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23.7.2014

Muslimfeindlichkeit

In einer der Szenen aus "Zeit für Helden – Und was machst Du?" wird der Verkäufer in einer Bäckerei von einem Kunden massiv beleidigt – nur weil er Muslim ist. Der Schauspieler, der den Kunden spielt, äußert in seiner Rolle einige verbreitete Vorurteile, von denen an dieser Stelle zwei auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht werden sollen.

Das Vorurteil: "Moslems sind alle Terroristen!"



Dass diese Behauptung falsch ist, liegt auf der Hand: Weder sind alle Muslime Terroristen, noch sind alle Terroristen Muslime. Verstärkt wird dieses Vorurteil durch unausgewogene Medienberichte, die ein einseitiges Bild vom Islam und von Muslimen als gewaltbereit und religiös fundamentalistisch zeichnen und über die Vielfalt der muslimischen Lebenswelten nicht ausreichend informieren. Fakt ist außerdem: Alle in Deutschland lebenden Generationen von Muslimen distanzieren sich mehrheitlich deutlich vom islamischen Terrorismus – das zeigt die 2012 veröffentlichte Studie "Lebenswelten junger Muslime in Deutschland". Das Vorurteil, alle Muslime seien gewaltbereit, lässt sich also nicht halten.

Das Vorurteil: "Moslems misshandeln und unterdrücken ihre Frauen!"



Auch bei dieser Äußerung handelt es sich um eine grobe Verallgemeinerung: Weder sind alle Muslime per se gewalttätig und frauenfeindlich, noch ist das der Islam als Religion. Auch wenn Probleme wie Unterdrückung und häusliche Gewalt nicht ausgeblendet werden sollten – die Behauptung, das Verhalten einzelner Menschen sei symptomatisch für die gesamte Gruppe der Gläubigen, ist schlichtweg falsch.
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