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10.3.2021

Mobilität

Mobilfunkdaten

Mit Beginn der Coronakrise Mitte März zeigte sich deutschlandweit ein Rückgang der Mobilität der Bevölkerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung anonymisierter Mobilfunkdaten des Statistischen Bundesamtes, auf deren Basis ein experimenteller Mobilitätsindikator berechnet wurde. Mobilfunkdaten können einen Hinweis darauf geben, wie stark sich das Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger nach Inkrafttreten von Beschränkungsmaßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie verändert. Dahinter steht die Annahme, dass mit einer Verringerung der Mobilität auch die Zahl sozialer Interaktionen zurückgeht – und somit auch die Ansteckungsgefahr.

Im Durchschnitt ist die Mobilität in Deutschland im zweiten Quartal 2020 zeitweise um über 30 % zurückgegangen. Im Vergleich der Bundesländer waren nur geringe Unterschiede zu beobachten. Gerade in den Sommermonaten sind aber auch vereinzelt Abweichungen zu erkennen: Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern war die Mobilität gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erhöht. Dies ist möglicherweise auf das veränderte Urlaubsverhalten der Bevölkerung zurückzuführen. Andererseits ging die Mobilität in den Stadtstaaten (siehe beispielhaft Berlin in Abbildung 6) stärker zurück als im Bundesdurchschnitt.

Veränderung der Mobilität 2020 gegenüber 2019 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Veränderung der Mobilität auf Landkreisebene am Sonntag, 29. März 2020 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Veränderung der Mobilität auf Landkreisebene am Sonntag, 9. August 2020 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Entwicklung der Mobilität in Deutschland ging im März und April 2020 während des ersten Lockdowns insgesamt deutlich zurück – auf der Schiene noch mehr als auf der Straße. Während der Fernverkehr auf der Straße ab August wieder das Vorjahresniveau erreicht hatte, blieb der Bahnverkehr weiter unter dem üblichen Fahrgastaufkommen zurück (etwa – 35 % im September). Der innerdeutsche Flugverkehr brach Mitte März 2020 fast vollständig ein und hat sich seitdem nur leicht erholt.

Mobilität im Fernverkehr — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Fluggastzahlen

Tausende Flüge gestrichen, komplette Flugzeugflotten am Boden: Die Coronakrise hat den Luftverkehr weltweit zeitweise fast zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen lassen sich gut an den Fluggastzahlen auf den deutschen Flughäfen beobachten. Gehen diese sonst üblicherweise im März nach oben, sind sie im März 2020 abgestürzt und haben im April 2020 mit nur noch 300.000 Passagierinnen und Passagieren (April 2019: 21,1 Millionen) ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht.

Die Zahl der Flugpassagiere insgesamt umfasst alle Fluggäste, die an den deutschen Hauptverkehrsflughäfen gestartet oder gelandet sind.

Der Lkw-Maut-Index

Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex liefert frühzeitig Anhaltspunkte zur Entwicklung der Industrieproduktion in Deutschland. Er wurde im Bundesamt für Güterverkehr entworfen und zeigt die Veränderung der Fahrleistung, das heißt die Summe der gefahrenen Kilometer, von großen Lkw (mit mindestens vier Achsen) auf deutschen Bundesautobahnen. So kann man zum einen sehen, wie viele Lkw auf den Straßen unterwegs waren: Ab Ende März 2020 ist hier ein deutlicher Rückgang zu beobachten. Zum anderen ist es möglich, daraus Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung zu ziehen, denn die Industrie verursacht und benötigt den Transport von Gütern. Die Daten liegen mit täglicher Frequenz vor. 0

Lkw-Maut-Fahrleistungsindex 2020 – 2015 = 100 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


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