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16.2.2016

Glossar

Von Advocacy bis Warlords: Das Glossar erläutert wichtige Schlagwörter zum Thema.

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Versicherheitlichung ("Securitization")

Versicherheitlichung ist ein zentrales Konzept der sogenannten Kopenhagener Schule (u.a. Barry Buzan, Ole Waever und Jaap de Wilde) von Anfang der 1990er Jahre. Das Konzept zeigt auf, wie durch einflussreiche politische Akteure relevante Themen als "Sicherheitsprobleme" dargestellt werden, um so gesellschaftliche Aufmerksamkeit und Unterstützung für deren "Lösung" zu mobilisieren. Unter Verweis auf eine angebliche sicherheitsgefährdende Ausnahme- bzw. Bedrohungssituation wird suggeriert, dass die Probleme nur mit außerordentlichen Maßnahmen unter Umgehung demokratischer Regeln und Verfahren kontrolliert und gelöst werden können.

Der konstruktive Gegenentwurf zur Versicherheitlichung ist die Politisierung ("politicization"). Bei der Politisierung einer Thematik werden Probleme öffentlich debattiert und innerhalb der üblichen politischen Vorgehensweisen behandelt. Regeln und Normen werden eingehalten, politische Akteure können zur Verantwortung gezogen werden.



Fußnoten

1.
Galtung, Johan/Ruge, Mari Holmboe (1965): The Structure of Foreign News. The Presentation of the Congo, Cuba and Cyprus Crisis in Four Norwegian Newspapers, in: Journal of Peace Research, No. 2, S. 64–91.
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