YELLA - Gefühle in Zeiten des Kapitalismus (abgesagt)

Kapitalismus: Ästhetik, Gefühle, Zustände Filmreihe zur Ausstellung "Wir Kapitalisten! Von Anfang bis Turbo"

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Wichtiger Hinweis

Veranstaltungen bis 30. Juni 2020 abgesagt

Wegen der Corona-Pandemie sind alle Veranstaltungen der Bundeszentrale für politische Bildung bis einschließlich 30. Juni 2020 abgesagt. Ersatztermine ggf. werden so bald wie möglich bekannt gegeben. Die bpb und die Medienzentren in Bonn und Berlin sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Alle Infos finden Sie unter www.bpb.de/corona.

Ein Filmstill aus dem Film "Yella". (© Piffl Medien)


Die Hauptfigur aus Christian Petzolds Film, YELLA will fort aus Wittenberge, dieser im Aufschwung vergessenen Kleinstadt im Osten der Republik. Die Firma ihres Mannes Ben ist pleite gegangen, die Ehe dramatisch gescheitert. Sie will nach Westen, über die Elbe, wo es Arbeit und Zukunft geben muss. In Hannover, dem Ziel ihrer Reise, lernt sie Philipp kennen, einen Mitarbeiter einer Private-Equity-Fima, der am Rande der Insolvenz stehenden Unternehmen Kredite anbietet – zu horrenden Konditionen versteht sich. Yella lernt von Philipp die neuen Gesten des Kapitalismus, das Geschachere um die Kosten, die kleinen psychologischen Tricks der neuen Manager-Riege in den Verhandlungen. Da werden die Arme hinter den Kopf genommen um den Gegenüber einzuschüchtern und es wird geflüstert, obwohl nichts gesagt wird. Wie am Pokertisch geht es zu. Doch so sehr Yella sich auch bemüht, richtig Schritt halten mit der Welt um sie herum, kann sie nicht. Ihre Versuche, die ökonomische Logik auf die Logik der emotionalen Beziehungen anzuwenden, sind unbeholfen.

Die Soziologin Eva Illouz konstatiert in Gefühle in Zeiten des Kapitalismus:
Der emotionale Kapitalismus ist eine Kultur in der sich emotionale und ökonomische Diskurse und Praktiken gegenseitig formen, um so jene breite Bewegung hervorzubringen, die Affekte einerseits zu einem wesentlichen Bestandteil ökonomischen Verhaltens macht, andererseits aber auch das emotionale Leben (…) der Logik ökonomischer Beziehungen und Austauschprozesse unterwirft.

In Christian Petzolds Film von 2007 – wohlbemerkt kurz vor der Finanzkrise im Jahr 2008 – ist der Kapitalismus noch sexy – und knallhart. Die Euphorie, Dinge neu verpacken zu können und damit deren Wert erheblich zu steigern, ist ungebremst und ergreift auch Yella. Aber kann auch eine Liebe und ein Leben einfach neu verpackt werden um im vermeintlich neuen Licht zu erstrahlen? Was passiert, wenn die ökonomische Logik auf die Emotionale übertragen wird? Und – haben sich die Gefühle in Zeiten des Kapitalismus wirklich verändert? Ausgehend von Christian Petzolds intensiver und rätselhafter Analyse des damaligen Zeitgeists beschäftigen wir uns mit genau diesen Fragen aus historischer, medien- und kulturwissenschaftlicher Perspektive und der Perspektive des Regisseurs selbst.

Es diskutieren im Anschluss Die Moderation führt Horst Peter Koll (Filmjournalist).

Die Veranstaltung wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und ist Teil des Bildungsprogramms zur Ausstellung "Wir Kapitalisten! Von Anfang bis Turbo" (in Kooperation zwischen Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland).


Weitere Termine dieser Filmreihe sind der 31.03.2020 mit METROPOLIS - das Urbild der kapitalistischen Stadt? und der 21.04.2020 mit DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN - Eine Zustandsbeschreibung.

Termin

21.04.2020, von 19:30 bis 22:00

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Ort

Bundeskunsthalle Bonn
Helmut-Kohl-Allee 4
53113 Bonn

Für

Interessierte Öffentlichkeit, Bürger/-innen

Veranstalter

Stiftung Deutsche Kinemathek

Anmeldung

Teilnahmegebühr:
7,00 Euro über Bonnticket
6,00 Euro am Ticketschalter der Bundeskunsthalle

Tickets über bonnticket oder am Ticketschalter der Bundeskunsthalle Bonn

Kontakt

Wenn Sie ein Bildungsprogramm zur Ausstellung bestellen möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an lisa.philippen@bpb.de.

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.

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