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11.11.2014

Historische Hintergründe ukrainisch-russischer Konflikte

Wozu dient eigentlich die Geschichte? Ausgehend von dieser scheinbar naiven Frage seiner Tochter entwarf der französische Historiker Marc Bloch seine theoretische Standortbestimmung und Selbstvergewisserung, die als "Apologie der Geschichte" bis heute fasziniert und zum Rüstzeug jedes Studierenden der Geschichtswissenschaft gehören sollte.[1] Ich werde in der Folge ähnlich vorgehen und fünf einfache, tatsächlich aber schwierige Fragen stellen, die für das ukrainisch-russische Verhältnis von zentraler Bedeutung sind, und versuchen, sie möglichst knapp zu beantworten.

Was ist die Ukraine?

Ursprünglich handelt es sich um eine "historische Landschaft", einen Übergangsraum zwischen den polnischen, osmanischen und russischen Großreichen – vor allem aber um ein multiethnisches und bis ins 17. Jahrhundert politisch kaum oder nur schwach strukturiertes Gebiet. Die Einflusssphären Polens und Russlands wurden in etwa durch den Dnjepr getrennt, osmanische Vasallenstaaten dominierten den südwestlichen Teil einschließlich der Krim. Zwischen ihnen behaupteten sich zeitweise Kosakengesellschaften, die zwischen den imperialen Mächten lavierten. Kurz: die Ukraine war lange Zeit das genaue Gegenteil eines Territoriums.

Das änderte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts, als sich das Russische Reich nach Süden und Westen ausdehnte, gemeinsam mit Österreich und Preußen Polen von der Landkarte strich und die Krim- und Jedisan-Khanate vernichtete. Von dieser Zeit an befand sich mit Ausnahme Galiziens, das durch die polnischen Teilungen an Österreich fiel, der größte Teil der Ukraine unter russischer Herrschaft. Die Autonomie der Kosaken wurde abgeschafft und die Großregion in Gouvernements aufgeteilt, die nach administrativen, nicht nach ethnischen, kulturellen oder historischen Kriterien gestaltet wurden. So entstanden zwar zarische Provinzen, aber kein ukrainisches Verwaltungsgebiet. Offiziell blieb es dabei bis 1917.

Gleichwohl begannen zu Beginn des 19. Jahrhunderts Intellektuelle zunehmend von den Ukrainern, der ukrainischen Kultur und Sprache zu sprechen, vor allem aber auch die Ukraine als Territorium zu denken. Seinen Höhepunkt fand das in den 1890er Jahren in der Definition, das Land der Ukrainer reiche "vom Bug bis an den Don".[2] Mit den politischen Realitäten hatte all dies nicht viel zu tun – mit den ethnischen auch nicht: 1897 bekannten sich bei der ersten Volkszählung im Russischen Kaiserreich etwa zwei Drittel der Menschen in diesem Gebiet zur ukrainischen, offiziell "kleinrussischen" Sprache. Der Rest sprach russisch, polnisch oder andere Sprachen.[3] Die ukrainischsprachige Bevölkerung konzentrierte sich wesentlich in den nördlichen Gebieten – darin spiegelte sich die zarische Eroberungsgeschichte der Großregion wider, deren Spuren bis heute prägend sind. Denn in den später eroberten südlichen Gebieten wurden vor allem Russen angesiedelt, weshalb man sie "Neu-Russland" nannte.

Im März 1917 ergab sich für nationale Aktivisten die Gelegenheit, die Idee einer vom Bug bis an den Don reichenden Ukraine zu realisieren. Zar Nikolaus II. hatte abdanken müssen, die Februarrevolution das Zarenreich hinweggefegt. In Petrograd (heute St. Petersburg) traten Provisorische Regierung und revolutionärer Sowjet die "Doppelherrschaft" an. In Kiew konstituierte sich die weniger revolutionäre als vielmehr nationalistische "Rada", das hiesige Pendant zum Sowjet, und erhob den Anspruch, für die Ukrainer und die Ukraine zu sprechen. Ihre Autorität und Macht aber waren beschränkt. Zum einen hatte sie keinen administrativen Apparat in den Provinzen, weil die zarischen Behörden ersatzlos aufgelöst worden waren und die Rada nichts an ihre Stelle setzen konnte. Zum anderen machten die Rada-Politiker denselben Fehler wie die Provisorische Regierung in Petrograd: Sie vertagten eine grundlegende Bodenreform auf die Einberufung der "Konstituierenden Versammlung" und versagten der eigenmächtigen "schwarzen" Umverteilung des Gutslandes durch die Bauern ihre Anerkennung. Genau diese Anerkennung sprachen die Bolschewiki als eine ihrer ersten Maßnahmen aus, als sie sich im Oktober 1917 an die Macht putschten. Die Rada beeilte sich, die Unabhängigkeit der Ukraine zu proklamieren und rief die Ukrainische Volksrepublik (UNR) aus. Aber ohne schlagkräftige Armee, ohne territoriale Organisation und vor allem ohne Autorität unter der Masse der bäuerlichen Bevölkerung war die UNR mehr dem Anspruch als der Sache nach ein Staat, der den Bolschewiki keinen wirksamen Widerstand entgegensetzen konnte.[4]

Es waren deutsche und österreichisch-ungarische Truppen, die im Ersten Weltkrieg Realität werden ließen, wovon die Rada nur hatte reden können. Die Regierungen in Berlin und Wien brauchten im vierten Weltkriegsjahr dringend Nahrungsmittel, und die Situation bot Gelegenheit, der UNR offiziell "zu Hilfe" zu kommen, faktisch aber die Ukraine als "Kornkammer" für die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu erobern. Im März 1918 mussten die Bolschewiki im Frieden von Brest-Litowsk unter überlegenem militärischen Druck auf "die Ukraine" verzichten. Was das im Einzelnen bedeutete, entschieden die Interessen der Mittelmächte und der Vormarsch ihrer Truppen. Letztere machten im Mai 1918 erst am Don Halt – nicht weil ukrainische Politiker das so wollten, sondern weil die Deutschen auch an den Kohle- und Erzvorkommen der Donbass-Region Interesse hatten.[5] Wie wenig es auf die Rada oder die UNR ankam, hatte sich schon Ende April gezeigt, als die Mittelmächte den Putsch des ehemaligen zarischen Generals Pawlo Skoropadsky förderten, sanktionierten und ihn als "Hetman" einer formell unabhängigen Ukraine akzeptierten. Im Gegensatz zur "revolutionären" Rada konnte Skoropadsky den ehemaligen zarischen Verwaltungsapparat in den Provinzen reaktivieren. Dies und die Bajonette der Besatzer begründeten das erste Mal in der Geschichte einen effektiven ukrainischen Staat und ein vom Bug bis an den Don reichendes ukrainisches Territorium.

Die deutsche Rolle im ukrainischen Staatsbildungsprozess wird häufig übergangen, weil sie scheinbar nicht in das Narrativ einer sich selbst zu staatlicher Geltung bringenden ukrainischen Nation passt. Wenn die Bolschewiki, die die Ukraine nach dem Abzug der Mittelmächte rasch besetzten, die "deutsche Form" beibehielten, so lag das weniger an den ethnischen und kulturellen Verhältnissen, sondern daran, dass sie Erben der Zaren und damit wider Willen zu Imperialisten wurden. Lenin interpretierte den Widerstand, den Bauern in der Ukraine gegen forcierte Getreideabgaben geleistet hatten, als Ausdruck ukrainischen Nationalgefühls und sah sich gezwungen, den "großrussischen Chauvinismus" um des Überlebens der bolschewistischen Revolution willen in die Schranken zu weisen. Diese Analyse Lenins war wie viele andere falsch, gab den Bolschewiki im Chaos aber Orientierung.

Die sowjetische Nationalitätenpolitik ging davon aus, dass die faktische imperiale Restauration, die die Bolschewiki bei ihrem Vormarsch betrieben, als nationale Befreiung repräsentiert werden müsse. Deshalb wurden Völker und nationale Republiken konstruiert und wurde die Bildung nationaler bolschewistischer Kader vorangetrieben, damit der zentralistische Herrschaftsanspruch der Bevölkerung in Gestalt "eigener" nicht "fremder" Herrschaftsagenten gegenübertreten konnte: National in der Form, sozialistisch im Inhalt sollten diese Republiken sein.[6] Das territoriale Maximalformat der Ukraine, an das seit jener Zeit Landkarten das Auge gewöhnten, verdankte sich nicht zuletzt der Integration dieses machtlosen Gebildes in die imperiale Struktur der Sowjetunion. Die ukrainische Nationalbewegung oder die Ukrainer hatten daran wenig Anteil gehabt. Dafür gibt es Gründe, die mit den beiden folgenden Fragen zusammenhängen.

Wer sind die Ukrainer?

Seitdem die Geschichtsschreibung "primordiale" Nationskonzepte (also die Vorstellung, dass Nationen ursprüngliche, quasi "natürliche" Gebilde sind) verworfen hat, lautet die kurze Antwort darauf: Wie alle Nationen ist auch die ukrainische ein Konstrukt, das von seiner diskursiven Reproduktion und materiellen Effizienz lebt. Indem Menschen sich auf der Grundlage empirisch erfahrbarer Gemeinsamkeiten wie Sprache, Kultur oder Tradition handelnd auf das Konzept der Nation beziehen, machen sie es materiell wirksam. Jenseits eines solchen bezugnehmenden Handelns ist die Nation nichts.[7] Die Nation, die von Wissenschaftlern in der Regel als eines der wichtigsten Phänomene überhaupt beschrieben wird, ist im Alltag das Allerunwichtigste. Sie ist eine Sonntags- oder Feiertagsangelegenheit. Gleichwohl wird sie lebensweltlich relevant, wo Kaufleute, Beamte, Intellektuelle Anlass haben, in überregionalen Zusammenhängen zu denken und zu handeln – weniger aber bei Bauern, deren Lebenswelt in früheren Zeiten oft auf das Dorf, die Familie und ihre Wirtschaft beschränkt war und selten bis zur nächsten Stadt reichte.[8]

Die "Ukrainer" waren seit der Frühen Neuzeit und bis ins 20. Jahrhundert in der überwältigenden Mehrheit Bauern, die in prekären ökonomischen Verhältnissen lebten. Der Abschluss ihrer "Ethnogenese", das heißt die Stabilisierung sprachlicher, kultureller und traditioneller Eigenarten, wird in der Regel auf das 18. Jahrhundert veranschlagt.[9] Aber Ethnogenese macht noch keine Nation – sie ist allenfalls eine Voraussetzung dafür. Handel, Verwaltung, Bildung – alle überregionalen sozialen Funktionen lagen in den Händen anderer ethnisch-religiöser Gruppen. Es fehlte den "Ukrainern" damit an sozialen Schichten, die Träger und Praktiker der nationalen Idee waren. Die Identität der meisten ukrainischsprachigen Bauern kreiste mehr um Religion, Region und lokale Zugehörigkeit. Daher auch die Anführungszeichen, denn Konflikte mit anderen sozialen Gruppen wie katholischen Polen oder Juden wurden eher in religiösen Differenzen gedacht. Und wenn Bauern in Osteuropa über sich sprachen, bezeichneten sie sich meistens als "orthodox" oder als aus einer bestimmten Region stammend, selten aber nach ethnischen Kriterien.

Ein solcher "Regionalismus" ist nichts Ungewöhnliches: Er dominierte auch große Teile des ländlichen Frankreichs bis ins 20. Jahrhundert.[10] Aber in Frankreich gab es einen Staat und soziale Eliten, die die Nation permanent symbolisch und materiell reproduzierten – nichts davon galt für die ukrainischsprachige Bevölkerung im Russischen Kaiserreich. Etwas anders lagen die Dinge im Habsburgerreich, dessen politisches System seit inneren Krisen und dem "Reichsausgleich" von 1867 auf komplizierten Aushandlungsprozessen zwischen den Völkern des Imperiums beruhte. Ukrainischen Nationalisten kam hier entgegen, dass Wien daran interessiert war, dass die "Ruthenen" im Kronland Galizien ein gewisses Gegengewicht gegen den polnischen Adel bildeten. Die größere innenpolitische Liberalität in Österreich-Ungarn ermöglichte den Intellektuellen auch, über Vereinstätigkeiten Kontakt mit den ukrainischsprachigen Bauern aufzubauen. Vor allem im Habsburgerreich kam es zu einer nennenswerten ukrainischen Nationsbildung, vor allem aber zur Ausbildung einer qualitativ und quantitativ signifikanten ukrainischen Nationalbewegung, die ihr geistiges Zentrum an der Universität Lemberg hatte. Deshalb sprach man von Galizien in Anlehnung an das italienische Risorgimento auch vom "ukrainischen Piemont".[11]

Wie wenig die ukrainische Nation den ukrainischsprachigen Bauern des Zarenreiches sagte, zeigte sich in Situationen, die für Nationsbildungsprozesse in der Regel hervorragende Chancen bieten: imperiale Krisen. Die erste erlebte das Zarenreich 1905. Im Sommer war die Lage der Regierung so verzweifelt, dass sie sich zu konstitutionellen Reformen herbeiließ. Bauern in der Ukraine fielen in dieser Zeit vor allem durch Beteiligung an Judenpogromen und Plünderungen adliger Güter auf. Es war eine klassische Jacquerie, die sich gegen die sozialen Eliten und vermeintliche ökonomische Ausbeuter richtete und "Gerechtigkeit" herstellen wollte.[12] Nicht grundsätzlich anders sah es 1917 und während des folgenden Bürgerkrieges aus. Die Bauern zeigten vor allem ein Interesse an Land und Freiheit vor obrigkeitlichem Abgabedruck. Die ukrainischen Nationalisten konnten "ihre" Bauern nur in geringem Maße mobilisieren. Eher schon gelang das lokalen oder regionalen warlords (Atamanen), die ihre eigenen Ziele verfolgten, oft aus der hiesigen Bauernschaft stammten und den Bauern nicht die Taube auf dem Dach, sondern den Spatz in der Hand versprachen.[13] Der große Erfolg dieser bäuerlichen Kriegsherren zeigt, dass die meisten ukrainischsprachigen Bauern kein Vertrauen in nationale oder staatliche Konzepte hatten. Das war auf die Schwäche der ukrainischen Nationalbewegung, aber auch auf das Fehlen historischer Vorbilder eines Staatswesens oder -territoriums zurückzuführen, auf die Werbung für die ukrainische Sache hätte Bezug nehmen können.

Die "Ukrainisierung" infolge der sowjetischen Nationalitätenpolitik brachte in den 1920er Jahren den ukrainischen Nationsbildungsprozess zwar voran, änderte aber wenig daran, dass die Ukrainer eine überwiegend dörfliche Bevölkerung blieben.[14] Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Folge des Holocausts sowie der stalinschen Deportationen wurden mehr Ukrainer zu Städtern und überregionalen Akteuren. Urbanisierung und Differenzierung der ukrainischsprachigen Bevölkerung trugen erheblich zur Nationsbildung bei. Sie verlief allerdings unter sowjetischen Vorzeichen. Russisch blieb die Sprache der Macht, Ukrainisch diejenige der Kolchose.[15] Die sowjetische Entwicklungspolitik wiederum konzentrierte sich auf die eher russischsprachigen östlichen Gebiete, während der Westen strukturschwach blieb. Die Kombination aus relativer Vernachlässigung und politischer Tradition führte dazu, dass sich in der mittlerweile sowjetisch gewordenen Region um Lemberg ein relativ starkes Nationalbewusstsein herausbildete, das sich während der Perestroika zunehmend Gehör verschaffte. In den Jahren 1990 und 1991 war das "ukrainische Piemont" Speerspitze der ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung. Der Enthusiasmus der "Lemberger" wurde jedoch nicht überall geteilt und kühlte sich zum Osten und Süden hin ab.

Die Frage, was die "Ukraine" oder "ukrainisch" sei, wurde und wird sehr unterschiedlich beantwortet, und das Verhältnis zu Russland, zur russischen Kultur und Sprache spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im höheren Sinne hat der ukrainische Nationsbildungsprozess zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt.[16] Das lag zum einen an den schwierigen historischen und sozialen Ausgangsbedingungen, aber auch an der zarisch- und sowjetrussischen Herrschaft über die Ukraine.


Ukraine und Russland – traditionelles Unterdrückungsverhältnis?

Die einfache und gängige Antwort vieler Historiker auf diese Frage lautet: ja. Die Eindeutigkeit dieser Antwort ist aber stark von einer bestimmten Lesart der Ereignisse im 20. Jahrhundert und der jüngsten Entwicklungen geprägt. Demgegenüber muss man feststellen, dass es der ukrainischsprachigen Bevölkerung im zarischen Imperium nicht besser oder schlechter ging als vielen anderen Völkern auch. Das Zarenreich war mit der Multiethnizität lange Zeit recht erfolgreich im Modus der Elitenintegration verfahren. Diese Politik überlebte sich aber mit der Einverleibung Polens und dem "Völkerfrühling" zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Nicht zu Unrecht sah die Regierung in St. Petersburg in den aufkommenden nationalen Bewegungen eine Bedrohung für die Integrität des Imperiums. Die polnischen Aufstände von 1830/31 und 1863/64 sowie die unter nationalen Vorzeichen stehenden europäischen Revolutionen 1848 bestärkten Zar und Bürokratie darin. Die Antwort der Regierung bestand in einer Politik der "Russifizierung", die vor allem die Reichsverwaltung und das Bildungswesen betraf und von der Bekämpfung tatsächlicher oder vermeintlicher separatistischer Kräfte begleitet wurde. Offiziell gab es im Imperium der Romanows keine Ukrainer, sondern nur "Kleinrussen", die keine eigene Sprache, sondern einen "russischen Dialekt" sprachen. Das Drucken ukrainischer Bücher war verboten. Im Gegensatz zum habsburgischen Galizien wurde im Russischen Reich eine Pflege der ukrainischen Kultur damit faktisch illegal. Fraglich ist, inwieweit diese Maßnahmen das Leben der einfachen Bauern beeinflussten, denn die Gestaltungsmöglichkeiten St. Petersburgs in der dörflichen Welt waren eng begrenzt – genauso wie diejenigen der ukrainophilen Aktivisten.

Flankiert wurde die Politik der Russifizierung durch die sogenannte "allrussische Idee", der zufolge die Ostslawen eine aus "Großrussen" (Russen), "Kleinrussen" (Ukrainern) und "Weißrussen" (Belorussen) bestehende Völkerfamilie bildeten, deren Gemeinsamkeiten alle Unterschiede überwogen. Den Großrussen wurde quasi natürlicherweise eine politische und kulturelle Führungsrolle zugeschrieben. Es handelte sich bei der allrussischen Idee weniger um eine offizielle Staatsdoktrin als vielmehr um eine von patriotischen Kreisen formulierte Theorie, die der zarischen Innenpolitik adäquaten Ausdruck verlieh. Sie stand allerdings in Konkurrenz sowohl zu einer religiös-orthodox definierten Identität, als auch zu umfassenderen "panslawistischen" Ideen und erfuhr letztlich nie jene offizielle Unterstützung, die unter den Bedingungen eingeschränkter Öffentlichkeit im Zarenreich für eine "Leitidee" notwendig gewesen wäre. Offiziell ruhte das russische Imperium auf der Trias von Orthodoxie, Autokratie und "Volkstümlichkeit", wobei gerade Letztere begrifflich dunkel und systematisch unterdefiniert blieb.[17]

Die große Zeit der allrussischen Idee brach erst im Stalinismus an. Anfang der 1930er Jahre begann Stalin in der sowjetischen Nationalitätenpolitik neue Akzente zu setzen und die Russen zum primus inter pares der sowjetischen Völkerfamilie zu erheben.[18] In dieser Zeit begann auch eine erste Verfolgungswelle gegen ukrainische Intellektuelle. Gerade in der Ukraine war der Widerstand gegen die Ende der 1920er Jahre gestartete Kollektivierung der Landwirtschaft besonders stark – im März 1930 gerieten ganze Regionen außer Kontrolle. Der sowjetische Staat schlug erbarmungslos zurück. Die Politik der forcierten Getreidebeschlagnahmungen und Repressionen führte zu einer Hungerkatastrophe, die 1932/33 mehrere Millionen Bauern in der Ukraine das Leben kostete: zum Holodomor.

Das Faktum als solches ist unumstritten, die Geister scheiden sich aber an seiner Deutung. Die einen sehen im "Großen Hunger" ein Phänomen, das sich in ähnlicher Weise auch in anderen Teilen der Sowjetunion abspielte, Russen ebenso traf und im Falle Kasachstans sogar zu noch höheren Opferquoten als in der Ukraine führte.[19] Die anderen interpretieren den Holodomor als Genozid der sowjetischen Führung am ukrainischen Volk.[20] Die darüber geführte wissenschaftliche Debatte ist ebenso eine politische, weil der "Opferstatus" der Ukrainer scheinbar über ethnische und kulturelle Differenzen hinaus Gemeinschaft stiften kann. In wissenschaftlicher Hinsicht ist die Debatte offen und womöglich unentscheidbar – in politischer Hinsicht wurden bereits Entscheidungen getroffen: Das ukrainische Parlament erklärte den Holodomor zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Genozid-These ist in der Ukraine selbst nicht unumstritten, zumal sie eine implizit antirussische Konnotation hat. Bemerkenswert ist auch, dass sie ausgerechnet in jener Region am leidenschaftlichsten propagiert wird, wo der Holodomor überhaupt nicht stattfand: im damals zu Polen gehörenden Lemberger Gebiet.

Noch kontroverser aber war die Erhebung Stepan Banderas und anderer Aktivisten der "ukrainischen Befreiungsarmee" (UPA) zu Nationalhelden durch die Juschtschenko-Administration 2010.[21] Die Frage, ob Bandera ein Kämpfer für die ukrainische Unabhängigkeit oder ein antisemitischer Faschist war, kann in dieser Ausschließlichkeit nicht beantwortet werden – nüchtern muss man wohl sagen: beides.[22] Jedenfalls boten nicht zuletzt westukrainische Bandera-Sympathien bestimmten Kräften in der Ostukraine und in Russland einen Vorwand dafür, die neue Regierung in Kiew unter Faschismus-Verdacht zu stellen.

Die Ukraine und die Ukrainer befanden sich mehrheitlich jahrhundertelang unter zarischer und sowjetischer Herrschaft, die meistens russisch dominiert war. Insbesondere seit Beginn des 19. Jahrhunderts haben Regierungen in St. Petersburg oder später Moskau die ukrainische Nationalbewegung immer wieder bekämpft und so dem ukrainischen Nationsbildungsprozess entgegengewirkt. Aber gerade in der sowjetischen Zeit entstand auch ein ukrainischsprachiges Schul- und Publikationswesen – die Pflege ukrainischer Sprache und Kultur war möglich, sofern sie unpolitisch blieb.

Wem gehört die Krim?

Völkerrechtlich ist die Antwort einfach: 1991, als die Sowjetunion kollabierte und die Unionsrepubliken unabhängig wurden, gehörte die Krim zur Ukrainischen Sowjetrepublik. Das Referendum zur Unabhängigkeit am 1. Dezember 1991 ergab auf der Krim zwar eine geringere Zustimmung als in anderen Landesteilen, aber auch hier votierte mit etwa 54 Prozent eine knappe Mehrheit dafür. Außerdem waren die Grenzen der Unionsrepubliken als künftige Staatsgrenzen anerkannt worden – auch von Russland. Dieses eindeutige Bild einer legalen wie legitimen Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine erhält allerdings Risse, wenn man die damalige Lage Russlands, den Kontext des Referendums, die Geschichte der Krim und die demografisch-kulturelle Situation betrachtet.

Russland, dessen Regierung und Öffentlichkeit die Krim stets mehrheitlich als russisches Gebiet betrachteten, handelte damals aus einer Position der Schwäche. Eine Diskussion über die Zugehörigkeit der Krim hätte womöglich auch andere Fragen auf den Tisch gebracht, etwa die Unabhängigkeit bestimmter autonomer Republiken innerhalb der Russischen Sowjetrepublik (RSFSR) oder Grenzziehungen mit anderen Unionsrepubliken. Die Zustimmung der Krim-Bevölkerung war zwar offiziell ein Votum für die Unabhängigkeit der Ukraine und die Zugehörigkeit der Krim zum ukrainischen Staat; tatsächlich aber war sie weniger eine Entscheidung für die Ukraine, als vielmehr gegen Moskau. Sie brachte zum einen die Diskreditierung des sowjetischen Systems, zum anderen aber einen antizentralistischen Reflex zum Ausdruck oder anders gesagt: die Hoffnung, die eigenen Angelegenheiten selbst regeln zu können. Dazu passt, dass der Republikführung in Kiew vor dem Referendum die Wiederherstellung des autonomen Status der Krim abgerungen worden war.[23] Der Weg der Krim in die unabhängige Ukraine erfolgte also unter russischen Vorzeichen bei gleichzeitiger Distanzierung von Kiew. Das hing zum einen mit den Interessen der politischen Eliten auf der Krim, zum anderen mit der Geschichte und den demografisch-kulturellen Verhältnissen zusammen.

Die Krim war im 18. Jahrhundert unter Katharina der Großen erobert, ein großer Teil der dort ansässigen muslimisch-tatarischen Bevölkerung vertrieben und durch russische Bauern ersetzt worden. Ukrainer hatten aufgrund ihrer bereits angedeuteten Siedlungsgeschichte so gut wie keinen Anteil an dieser Kolonisierung, in deren Folge die Krim zur "Perle des Imperiums" und als Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte zu einem der wichtigsten Machtsymbole des Russischen Kaiserreiches wurde.[24] Im Zuge der bolschewistischen Nationalitätenpolitik wurde sie Anfang der 1920er Jahre zu einer autonomen Sowjetrepublik innerhalb der RSFSR. Vermeintliche oder tatsächliche Kollaboration mit den deutschen Besatzern nahm Stalin 1944 zum Vorwand, ethnische Säuberungen großen Maßstabs in Gang zu setzen, den größten Teil der tatarischen Bevölkerung zu deportieren und die Krim zu einem normalen Verwaltungsgebiet zu degradieren.[25] Spätestens jetzt, infolge des stalinschen Terrors, war die Krim ein fast ausschließlich russisch bevölkertes Gebiet.

Nach Stalins Tod "schenkte" der Kreml die Krim 1954 der Ukraine im Rahmen der Dreihundertjahrfeier des Vertrages von Perejaslav (1654) und der Vereinigung der slawischen Völker. Hintergrund war die begonnene Entstalinisierung und das Bemühen des neuen Parteichefs Nikita Chruschtschow, den Unionscharakter des sowjetischen Staates zu stärken.[26] Aus damaliger Perspektive hatte der Krim-Transfer große symbolische Bedeutung, ohne politische Kosten zu verursachen. Die Halbinsel wurde dadurch kaum ukrainischer als vorher, die große Mehrheit ihrer Bevölkerung blieb russisch, nur der Anteil der tatarischen Minderheit vergrößerte sich seit den 1960er Jahren durch Remigration. Vor allem wurde die Krim ein "sowjetischer" Ort – das Symbol von Urlaub und unionsinternem Tourismus. All das führte dazu, dass sie inzwischen nicht nur vom Großteil ihrer Bewohner, sondern auch von der Mehrheit in Russland als russisches Territorium gesehen wird.[27]

Man kann das auf Grundlage der völkerrechtlich eindeutigen Lage ignorieren und zudem darauf verweisen, dass historische Zugehörigkeiten von Gebieten zu bestimmten politischen Gebilden keine Rechte in Gegenwart oder Zukunft begründen. Für die russische Seite lässt sich allenfalls das Selbstbestimmungsrecht der Völker anführen, das ein Teil des Völkerrechts ist. Aber das würde lediglich einen moralischen Anspruch auf Verhandlungen über den künftigen Status der Krim begründen, nicht aber eine Annexion rechtfertigen.


Wie russisch ist das Donbass-Gebiet?

Die kurze Antwort darauf lautet: sehr. Bis zum 18. Jahrhundert sprach man von diesem Gebiet als dem "wilden Feld", in dem multiethnische Kosakengemeinschaften das Sagen hatten. Im 19. Jahrhundert wurde es dank seiner reichen Kohle- und Erzvorkommen ein Zentrum der zarischen Industrialisierung. Ukrainische, russische, aber auch deutsche Zuwanderung machten das Donezbecken zu einer stark segregierten Region, in der die jeweiligen ethnischen Gruppen getrennt nebeneinander siedelten. Es gab russische und ukrainische Dörfer, Siedlungen von Kosaken und deutschen Kolonisten. Die industrialisierten Zentren waren indes russisch dominiert und russifizierten in der Regel die dorthin migrierenden ukrainischen Bauern. Während in den nördlichen Gebieten der heutigen Ostukraine, im Wesentlichen das damalige Gouvernement Poltawa, zumindest auf dem Lande ukrainischsprachige Bauern dominierten, so war das weiter südlich gelegene Gouvernement Jekaterinoslaw eher russisch geprägt.[28]

Dass das Donbass-Gebiet Teil eines ukrainischen Staates und dann einer sowjetischen Republik wurde, folgte keineswegs zwingend aus den nach dem Ersten Weltkrieg dort herrschenden ethnisch-kulturellen Verhältnissen. Aber das deutsche fait accompli wurde von den Bolschewiki aus bereits genannten Gründen beibehalten. Hier wie auch später beim Krim-Transfer schienen im Rahmen der sowjetischen Nationalitätenpolitik Zugeständnisse an nichtrussische Gruppen auf Kosten von Russen kein Problem zu sein, solange die russisch dominierte Kommunistische Partei im Ganzen die Kontrolle behielt. Und im sowjetimperialen Kontext ging diese Rechnung auch auf, denn sowohl auf der Krim wie im Donbass-Gebiet machte sich die Zugehörigkeit zur Ukrainischen Sowjetrepublik für die russischsprachige Bevölkerung im Alltag praktisch nicht bemerkbar. Im Gegensatz zu anderen vorwiegend agrarischen Regionen der Ukraine wurde das Donbass-Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur rasch wieder auf-, sondern auch zum Herzen sowjetischer Rüstungs- und Hochtechnologie ausgebaut. Entsprechend war hier auch die Versorgung besser als in anderen Teilen der Sowjetunion. Und selbst die weniger gut gestellten Bergleute der Donezker Region entwickelten eine Identität, die sich stark von den "ukrainischen Kolchosniki" absetzte.[29]

Der starke Regionalismus dieser südostukrainischen Gebiete hat seine Wurzeln in der sowjetischen Moderne, die dort erfolgreicher und identitätsstiftender war als an anderen Orten. Er überlebte auch den Zusammenbruch der Sowjetunion und gebar einen starken Antizentralismus, der sich zunächst gegen Moskau richtete, als die sozialistische Wirtschaft nicht mehr funktionierte, der sich dann aber zunehmend gegen Kiew richtete, weil Ressourcenverteilung von Ost nach West mit einer Nichtbeachtung der regionalen Besonderheiten des Donbass-Gebietes und seiner Interessen einherging. Dieser Antizentralismus ist aber nicht mit einer prorussisch-separatistischen Haltung gleichzusetzen und muss auch nicht die Loyalität zum ukrainischen Staat infrage stellen – sehr wohl aber die Art und Weise, wie dieser Staat regiert wird. Eine wichtige Rolle bei all dem spielen schließlich die Interessen regionaler Oligarchen, die antizentralistische Stimmungen aufnehmen, sie gleichwohl auch in ihrem Sinne beeinflussen.[30]

Bei aller Kritik an der regionalistischen Politik der Janukowytsch-Administration und dem aggressiven Vorgehen Russlands in der Ostukraine sollte man eines nicht übersehen: Die Gesellschaft der "Groß-Ukraine", die 1991 entstand und als Sowjetrepublik im sowjetisch-imperialen Kontext kein Problem darstellte, ist nicht nur ukrainisch, sondern auch russisch. Und sofern sich der ukrainische Staat mit diesem factum brutum nicht produktiv auseinandersetzt, nicht ernsthaft über eine Föderalisierung nachdenkt und solange er die partielle Erhebung des Russischen zur zweiten Amtssprache immer wieder infrage stellt, werden die Krisen der Ukraine wahrscheinlich kein Ende nehmen.
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Fußnoten

1.
Vgl. Marc Bloch, Apologie der Geschichte oder der Beruf des Historikers, Stuttgart 1992, S. 23.
2.
Vgl. John-Paul Himka, Young Radicals and Independent Statehood: The Idea of a Ukrainian Nation-State, in: Slavic Review, 41 (1982) 2, S. 219–235.
3.
Vgl. Henning Bauer, Die Nationalitäten des Russischen Reiches in der Volkszählung von 1897, Stuttgart 1991.
4.
Vgl. Georgiy Kasianov, Die Ukraine zwischen Revolution, Selbständigkeit und Fremdherrschaft, in: Wolfram Dornik et al. (Hrsg.), Die Ukraine zwischen Selbstbestimmung und Fremdherrschaft 1917–1922, Graz 2011, S. 131–179, insb. S. 141f. und S. 144ff.
5.
Vgl. Mark von Hagen, War in a European Borderland: Occupations and Occupation Plans in Galicia and Ukraine, 1914–1918, Seattle 2007, S. 89f.
6.
Vgl. Gerhard Simon, Nationalismus und Nationalitätenpolitik in der Sowjetunion. Von der totalitären Diktatur zur nachstalinistischen Gesellschaft, Baden-Baden 1986, S. 35ff.
7.
Vgl. Benedict Anderson, Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts, Frankfurt/M. 2005, S. 15f.
8.
Vgl. Ernest Gellner, Nations and Nationalism, Ithaca–New York 2006, S. 9–18.
9.
Vgl. Andreas Kappeler, Russland als Vielvölkerreich: Entstehung – Geschichte – Zerfall, München 2008, S. 58.
10.
Vgl. Eugen Weber, Peasants into Frenchmen. The Modernization of Rural France, 1870–1914, Stanford 1976, S. 486f.
11.
Vgl. Kai Struve, Bauern und ukrainische Nation in der Habsburgermonarchie und im Zarenreich, in: Andreas Kappeler (Hrsg.), Die Ukraine: Prozesse der Nationsbildung, Köln 2011, S. 159–173, insb. S. 160–165.
12.
Vgl. Teodor Shanin, Russia 1905–1907: Revolution as a Moment of Truth, New Haven 1986, S. 169f.
13.
Vgl. Felix Schnell, Räume des Schreckens. Gewalt und Gruppenmilitanz in der Ukraine, 1905–1933, Hamburg 2012, S. 256ff.
14.
Vgl. Terry Martin, The Affirmative Action Empire: Nations and Nationalism in the Soviet Union, 1923–1939, Ithaca–London 2001, S. 122f.
15.
Vgl. Serhii Yekelchyk, Ukraine: Birth of a Modern Nation, Oxford 2007, S. 153.
16.
Vgl. Andrew Wilson, The Ukrainians: Unexpected Nation, New Haven–London 2009, S. 232.
17.
Vgl. Alexei Miller, The Ukrainian Question: The Russian Empire and Nationalism in the Nineteenth Century, Budapest 2003, S. 97ff., S. 179ff.
18.
Vgl. T. Martin (Anm. 14), S. 344ff.
19.
Vgl. Nicolas Werth, Ein Staat gegen sein Volk. Gewalt, Unterdrückung und Terror in der Sowjetunion, in: Stéphane Courtois et al. (Hrsg.), Das Schwarzbuch des Kommunismus: Unterdrückung, Verbrechen und Terror, München 1998, S. 51–295, insbes. S. 85.
20.
Vgl. Norman Naimark, Stalin’s Genocides, Princeton 2010.
21.
Vgl. Frank Golczewski, Die umstrittene Tradition: OUN/UPA und nation-building, in: A. Kappeler (Anm. 11), S. 319–334.
22.
Vgl. David R. Marples, Stepan Bandera: The Resurrection of a Ukrainian National Hero, in: Europe-Asia Studies, 58 (2006) 6, S. 555ff.
23.
Vgl. S. Yekelchyk (Anm. 15), S. 187f., S. 191.
24.
Vgl. Kerstin S. Jobst, Die Perle des Imperiums: Der russische Krim-Diskurs im Zarenreich, Konstanz 2007.
25.
Vgl. Jörg Baberowski, Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt, München 2012, S. 449f.
26.
Vgl. S. Yekelchyk (Anm. 15), S. 154f.
27.
Vgl. Kerstin S. Jobst, Geschichte der Ukraine, Stuttgart 2010, S. 245f.
28.
Vgl. Hiroaki Kuromiya, Freedom and Terror in the Donbass: A Ukrainian-Russian Borderland, 1870s–1990s, Cambridge 1998, S. 11–14.
29.
Vgl. A. Wilson (Anm. 16), S. 214–217.
30.
Vgl. S. Yekelchyk (Anm. 15), S. 204f.

Felix Schnell

Zur Person

Felix Schnell

PD Dr. phil., geb. 1970; Osteuropahistoriker an der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10099 Berlin. schnellf@cms.hu-berlin.de


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