Waldheims Walzer

Ein Film von Ruth Beckermann

von: Ruth Beckermann

Der Film zeichnet die Affäre um Kurt Waldheim nach, der von 1972 bis 1981 UN-Generalsekretär ist und 1986 österreichischer Bundespräsident werden will. Während des Wahlkampfs werden Lücken in seiner Kriegsbiografie aufgedeckt. Ein Film über Lüge und Wahrheit. Über "alternative Fakten". Und über individuelles wie kollektives Bewusstsein.

Inhalt

Während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 kam heraus, dass Waldheim SA-Mitglied war und seinen Lebenslauf geschönt hatte. Der Jüdische Weltkongress mobilisierte daraufhin die Öffentlichkeit, es gab weltweite Proteste. In Österreich reagierten Waldheims Unterstützer mit einem nationalen Schulterschluss, mit Verteidigungs- und Ablenkungsmanövern, die von Appellen an das Volksempfinden bis zu offenem Antisemitismus reichten. Waldheim wurde trotz aller internationalen Proteste schließlich gewählt.

Mehr als 30 Jahre später analysiert Ruth Beckermann mit ihren eigenen Bildern und mit einer Fülle an Archivmaterial diesen Wendepunkt der österreichischen Nachkriegsgeschichte. "Waldheims Walzer" zeigt die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle – damals wie heute.

Weitere Informationen

  • Buch und Regie: Ruth Beckermann

  • Montage: Dieter Pichler

  • Produktion: Ruth Beckermann

  • Produktion: 10.2018

  • Spieldauer: 01:33:45

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung

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