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counter 19.9.2019

Bevölkerung mit Migrationshintergrund I

In absoluten Zahlen, Anteile an der Gesamtbevölkerung in Prozent, 2018

Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus – Bevölkerung mit Migrationshintergrund
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In Deutschland hat rund jede vierte Person einen Migrationshintergrund – in Westdeutschland galt dies im Jahr 2018 für 28,6 Prozent und in Ostdeutschland für 8,0 Prozent der Bevölkerung. Bezogen auf die Bundesländer leben die meisten Personen mit Migrationshintergrund in Nordrhein-Westfalen (2018: 25,8 Prozent). Ihr Anteil an der Bevölkerung ist in Bremen am höchsten (35,1 Prozent). Von allen Personen mit Migrationshintergrund sind knapp zwei Drittel selbst eingewandert und gut ein Drittel ist in Deutschland geboren (64,7 bzw. 35,3 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund sind Deutsche (52,4 Prozent). Mittelfristig wird sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund weiter erhöhen: 2018 hatten 40,6 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund.

Fakten



Im Jahr 2018 hatten 20,8 Millionen der insgesamt 81,6 Millionen Einwohner in Deutschland einen Migrationshintergrund (Zugewanderte und ihre Nachkommen) – das entspricht einem Anteil von 25,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Von den 20,8 Millionen Personen mit Migrationshintergrund waren 10,9 Millionen Deutsche und 9,9 Millionen Ausländer (52,4 bzw. 47,6 Prozent).

Rund zwei Drittel der Personen mit Migrationshintergrund – 13,5 Millionen bzw. 64,7 Prozent – waren 2018 selbst Migranten (erste Generation). Die Personen mit eigener Migrationserfahrung unterteilen sich in Ausländer (40,2 Prozent) und Deutsche (24,5 Prozent) – und ergeben zusammen die genannten 64,7 Prozent. Personen ohne eigene Migrationserfahrung, also Migranten in zweiter oder dritter Generation, machten gut ein Drittel der Personen mit Migrationshintergrund aus (35,3 Prozent). Diese Gruppe teilt sich in Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung (27,9 Prozent) und Ausländer, die ebenfalls in Deutschland geboren wurden (7,4 Prozent).

Die Deutschen mit eigener Migrationserfahrung (24,5 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund) untergliedern sich in (Spät-)Aussiedler (12,7 Prozent), selbst zugewanderte Eingebürgerte (10,1 Prozent) sowie selbst zugewanderte Adoptierte und als Deutsche Geborene (0,3 bzw. 1,4 Prozent). Die Deutschen mit Migrationshintergrund, aber ohne eigene Migrationserfahrung (27,9 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund), lassen sich ebenfalls unterteilen: Die beiden Gruppen Eingebürgerte (2,8 Prozent) und Adoptierte (0,1 Prozent) sind dabei deutlich kleiner als die Gruppe der als Deutsche Geborenen (25,0 Prozent). Letztere sind zum Beispiel Kinder von Eingebürgerten, deutsche Kinder ausländischer Eltern oder Kinder von (Spät-)Aussiedlern.

Im Jahr 2018 lebten 95,3 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund in Westdeutschland und Berlin. Mehr als jede vierte Person mit Migrationshintergrund lebte dabei in Nordrhein-Westfalen (25,8 Prozent), jeweils etwa jede Sechste in Baden-Württemberg und Bayern (17,5 bzw. 15,8 Prozent). Bezogen auf die jeweilige Bevölkerung der Bundesländer war ihr Anteil in den Stadtstaaten Bremen (35,1 Prozent), Hamburg (33,3 Prozent) und Berlin (31,6 Prozent) sowie in den Flächenländern Hessen (33,6 Prozent), Baden-Württemberg (33,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (30,4 Prozent) am höchsten. In Ostdeutschland lag der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung bei lediglich 8,0 Prozent (Westdeutschland mit Berlin: 28,6 Prozent, Deutschland: 25,5 Prozent).

59,9 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund lebten 2018 in städtischen, 12,7 Prozent in ländlichen Regionen. Auf Gemeindeebene gilt, dass je größer die Einwohnerzahl der Gemeinde ist, desto größer ist tendenziell auch der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung: Während beispielsweise der Anteil in den Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern im Jahr 2018 bei 8,7 Prozent lag, hatte in den Gemeinden mit 20.000 bis unter 50.000 Einwohnern durchschnittlich etwa jede vierte Person einen Migrationshintergrund (26,1 Prozent). In den Gemeinden mit 500.000 Einwohnern und mehr lag der entsprechende Anteil bei 35,1 Prozent.

Mittelfristig wird sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund weiter erhöhen: Im Jahr 2018 hatten in Deutschland 40,6 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund – in der Gruppe der 40- bis unter 45-Jährigen lag der entsprechende Anteil im selben Jahr bei 34,2 Prozent und bei den 80- bis unter 85-Jährigen bei 8,6 Prozent.

Europa ist für die Migration in Deutschland besonders bedeutsam: 35,7 Prozent der 20,8 Millionen Personen mit Migrationshintergrund stammten 2018 aus einem der 27 anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, weitere 29,6 Prozent aus einem anderen europäischen Staat. Die meisten der 20,8 Millionen Personen mit Migrationshintergrund stammten im Jahr 2018 aus der Türkei (13,3 Prozent), gefolgt von Polen (10,8 Prozent), Russland (6,6 Prozent), Rumänien und Italien (4,6 bzw. 4,2 Prozent). Kasachstan und Syrien sind mit Anteilen von 6,0 bzw. 3,9 Prozent die wichtigsten nicht-europäischen Herkunftsländer (immer bezogen auf das eigene Geburtsland bzw. das Geburtsland der Eltern).

Im Mikrozensus 2018 gaben rund 2,6 Millionen Personen an, als Aussiedler- bzw. Spätaussiedler nach Deutschland gekommen zu sein. Die meisten (Spät-)Aussiedler kommen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (2018: 1,6 Mio.) – darunter vor allem aus Kasachstan (733.000) und aus Russland (654.000). Daneben sind Polen (732.000) und Rumänien (224.000) wichtige Herkunftsländer.

Datenquelle



Statistisches Bundesamt: Mikrozensus – Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Nach der Definition des Statistischen Bundesamtes hat eine Person einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt: Die Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges und ihre Nachkommen gehören nicht zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Eine Person hat dann eine eigene Migrationserfahrung, wenn sie im Ausland geboren ist. Sie ist damit ein Zuwanderer. Eine Person hat keine eigene Migrationserfahrung, wenn sie in Deutschland geboren ist.

Ausländer/innen sind Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind. Dazu zählen auch Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit. Sie können in Deutschland geboren oder zugewandert sein.

(Spät-)Aussiedler/innen: Spätaussiedler sind im amtlichen Sprachgebrauch seit dem 1. Januar 1993 Menschen, die im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens als deutsche Volkszugehörige nach Deutschland übergesiedelt sind. Vorher wurden sie nach dem Bundesvertriebenengesetz als Aussiedler bezeichnet. Der Begriff umfasst vor allem die Angehörigen von deutschen Minderheiten, deren Familien teilweise seit Generationen in Ostmitteleuropa, Osteuropa, Südosteuropa und teilweise in Asien gelebt haben und die seit 1950 und verstärkt seit 1989 in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sind.

Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Es wird mit rund 830.000 Personen in etwa 370.000 privaten Haushalten und Gemeinschaftsunterkünften fast 1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zu seinen Arbeits- und Lebensbedingungen befragt.

Im Jahr 2018 waren von den 20,8 Millionen Personen mit Migrationshintergrund 1,2 Millionen in Deutschland geborene Personen mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsangehörigkeit seit Geburt haben, aber nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben. Diese Gruppe wird jedoch nicht bei jedem Mikrozensus erfasst. Wird diese Gruppe von den Personen mit Migrationshintergrund abgezogen, bleiben 19,6 Millionen Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinn.

Ab 2017 werden beim Mikrozensus nur noch bei der Bevölkerung in Privathaushalten alle Merkmale erhoben. Für die 1,333 Millionen Menschen in Gemeinschaftsunterkünften (2018) liegen hingegen nur noch einige ausgewählte Angaben vor, die eine Bestimmung des Migrationshintergrunds nicht mehr zulassen. Die hier gemachten Angaben beziehen sich daher nur noch auf die Bevölkerung in Privathaushalten. Zur weiteren Methodik beim Mikrozensus 2018 siehe "Methodische Bemerkungen" in der PDF-Icon Fachserie 1 Reihe 2.2.

Informationen zum Thema Einbürgerung finden Sie hier...

Informationen zum Thema (Spät-)Aussiedler finden Sie hier...

Bevölkerung mit Migrationshintergrund I

In absoluten Zahlen, Anteile an der Gesamtbevölkerung in Prozent, 2018

in Tsd. in Prozent
Gesamtbevölkerung 81.613 100,0
davon:
ohne Migrationshintergrund 60.814 74,5
mit Migrationshintergrund1 20.799 25,5
davon:
Ausländer mit eigener Migrationserfahrung 8.371 10,3
Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung 1.536 1,9
Deutsche mit eigener Migrationserfahrung 5.087 6,2
Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung 5.806 7,1
1 die Bevölkerung mit Migrationshintergrund "im weiteren Sinn" umfasst auch in Deutschland geborene Deutsche mit Migrationshintergrund, die nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Mikrozensus – Bevölkerung mit Migrationshintergrund
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