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16.10.2015

Fakten gegen Vorurteile

Statistik: Mit interaktiven Grafiken wird gezeigt, wie sich die Zahl der Flüchtlinge und deren Situation in der Region entwickeln.

Flucht in Zahlen (© bpb)



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Idee



Das Leben von Flüchtlingen in Deutschland bewegt auch die Menschen in Baden-Württemberg. "Seit Monaten wird darüber diskutiert", erzählt Yannick Dillinger, Leiter der Digitalredaktion der Schwäbischen Zeitung aus Ravensburg. Die Debatte werde sehr emotional geführt, häufig bestimmten Gerüchte und Vorurteile die Meinungen. "Dem wollten wir mit Zahlen, Fakten und Geschichten begegnen", sagt der Redakteur. Im Rahmen eines Dossiers entstand so die Idee, interaktive Grafiken zu erstellen.

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Drehbuch

Zeitung: Schwäbische Zeitung
Auflage: 169.400*
Kontakt: Yannick Dillinger
Telefon: 0751 2955 1491
E-Mail: y.dillinger@schwaebische.de

Recherche

"Es galt zum Beispiel zu ermitteln, wie viele Flüchtlinge tatsächlich in die Region kommen, welcher Ort wie viele von ihnen aufnimmt, wie sie dort leben und woher sie kommen", erklärt Dillinger den Ansatz der Redaktion. Bei der Recherche habe man sich bewusst Zeit gelassen, um verlässliche Zahlen zu erhalten und "die richtigen Quellen anzuzapfen". Dabei führte der Weg in der Regel über das Statistische Landesamt.

Umsetzung



Die Grafik entwickelte man gemeinsam in der Digitalredaktion, Redakteur Marco Weiß sammelte die Daten, Redakteurin Ingrid Augustin fertigte die Grafik. "Wir nutzten das Tool Infogr.am", erzählt Dillinger. Es zeichne sich vor allem durch seine intuitive Bedienung und die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten aus. Man habe eine möglichst seriöse Darstellungsform gewählt, die Grafik sollte nicht zu verspielt wirken und auf den ersten Blick verständlich sein. Zum Dossier gehörten außerdem ein interaktives Glossar, eine aufwendige Multimediareportage sowie Hintergründe und Kommentierungen.

Aufwand



Die Grafiken habe man, auch wegen des Tools, recht schnell erstellt. Aufwendiger sei die Datenrecherche gewesen, die einen vollen Tag in Anspruch genommen habe.

Reaktionen



"Menschen, die Flüchtlingen und Asylbewerbern grundsätzlich kritisch gegenüberstehen, sind nach meiner Erfahrung oft wenig empfänglich für Zahlen und Fakten", meint Dillinger. So habe es die üblichen kritischen Stimmen gegeben, Zahlen seien häufig umgedeutet worden. Positive Resonanz gab es aber ebenfalls: "Gerade für die sachliche Umsetzung und die Darstellungsform wurden wir gelobt", erzählt Dillinger.

Link



Hier geht’s zu Infografik und Dossier: www.schwaebische.de/fluechtlinge-bw

Yannick Dillinger leitet die Digitalredaktion der Schwäbischen Zeitung.
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