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counter 30.4.2015

Krieg und Holocaust

Der Kern des Nationalsozialismus zeigte sich im Völkermord an den europäischen Juden. Die systematische, von Staats wegen organisierte und seit 1941 fabrikmäßig betriebene Tötung von sechs Millionen Juden war das spezifische NS-Verbrechen, in dem die nationalsozialistische Rassenpolitik ihren schrecklichen Höhepunkt fand.

Befreiung des KZ Wöbbelin in der Nähe von Schwerin am 4. Mai 1945. (© Public Domain)


Krieg und Genozid lassen sich nicht voneinander trennen. Das Regime führte den Krieg, um seine verbrecherischen Ziele zu erreichen, und ohne den Krieg wären die Massenverbrechen unmöglich gewesen. Kaum hatte der Angriff auf Polen begonnen, musste Hitler, der lange bemüht war, sich außenpolitisch als friedliebender Politiker darzustellen, keine Rücksicht mehr auf das Ausland nehmen. Die militärische Besetzung vor allem Ost- und Südosteuropas war die Voraussetzung für die Verfolgung und Ermordung von Millionen dort ansässiger Menschen, vor allem der Juden. Nun war es zudem möglich, entlegene, schwer zugängliche Konzentrations- und Vernichtungslager außerhalb des Reiches zu errichten. Mit der Kriegsanstrengung ließ sich zudem die Gewalt im Inneren des Reiches zusätzlich legitimieren.

Raul Hilberg - Der Weg in den Holocaust (© 2006 Bundeszentrale für politische Bildung)
Der radikale Antisemitismus wurde mit dem Sozialdarwinismus verbunden, der die Lehre von Charles Darwin, dass sich die Evolution der Arten mit ihrer natürlichen Auslese erklären lässt, auf die menschliche Gesellschaft anwandte. Deren Entwicklung wurde nun als ein ewiger Existenzkampf der Rassen gedeutet. Der "Bolschewismus" (so lautete der antikommunistische Kampfbegriff seit der Russischen Revolution) ließ sich in dieses Weltbild durch eine antisemitische Wendung einordnen. Insbesondere die NS-Propaganda griff das aus Russland stammende Feindbild des "jüdischen Bolschewismus" auf, das die Gegner der Revolution prägten, um diese mit einer Verschwörung der Juden zum Kampf für die Weltherrschaft zu erklären. Aus diesen Schlüsselelementen setzte sich das Weltbild der nationalsozialistischen Machthaber zusammen. Das gilt insbesondere für Hitler selbst. Ohne ihn wäre der Genozid an den Juden in Europa ebenso wenig denkbar gewesen wie ohne die direkte oder indirekte Beteiligung von Millionen von Menschen – keineswegs allesamt radikale Antisemiten –, die ihrem "Führer" bereitwillig "entgegenarbeiteten" (Ian Kershaw). Die Konsequenz der Grundannahmen des Nationalsozialismus war klar: Der "Lebensraum", der im Osten für ein deutsches Kontinentalimperium gewonnen werden sollte, musste "judenfrei" sein – wie Europa insgesamt.

Bereits in den ersten Monaten der Eroberung Polens kam es im Zuge der Vernichtung der "polnischen Intelligenz" zu Massakern. Charakteristischer für diese frühe Kriegsphase sind gleichwohl zwei andere Konsequenzen der nationalsozialistischen Volkstumspolitik: die Deportationen und die Ghettoisierung der Juden. Noch im Oktober 1939 begannen die Verschleppungen aus den annektierten Gebieten in den östlichen Teil des neuen deutschen Herrschaftsbereichs. Als deutlich wurde, dass eine großangelegte systematische Abschiebung nicht, wie geplant, realisierbar war, gingen die deutschen Besatzer dazu über, in den jeweiligen Gebieten Ghettos einzurichten. Durch den Krieg verschlimmerte sich auch die Lage der Juden im Reich und in den anderen europäischen Staaten, die seit 1939/40 im Herrschaftsbereich des NS-Regimes lagen. Im Reich hatten die Juden ja bereits seit sechs Jahren unter wachsendem Verfolgungsdruck gelitten. Nun wurden sie weitestgehend ausgegrenzt und immer häufiger in "Judenhäusern" isoliert. Bereits für diese Frühphase des Krieges 1939 bis 1941 lässt sich von einem Völkermord reden. Schließlich verloren zehntausende Juden ihr Leben – durch Deportation, Unterversorgung, Massenerschießung.

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Massenerschießungen in Liepaja, Lettland. Quelle Youtube/Yad Vashem - Deutsch

Mit den Angriff auf die Sowjetunion (UdSSR) am 22. Juni 1941 ging die genozidale Judenpolitik in ihre schrecklichste Phase über: den systematischen industriellen Massenmord an den europäischen Juden. Auf dem sowjetischen Territorium, das die Wehrmacht 1941/42 besetzte, lebten drei bis vier Millionen Juden, darunter die Bewohner der von der Sowjetunion nach dem Hitler-Stalin-Pakt annektierten baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, Ostpolens und Bessarabiens.

Je weiter das Ostheer vorrückte, desto größer wurde das System von SS, Polizei und militärischen Sicherungstruppen im Hinterland. Auch die Wehrmacht gehörte fallweise zum Mordapparat in diesem rasseideologischen Vernichtungskrieg. Denn ohne die logistische Unterstützung der Wehrmacht-Kommandanturen hätten SS- und Polizei die Massenverbrechen oft kaum begehen können. Zum Teil, etwa gleich zu Beginn des Feldzugs, waren Soldaten an Massenerschießungen auch direkt beteiligt. Insgesamt fielen den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD (des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS) rund eine Million Menschen zum Opfer; davon 500.000 bereits in den ersten Monaten, im Baltikum allein 320.000 Juden. Zu den anfangs meist männlichen Opfern zählten auch jene jüdischen Rotarmisten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten waren: Schätzungsweise 50.000 wurden aufgrund ihrer jüdischen Herkunft erschossen oder der SiPo ausgeliefert. Dass vor allem in Litauen, der Ukraine und Polen auch nationalistische und antisemitische Milizen mit Duldung der Besatzungsmacht zur mörderischen Treibjagd auf Juden bliesen, verschlimmerte deren Lage weiter. Für den systematischen Massenmord an den Juden in ganz Europa stellte Hitler im Herbst 1941 die Weichen. Ende 1941 begann sein Angriff auf das "Weltjudentum", wie er ihn 1939 vorhergesagt hatte. Während weit im Osten kaum ein Jude die deutsche Besetzung überlebt hatte, begann die "Endlösung".

"Protokoll der Wannsee-Konferenz"
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Um dieses umfassende Verbrechen besser zu koordinieren, rief der Leiter des RSHA (des Reichssicherheitshauptamtes) Reinhard Heydrich zu einer Konferenz am Berliner Wannsee. Auf der sog. Wannsee-Konferenz saßen Vertreter der beteiligten Institutionen an einem Tisch, um künftig Reibungsverluste durch Kompetenzstreitigkeiten zu vermeiden. Für die "Endlösung der europäischen Judenfrage" sollte "Europa vom Westen nach Osten durchgekämmt" werden; im Protokoll vom 20. Januar 1942 war die Rede von elf Millionen Juden. In der Villa am Wannsee wurde die "Endlösung" nicht beschlossen – der Massenmord fand ja längst statt – sie sollte vielmehr europaweit abgesprochen werden. "Die Völkerwanderung der Juden werden wir in einem Jahr bestimmt fertig haben", verkündetet Himmler vor SS-Führern in Berlin am 9. Juni 1942, "dann wandert keiner mehr. Denn jetzt muß eben reiner Tisch gemacht werden".

Die "Einsatzgruppen"

Das wichtigste Instrument der Verfolgungs- und Vernichtungspolitik bildeten die sogenannten Einsatzgruppen der im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zusammengefassten Sicherheitspolizei
Seit September 1941 waren Juden aus dem Reich und dem Protektorat in Städte im Osten für den "Arbeitseinsatz" deportiert worden. Ab März/April 1942 dann fielen auch die letzten moralischen Barrieren gegenüber den deutschen Juden. Die bereits deportierten Deutschen wurden im Osten ebenso erschossen wie die einheimischen Juden. Weitere Deportationen aus dem Reich folgten, teils in Ghettos, in denen zuvor polnische Juden gelebt hatten. Schließlich führten die ersten Transporte auf direktem Weg in ein Vernichtungslager, ab Ende 1942 vor allem nach Auschwitz. Im Juni 1943 hatten die Nationalsozialisten ihr Ziel erreicht. Im Reich lebten offiziell nur noch etwa 20.000 Juden: vor allem Ehepartner in "Mischehen", die allerdings wie die "Mischlinge" von der Gestapo drangsaliert wurden. Nur einigen tausenden Juden gelang es, unterzutauchen und sich bis zu ihrer Befreiung 1945 versteckt zu halten. In Berlin tauchte 1941 beispielsweise die 19-jährige Inge Deutschkron mit ihrer Mutter in die Illegalität ab; unter falscher Identität und in ständiger Lebensgefahr lebten sie (und ihre Beschützer) bis zur Befreiung 1945.

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Marcel Reich-Ranicki über den Beginn der Deportationen aus dem Warschauer Ghetto. Quelle Youtube/Yad Vashem - Deutsch

Konzentrations- und Vernichtungslager sowie T4-Tötungsanstalten 1942 (© Die Karte ist urheberrechtlich geschützt (§ 52a UrhG). Für eine kommerzielle Nutzung wenden Sie sich an Kämmer-Kartographie, Berlin (www.kartographie-kaemmer.de))

Auf dem ehemals polnischen Gebiet spielte sich binnen kurzer Zeit der größte Teil des industrialisierten Massenmords ab. Als sich abzeichnete, dass Deportationen nach Osten wegen des Kriegsverlaufs in absehbarer Zeit nicht möglich sein würden, forderten NS-Funktionäre schnelle Lösungen, um die verbliebenen Juden loszuwerden, insbesondere die arbeitsunfähigen. Die Seuchengefahr, die von den Ghettos ausging, das Versorgungsproblem und das vermeintliche Sicherheitsrisiko im Rücken der Wehrmacht, dazu die Bereitschaft der Berliner Zentralen zur Radikalisierung: Diese Faktoren wirkten derart zusammen, dass der Gauleiter des Warthelandes, Arthur Greiser (1897-1946), im Dorf Kulmhof (Chelmo) ein behelfsmäßiges Vernichtungslager bauen ließ. Hier verloren ab Dezember 1941 insgesamt 152.000 Menschen ihr Leben. Im besetzten Polen, im Generalgouvernement wurden drei weitere Vernichtungslager errichtet: im Distrikt Lublin ab November 1941 Belzec, dazu ab März 1942 Sobibor. Im Distrikt Warschau entstand nordöstlich der Stadt im Mai 1942 mit Treblinka das dritte Vernichtungslager. Güterzüge karrten täglich die Juden, aber auch Sinti und Roma, aus den geräumten Ghettos zu den Orten ihrer Ermordung. Zwischen Ende Juli und Mitte November 1942 verloren über zwei Millionen Menschen ihr Leben. Diese Zahl lag höher als in der Phase der Massenerschießungen durch die Einsatzgruppen bis Frühjahr 1942, höher auch als in der Zeit der größten Tötungsquote von Auschwitz 1943/44.

 
Opfer des Mordes an den europäischen Juden (Länder in Grenzen von 1937)
 
Belgien25.000
Deutschland165.000
Estland1.000
Frankreich75.000
Griechenland59.000
Niederlande102.000
Italien7.000
Jugoslawien65.000
Lettland67.000
Litauen116.000
Österreich65.000
Polen3.000.000
Rumänien350.000
Sowjetunion1.000.000
Tschechoslowakei260.000
Ungarn270.000
Albanien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Nordafrika2.800
Gesamtzahlmind. 5.600.000
Darstellung nach: Dieter Pohl, Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945, Darmstadt 2003, S. 109.

Judendeportationen in von Deutschland besetzten Ländern – Ethan Hollander im Interview (Englisch) (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)
Die Massenverbrechen in Polen und in den besetzten sowjetischen Gebieten gingen auf dem Zusammenwirken von Initiativen vor Ort einerseits und auf Erwartungen und Forderungen aus Berlin andererseits zurück. Dagegen wurde der Genozid an den Juden im übrigen Europa straff organisiert. Denn für die Deportation und Ermordung der restlichen europäischen Juden lag die Federführung weiterhin im Reichssicherheitshauptamt (RSHA). Im Referat IV hielt dort Adolf Eichmann (1906-1962), der "Referent für Judenfragen", die Fäden in der Hand. Die Waggons mit den Opfern schickte der Bürokrat ganz pragmatisch zumeist in jene Vernichtungslager, die gerade Kapazitäten frei hatten: in Polen, im Reichskommissariat Ostland oder im Generalgouvernement. Ab Sommer 1942 hieß das Ziel meistens, ab Sommer 1943 fast ausschließlich: Auschwitz. Bis zur Befreiung des Lagers Ende Januar 1945 durch die Rote Armee fand etwa eine Million Menschen in Auschwitz den Tod.

Der Wandel des KZ-Systems im Krieg

"Lange Zeit herrschte die Vorstellung, dass die meisten Opfer der NS-Herrschaft in Lagern interniert bzw. dort ermordet wurden. Und tatsächlich spielten die Lager eine bedeutende Rolle
Eichmann organisierte nicht nur die Deportation aus dem Reich, sondern auch aus weiteren europäischen Staaten: aus den verbündeten Staaten Kroatien und Slowakei, den besetzten Staaten Belgien und Frankreich einschließlich des zunächst nicht besetzten Territoriums der Kollaborationsregierung in Vichy, den Niederlanden und Griechenland, aus dem ehemals verbündeten Staaten Italien und Ungarn. Aus Ungarn wurden nach dem Einmarsch der Wehrmacht ab Mitte Mai 1944 binnen zwei Monaten 437.000 Juden nach Auschwitz verschleppt. Rund 320.000 wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft getötet. Ihre Überreste wurden auf freiem Feld verbrannt. Das war die letzte und zugleich größte Verschleppung zur Vernichtung.

Ermordete im Zwangsarbeitslager Ohrdruf nähe Gotha, einem Außenlager des KZ Buchenwald. (© picture-alliance/AP)

Im gesamten Zeitraum zählten die Konzentrationslager schätzungsweise zwei Millionen (registrierte) Häftlinge. Bis zu 900.000 kamen infolge der Misshandlung, mangelnden Ernährung, katastrophalen hygienischen Bedingungen, durch Menschenversuche, Massenmorde oder im Zuge der Todesmärsche 1945 zu Tode. Hinzurechnen muss man die Zahl jener Juden, die nach ihrer Ankunft in Auschwitz und Majdanek sofort ermordet wurden und gar nicht erst in den eigentlichen Häftlingsbereich gebracht wurden.

Der Kern des Nationalsozialismus zeigte sich im Völkermord an den europäischen Juden. Die systematische, von Staats wegen organisierte und seit 1941 fabrikmäßig betriebene Tötung von sechs Millionen Juden war das spezifische NS-Verbrechen, in dem die nationalsozialistische Rassenpolitik ihren Höhepunkt fand. Doch dass die drakonische Judenverfolgung der Friedensphase nach Kriegsbeginn auf einen Genozid hinauslaufen würde, war nicht von Anfang an ausgemacht. Aber die Radikalität des nationalsozialistischen Weltbildes, die von moralischen Bedenken ungehemmte Gewaltbereitschaft seiner Anhänger, nicht zuletzt die fehlende Bereitschaft zum Widerstand machten den Massenmord zu einer Möglichkeit, die ab 1939 grausame Wirklichkeit wurde. Die Zahl der deutschen Täter im engeren Sinn wird mittlerweile auf 300.000 geschätzt; keine 500 wurden in der Bundesrepublik für ihre Beteiligung am Genozid verurteilt.

Weiterführende Literatur:

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Dr. habil. Jörg Echternkamp

Dr. habil. Jörg Echternkamp

Dr. habil. Jörg Echternkamp, geboren 1963, ist Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Projektbereichsleiter am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), vormals Militärgeschichtliches Forschungsamt (MGFA), in Potsdam. Er hatte zahlreiche Lehraufträge an Universitäten im In- und Ausland; 2012/13 war er Inhaber der Alfred-Grosser-Gastprofessur am Institut d'Études Politiques (Sciences Po) in Paris. Echternkamp forscht und lehrt zur deutschen und europäischen Geschichte vom 18. zum 21. Jahrhundert; Schwerpunkte bilden derzeit die Gesellschafts- und Erinnerungsgeschichte der Weltkriege, der NS-Zeit und der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zu seinen Publikationen zählen: (Hg.) Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 9/1-2: Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939-1945 (München 2004/2005; engl. Oxford 2008/2014), Die 101 wichtigsten Fragen: Der Zweite Weltkrieg, München 2010, Militär in Deutschland und Frankreich 1870-2010, Paderborn 2011 (hg. mit S. Martens), München 2012; Experience and Memory. The Second World War in Europe, Oxford 2010/2013 (hg. mit S. Martens); (Hg.), Wege aus dem Krieg im 19. und 20. Jahrhundert, Freiburg 2012; Die Bundesrepublik Deutschland 1945/49-1969, Paderborn 2013; Gefallenengedenken im globalen Vergleich (hg. mit M. Hettling), München 2013; Soldaten im Nachkrieg 1945-1955, München 2014.


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