Online-Radikalisierungsprozesse und Prävention

Hintergründe, Narrative, Dynamiken und Online-Streetwork als aufsuchender Ansatz der Präventionsarbeit
Die Veranstaltung ist ausgebucht!
Junge Menschen benötigen Räume, in denen Sie gehört werden, um ihrem natürlichen Bedürfnis nach Identitätsbildung nachgehen zu können. Radikalisierungsprozesse sind vielschichtig und nicht monokausal begründbar. Destabilisierende Faktoren, wie Marginalisierung und Zuschreibungen können einen Einfluss haben auf die Hinwendung zu extremistischen Sichtweisen und Gruppen. Soziale Netzwerke gelten als Katalysatoren bei Radikalisierungsprozessen. Islamistische Akteurinnen und Akteure nutzen Social Media gezielt für die Verbreitung ihres Gedankenguts und bieten jungen Menschen vermeintliche Räume und absolute Antworten zu komplexen, individuellen Fragen. Hierfür werden Wünsche, Ängste und Sorgen der Jugendlichen thematisiert und jugendaffin aufbereitet. Online-Prävention setzt genau hier an, um Jugendlichen alternative pädagogische Angebote im digitalen Sozialraum zu machen und diesen nicht extremistischen Gruppierungen zu überlassen. Für gelungene Präventionsarbeit ist es wichtig, die digitalen Lebenswelten und Bedürfnisse der Jugendlichen zu verstehen. Das Seminar bietet einen umfassenden und interaktiven Einblick in das Feld der Online-Radikalisierungsprävention im Phänomenbereich religiös begründeter Extremismus. Es hat zum Ziel, Fachkräfte zu sensibilisieren und das Online-Streetwork als Beispiel für einen praktischen Ansatz zu vermitteln.

Am ersten Tag widmen wir uns der Begriffsklärung von Islamismus und Salafismus, um dann einige verbreitete Narrative vorzustellen. Danach wenden wir uns den Anspracheformen islamistischer Akteur/-innen zu. Anhand von Gruppenarbeiten und Videobeispielen werfen wir einen Blick darauf, wie Inhalte und Themen aufbereitet sind. Am zweiten Tag erarbeiten wir gemeinsam, wie soziale Netzwerke, wie YouTube, Instagram und Co. als die neuen Leitmedien der Kinder und Jugendlichen funktionieren und wirken. Was sind Algorithmen, wie entstehen Echokammern und Filterblasen und inwiefern begünstigen diese Radikalisierungsprozesse? Im letzten Teil verschaffen wir uns einen Überblick über das Themenfeld Präventionsarbeit online und untersuchen den Ansatz des Online-Streetworks. Der systemische Ansatz aufsuchender Jugendarbeit wird dabei praxisnah vorgestellt und in Gruppenarbeit gemeinsam erprobt.

Zeitrahmen: Freitag, 06.08.21, 14:00-18:00 Uhr und Samstag, 07.08., 10:00-16:00 Uhr

Sabrina Radhia Behrens ist Islamwissenschaftlerin (M.A.) und Traumapädagogin. Seit 2018 arbeitet sie für das Präventionsprojekt streetwork@online (AVP e.V.) in Berlin und leitet dieses seit 2020. Sie forschte zu reformistischen und frühsalafistischen Ansätzen und war als Sozialmanagerin mit Geflüchteten und Wohnungslosen Menschen tätig. Darüber hinaus konzipiert und hält Sie Workshops zum Thema Islamismus, Grundlagen des Islam und Online-Streetwork.

Adrian Stuiber ist Kultur- und Medienpädagoge (B.A.), Online-Berater gegen religiös begründeten Extremismus und Mediator. Ab 2017 baute er streetwork@online mit auf und leitete dort bis Ende 2020 verschiedene Bereiche. Seit 2021 arbeitet er als freiberuflicher Referent, Dozent und Berater für verschiedene Institutionen und Träger im deutschsprachigen Raum. Seine Expertise umfasst die Themen Social Media als Sozialraum, Online-Radikalisierungsprozesse und Online-Prävention.

Die Veranstaltung ist ausgebucht!

Termin

06.08.2021,14:00 bis 07.08.2021,16:00

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Für

Beschäftigte und Aktive in der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit sowie in Wissenschaft und Verwaltung

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung

Anmeldung

Teilnahmegebühr: keine
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Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Frank Schellenberg
E-Mail: frank.schellenberg@bpb.de
Tel.: 0228-99515343

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.

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