zurück 
10.10.2018

Der Übergangsbereich in der Berufsbildung – ungewollte Warteschleife oder "Chancenverbesserungssystem"?

Der Übergangsbereich besteht aus Programmen und Maßnahmen für junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Sie sollen deren Ausbildungschancen verbessern, indem sie die Berufsorientierung stärken und eine erste berufliche Qualifizierung bieten. Auch Schulabschlüsse können hier nachgeholt werden. Die Angebote führen aber zu keinem Berufsabschluss und werden auf eine spätere Ausbildung nicht angerechnet. Nicht nur deshalb gibt es an ihnen auch Kritik.

Schüler und Ausbilder im Berufsvorbereitungsjahr. Nicht alle Jugendlichen erhalten nach der Schule tatsächlich einen Ausbildungsplatz. Viele von ihnen beginnen dann zunächst eine Maßnahme oder ein Programm im sogenannten "Übergangsbereich". (© dpa)


Der Übergang von der Schule in eine berufliche Ausbildung gilt als eine wichtige Phase im Leben junger Menschen. Warum ist das so?



Ein gelingender Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt ist von großer Bedeutung für Jugendliche, denn er betrifft eine wesentliche Phase ihrer psychosozialen Identitätsbildung und gesellschaftlichen Integration. Beim Erwachsenwerden müssen sie einen "eigenen Standort" bestimmen und ihren Lebens- und Berufsweg planen. Ab den letzten Schuljahren stehen sie also gleichzeitig vor den Herausforderungen, eine eigene Persönlichkeit und Identität zu finden, sich beruflich zu orientieren, selbstständig zu werden und mehr Verantwortung zu übernehmen. Diese Findungs- und Entscheidungsprozesse sind sehr anspruchsvoll und komplex. Sie hängen von vielen Faktoren ab, etwa von den sozialen Handlungsspielräumen der Jugendlichen, vom Angebot an (Berufs-)Bildungsmöglichkeiten bei ihnen vor Ort und von ihren Chancen, daran teilzunehmen. Aber auch die Erwartungen von Eltern und Freunden, die den Jugendlichen Orientierung geben, als Vorbilder dienen oder sie beraten, spielen in dieser Phase eine bedeutende Rolle. All diese Aspekte der persönlichen Entwicklung und sozialen Anerkennung sind in den Bildungsangeboten beim Übergang zu berücksichtigen.

Nicht alle Jugendlichen erhalten nach der Schule tatsächlich einen Ausbildungsplatz. Viele von ihnen beginnen dann zunächst eine Maßnahme oder ein Programm im sogenannten "Übergangsbereich". Was genau versteht man darunter?



Der Übergangsbereich besteht aus einem ganzen Bündel an Maßnahmen und Programmen, die sich an Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von der Schule in den Beruf richten. Sie sollen Jugendliche auf die Ausbildung vorbereiten, sie begleiten und coachen, sie bei der beruflichen Orientierung und ersten beruflichen (Teil-)Qualifizierung unterstützen sowie die Möglichkeit bieten, auch allgemeinbildende Schulabschlüsse unterhalb des Abiturs nachzuholen, um ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern. Allen Angeboten ist gemeinsam, dass sie in der Regel nicht auf eine spätere berufliche Ausbildung angerechnet werden können. Das konkrete Angebot und die Ausgestaltung solcher Programme und Bildungsangebote sind nicht standardisiert und unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland sowie nach Zuständigkeiten auf verschiedenen administrativen und politischen Ebenen.

Zum Übergangsbereich gehören im Wesentlichen fünf Handlungsfelder: Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Übergangsmanagement, Nachqualifizierung und Ausbildungsförderung. In diesen Bereichen gibt es zum einen gesetzlich festgeschriebene, bundesweite Regelmaßnahmen oder -instrumente, die also flächendeckend von den damit beauftragten Bildungsträgern angeboten werden. Dazu zählen die qualifizierenden Maßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung nach dem (ordnungsrechtlichen) Berufsbildungsgesetz (BBiG §1, 68 ff), wie etwa die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB), sowie Aktivierungshilfen und Einstiegsqualifizierung (EQ), die die Bundesagentur für Arbeit auf Grundlage des (leistungsrechtlichen) Sozialgesetzbuches durchführen lässt. Sie richten sich an junge Menschen, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt, aber auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bisher keinen Platz gefunden haben. Darüber hinaus gibt es die schulische Berufsvorbereitung auf Länderebene, die auf Grundlage der Schulgesetze der Länder ausgestaltet und von den berufsbildenden Schulen der Bundesländer umgesetzt wird, sowie ergänzende Angebote der Jugendhilfe (nach SGB VIII), wie Jugendsozialarbeit oder Jugendberufshilfe.

Die bekanntesten Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene sind: Darüber hinaus starten einzelne Bundesministerien und Bundesländer eigene Förderprogramme und Initiativen für den Übergang von der Schule in den Beruf, die meist zeitlich begrenzt und auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind. Auch auf EU-Ebene gibt es aktuell ein Programm in diesem Bereich. Hinzu kommen die vielen Projekte privater Akteure, die vor Ort umgesetzt werden, seien es privatwirtschaftliche, ehrenamtliche oder von Stiftungen initiierte Vorhaben.

Die Zahl der Bildungsangebote im Übergangsbereich ist enorm und selbst für Fachleute kaum zu überblicken. Häufig ist auch von "Förderdschungel", "Labyrinth" oder einer "Blackbox" im Übergangsbereich die Rede. Hier bieten die Datenbanken der Fachstelle überaus des BIBB eine Übersicht zu den drei Kategorien Regelmaßnahmen, schulische Bildungsgänge und Förderprogramme (siehe Infobox).

i

Datenbanken zu Bildungsangeboten im Übergangsbereich

Die Fachstelle für Übergänge in Ausbildung und Beruf des BIBB bietet eine Übersicht über Programme, Maßnahmen und Bildungsgänge am Übergang Schule – Beruf:

Regelinstrumente des Bundes
www.ueberaus.de/regelinstrumente

Schulische Bildungsgänge der Länder im Übergangsbereich
www.ueberaus.de/schulische-bildungsgaenge

Förderprogramme in Bund, Ländern und EU
www.ueberaus.de/programme

Warum gibt es den Übergangsbereich und wann ist er entstanden? Welche Erwartungen und Ziele wurden damit verbunden?

Zunächst allgemein: Der Übergang junger Menschen von der Schule in eine Ausbildung ist abhängig vom Ausbildungsmarkt, also dem Verhältnis von angebotenen Ausbildungsstellen zur Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden. Ist die Zahl der nachfragenden jungen Erwachsenen deutlich höher als die der angebotenen Stellen, sorgt der Staat für alternative Bildungsangebote zur Kompensation der fehlenden Ausbildungsstellen bzw. zur Überbrückung. Eine Garantie für einen gelingenden Übergang in eine Ausbildung sind diese Angebote aber nicht, da die jungen Erwachsenen auch nach ihrer Teilnahme an Maßnahmen und Programmen des Übergangsbereichs im Wettbewerb um die meist nicht in ausreichender Zahl angebotenen Ausbildungsstellen stehen.

Angestoßen durch die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den 1970er und 1980er Jahren entstand der "Übergangsbereich" mit staatlich geförderten Angeboten, um berufliche Grundbildung zu vermitteln bzw. Grundlagen für die berufliche Bildung zu legen. Die Politik wollte sich nicht alleine auf die Integrationsfähigkeit der Wirtschaft im berufsbildenden Bereich verlassen und schaffte, in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage, kompensatorische Angebote. Das sogenannte Benachteiligtenprogramm des damaligen Bundesministeriums für Bildung und Wirtschaft (BMBW) startete 1980 mit der "Richtlinie für die Förderung der Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen". Dieses Programm wurde 1988 in das Arbeitsförderungsgesetz (AFG) integriert und 1998 in das Sozialgesetzbuch übernommen. Seit Mitte der 1980er Jahre, aber vor allem ab Ende der 1990er wurde der gesamte Bereich von Übergangsmaßnahmen und -programmen für Jugendliche und junge Erwachsene stark ausgebaut. Mit über 417.000 Neuzugängen begannen im bisherigen Spitzenjahr 2005 insgesamt mehr junge Menschen ein Angebot im Übergangsbereich als ein Studium (vgl. Daten zur integrierten Ausbildungsberichterstattung iABE unter https://www.bibb.de/iabe). 2006 wurde der Übergangsbereich im Bildungsbericht der Bundesregierung erstmals als "dritte Säule" der Berufsbildung neben der dualen und schulischen Ausbildung genannt. In den letzten Jahren ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger jedoch gesunken, auch bedingt durch den demografischen Wandel, also die abnehmende Zahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen in diesen Jahrgängen. Doch obwohl sich die Ausbildungsmarktlage insgesamt im Sinne der Bewerberinnen und Bewerber verbessert hat – mittlerweile gibt es vielerorts mehr freie Ausbildungsstellen als Nachfragende – suchen nach wie vor viele junge Menschen erfolglos.

Bestandsaufnahme: Was wissen wir über den "Übergangsbereich"? Welche Jugendlichen nehmen die Maßnahmen und Programme wahr?

Weil die Maßnahmen und Programme so vielfältig sind und von so vielen unterschiedlichen Initiatoren ins Leben gerufen werden, lässt sich gar nicht genau sagen, wie viele Jugendliche und junge Erwachsene insgesamt an den Bildungsangeboten teilnehmen. Allein die Zahl der Förderprogramme von Bund und Ländern liegt nach der überaus-Datenbank derzeit bei deutlich über 300 Programmen. Um etwas mehr über die Teilnahme an den Angeboten des Übergangsbereichs zu erfahren, helfen uns Daten aus der sogenannten "integrierten Ausbildungsberichterstattung" (iABE) (siehe Infobox).

i

Welche Daten werden in der "integrierten Ausbildungsberichterstattung" (iABE) zum Übergangsbereich erhoben?

In der integrierten Ausbildungsberichterstattung (iABE) werden Daten aus verschiedenen amtlichen Statistiken verknüpft und systematisch den vier (Aus-)Bildungsstationen Berufsausbildung, Übergangsbereich, Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) und Studium zugeordnet. Der "Übergangsbereich" umfasst darin die schulischen Bildungsgänge, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und die Einstiegsqualifizierung (EQ) der Bundesagentur für Arbeit. Nicht enthalten sind die Teilnehmenden in den vielen gesonderten Programmen von Bund und Ländern, die am Übergang angeboten werden, sowie Möglichkeiten, die eher berufsorientierenden oder begleitenden Charakter haben und deren Laufzeit kürzer als ein Jahr ist.

Nach der Schule: In welchen Bereichen der Berufsbildung kamen Jugendliche mit maximal Mittlerem Abschluss unter? Grafik öffnet als PDF! Mehr dazu (© bpb, WZB)

Nach iABE-Daten haben im Jahr 2017 rund 291.000 junge Erwachsene Angebote im Übergangsbereich begonnen. Erwartungsgemäß sind die Teilnehmenden überwiegend junge Menschen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Knapp zwei Drittel aller Teilnehmenden sind derzeit männlich. Etwa 70 Prozent verfügen über keinen oder maximal einen Hauptschulabschluss, rund ein Viertel über einen mittleren Schulabschluss sowie 1,7 Prozent über eine Hochschulzugangsberechtigung. Jedoch zeigt der aktuelle Bildungsbericht 2018 anhand der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) auch: Mit Blick auf die Kompetenzen in den ausbildungsrelevanten Bereichen Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik gibt es bei Jugendlichen mit einem Hauptschulabschluss kaum Unterschiede danach, ob sie einen vollqualifizierenden Ausbildungsplatz erhalten haben oder aber Maßnahmen und Programme im Übergangsbereich besuchen.

Was weiß man über den Nutzen des Übergangsbereichs? Worin funktioniert er gut, wo gibt es Probleme?

Erst Übergangsbereich oder gleich Berufsausbildung? Grafik öffnet als PDF! Mehr dazu (© bpb, WZB)

Über den Nutzen des Übergangsbereichs lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht keine klare Aussage treffen, da die Maßnahmen und ihre Wirkungen am Übergang zwischen Schule und Arbeitswelt bisher wenig erforscht sind. Es gibt jedoch sehr konträre Ansichten dazu. Die Situation ist recht ambivalent: Einerseits erfährt der Übergangsbereich massive Kritik als eine Warteschleife für Jugendliche, da sie dort keine anerkannten beruflichen Qualifikationen erlangen können, zum Teil in mehrere Maßnahmen hintereinander einmünden ("Maßnahmenkarrieren") und sich ihre Chancen am Ausbildungsstellenmarkt als "Altbewerber" auch verschlechtern können. Andererseits werden hier junge Menschen nachweislich unterstützt und gefördert, ihre Berufsbildungsverläufe nehmen mit Orientierungsmaßnahmen, Coaching und ersten praktischen Erfahrungen Konturen an und Anschlüsse in Berufsausbildung und Arbeitswelt gelingen.

Schaut man allein die Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (BA) an, welche die Übergangsquoten ihrer Teilnehmenden in Ausbildung und Beschäftigung ermittelt, so zeigt sich, dass im Jahr 2015 sechs Monate nach Maßnahmenende bei einer Einstiegsqualifizierung 56,3 Prozent und bei einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme 35,9 Prozent der Jugendlichen in regulärer Ausbildung waren. Hinzu kommen 10 bzw. 11,6 Prozent der Teilnehmenden, die bis dahin eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnahmen.

Für den Erfolg maßgeblich ist insbesondere die Qualität der jeweiligen Bildungsangebote. Das bedeutet, es bedarf zum einen passender Rahmenbedingungen durch die Fördergeber, um Maßnahmen und Programme so zu gestalten und durchzuführen, dass sie für die Jugendlichen gewinnbringend sind, und zum anderen einer guten Qualifikation des Bildungspersonals.

Eine Garantie für einen "Übergangserfolg" kann das Übergangssystem jedoch nicht geben. Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es grundsätzlich zunehmende Passungsprobleme, die bisher auch von den Bildungsangeboten im Übergangsbereich nicht ausreichend behoben werden können. So blieben im Jahr 2016 noch immer rund 2,14 Millionen junge Menschen in Deutschland zwischen 20 und 34 Jahren ohne eine berufliche Qualifikation und somit ohne Chance, eine qualifizierte Arbeit aufnehmen zu können. Dem stehen aufseiten der Betriebe jedoch eine zunehmende Zahl an unbesetzten Ausbildungsstellen gegenüber: im Jahr 2017 waren es allein 48.900 – mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2010.

Wodurch gelingt der Übergang Jugendlicher aus dem Übergangsbereich in eine reguläre Ausbildung – wodurch wird er eher verhindert?

Dazu gibt es u. a. die Übergangsstudie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus dem Jahr 2011. Sie zeigt deutlich, dass Praktika in den Betrieben oder betriebliche Phasen den Übergang erleichtern, da sie die Berufsfindungsprozesse der Jugendlichen fördern und häufig "Klebeeffekte" erzeugen, also dazu führen, dass sich Betriebe aufgrund ihrer guten Erfahrung mit den Jugendlichen für den Abschluss eines Ausbildungsvertrages mit ihnen entscheiden. Auch wenn junge Menschen die Angebote im Übergangsbereich dazu nutzen, einen (höheren) Schulabschluss zu erwerben, erleichtert das den Übergang in eine Ausbildung. Nicht zuletzt ist die individuelle Begleitung oder intensive Betreuung der Jugendlichen etwa durch Coaches und berufliche Beratung wesentlich, um ihre Chancen auf eine Ausbildung zu erhöhen. Wobei diese individuelle Beratung und Begleitung möglichst nicht von personellen Wechseln unterbrochen werden sollte. Wir wissen auch: Wenn junge Menschen mehrere Maßnahmen hintereinander, sogenannte "Maßnahmenkarrieren" absolvieren, wirkt sich das häufig negativ auf ihre Chancen aus, später einen Ausbildungsplatz zu erhalten (vgl. Eberhard, Bericht u. a. 2013).

Zum Abschluss: Wäre ein Berufsbildungssystem ohne "Übergangsbereich" das bessere Berufsbildungssystem?

Die Kritik am Übergangsbereich reicht von der Unübersichtlichkeit der Bildungsangebote über deren mangelnde Qualität bis hin zur Produktion von "Maßnahmenkarrieren", die Jugendlichen eher Chancen verbauen. Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass die Arbeit und das, was im Übergangsbereich geleistet wird, ganz wegfallen könnten. Mit etwas Fantasie kann dieser Bereich dennoch anders strukturiert und gestaltet werden. Einige Ansatzpunkte wären: Vor dem Hintergrund der Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt und des drohenden Fachkräftemangels sind solche Anstrengungen auch im Sinne der Wirtschaft. Aufseiten der Betriebe und Unternehmen lässt sich bereits heute eine größere Offenheit feststellen, neue, flexiblere Wege in der Ausbildung einzuschlagen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen benötigen dabei Unterstützung, Jugendliche an die Ausbildung heranzuführen und sie während der Ausbildung zu begleiten, so wie es vom Übergangsbereich her bekannt ist. Insofern müssten solche Unterstützungsleistungen auch direkt in den regulären Ausbildungs- und Arbeitsmarkt eingebracht werden. Das Ziel muss sein, den Übergangsbereich abzuschmelzen und stattdessen allen Jugendlichen reguläre, das heißt zertifizierte und vollqualifizierende, Angebote zu unterbreiten. Das bedeutet nicht, dass es im Übergangsbereich nur um die Integration Jugendlicher in die Arbeitswelt, also um wirtschaftliche Verwertungsprozesse gehen sollte. Wesentlich ist vielmehr auch die individuelle Entwicklung im Sinne einer "Bildung für das Leben". Daher ist eine sinnvolle Verbindung der Lebenswelt Jugendlicher mit der Arbeitswelt geboten, die die individuellen Wünsche und manchmal auch holprigen Wege junger Erwachsener stärker in Einklang mit den berufsbiografischen Schritten bringt.

Weiterführende Literatur

Arndt I., Neises F., Weber K.: "Inklusion im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Hintergründe, Herausforderungen und Beispiele aus der Praxis." Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn 2018. https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/9556

Eberhard V., Beicht, U., Krewerth A., Ulrich J. G.: "Perspektiven beim Übergang Schule – Berufsausbildung. Methodik und erste Ergebnisse aus der BIBB-Übergangsstudie 2011", Schriftenreihe des Bundesinstituts für Berufsbildung, Heft-Nr. 142, Bonn 2013.
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/ Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/
Autor: Frank Neises für bpb.de
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

Frank Neises

Frank Neises

Frank Neises

Frank Neises ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Er hat an der Universität Trier Pädagogik und Medienkommunikation studiert und seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Ausbildungsförderung, Berufsorientierung, Inklusion und Übergang Schule - Beruf. Zuletzt ist von ihm erschienen: Granato M., Neises F. (Hg.): "Geflüchtete und berufliche Bildung", Wissenschaftliches Diskussionspapier des BIBB, Heft-Nr. 187, Bonn 2017.


Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln