journalismus, Schule, Jugendarbeit, Zivilgesellschaft, Sicherheitsbehörden, Moscheegemeinden, Verwaltung und anderen Präventionskontexten.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung, Fachbereich "Extremismus"

Anmeldung

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Teilnahmegebühr: Eintritt frei
Bitte melden Sie sich bis zum 08.09.2019 an.

Kontakt

Hanne Wurzel
Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.de

Pressekontakt

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