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6.1.2017

Neue Heimat am Rhein? "Gastarbeiter" in Köln zwischen 1955 und 1983

Ab Mitte der 1950er Jahre erlebte die noch junge Bundesrepublik Deutschland einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung, auch "Wirtschaftswunder" genannt. Besonders die Entwicklung der Arbeitslosenquote lässt den anhaltenden Boom der westdeutschen Wirtschaft erkennen: 1951 lag die Zahl der Arbeitslosen bei 1,4 Millionen, 1960 lediglich bei 271.000, bei einer Gesamtzahl von 26,2 Millionen Erwerbstätigen in der Bundesrepublik. Damit war die Arbeitslosenrate von 10,4 auf 1,3 Prozent gesunken.[1] 1960 wurden erstmals mehr offene Stellen als Arbeitslose gezählt, es herrschte Vollbeschäftigung.

Um die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften zu bedienen, unterzeichneten die deutsche und die italienische Regierung am 20. Dezember 1955 ein Anwerbeabkommen zur Entsendung italienischer Arbeitskräfte[2] in die Bundesrepublik. Es folgten Abkommen mit weiteren süd- und südosteuropäischen Ländern: 1960 mit Spanien und Griechenland, 1961 mit der Türkei, 1963 mit Marokko, 1964 mit Portugal, 1965 mit Tunesien und zuletzt 1968 mit Jugoslawien. In diesem Zusammenhang sind neuere Forschungen zu beachten, die die Bedeutung der außenpolitischen Situation der Bundesrepublik gegenüber der arbeitsmarktpolitischen für die Entstehung der Anwerbeabkommen hervorheben, ebenso die Tatsache, dass die Initiative für die Vereinbarungen nicht von der Bundesrepublik ausging, sondern von den Entsendeländern selbst.[3] Insgesamt ist es jedoch schwierig, die Lage auf dem Arbeitsmarkt oder die außenpolitische Situation als den einen entscheidenden Beweggrund zu benennen. Vielmehr war es nach heutiger Ansicht eine Vermischung verschiedener arbeitsmarkt-, wirtschafts- und außenpolitischer Interessen, die die Migrationspolitik der Bundesrepublik bestimmten.[4]

Ankunft und Alltag der "Gastarbeiter"



Köln spielte bei der Anwerbung von "Gastarbeitern" eine entscheidende Rolle. Neben München war die Stadt am Rhein der Ort, von wo aus die ankommenden ausländischen Arbeitskräfte mittels sogenannter Sammeltransporte in die ganze Bundesrepublik verteilt wurden. Während die italienischen, griechischen, türkischen und jugoslawischen Arbeiter am Münchener Hauptbahnhof ankamen und durch die dortige Weiterleitungsstelle betreut wurden, nahm man die spanischen und portugiesischen "Gastarbeiter" am Bahnhof Köln-Deutz in Empfang.

Die Organisation der Anwerbung und Vermittlung lag bei der Bundesanstalt für Arbeit, die in den Entsendeländern sogenannte Verbindungsstellen einrichtete. Dort wurden die Arbeitswilligen gesundheitlich untersucht, über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Bundesrepublik informiert und ihre Qualifikation überprüft. Die Reise wurde meist mit dem Zug bewältigt und war sehr beschwerlich. Einige Unternehmen organisierten daher bald die Reise ihrer Arbeitskräfte mit dem Flugzeug, so auch die Kölner Ford-Werke ab 1963.

Ausländische Arbeitnehmer wurden in Köln vor allem in Betrieben der Eisen- und Metallerzeugung beschäftigt sowie im Bau- und im verarbeitenden Gewerbe, zu dem unter anderem die Nahrungs- und Genussmittelproduktion gehört. 1961 konnten in Köln 20035 beschäftigte ausländische Arbeitnehmer gezählt werden, im Vergleich zu den Vorjahren (1960: 6230, 1959: 4635) bedeutete dies einen enormen Anstieg.[5] Knapp 7000 Ausländer arbeiteten 1961 in der Eisen- und Metallerzeugung, gut 3500 im verarbeitenden Gewerbe und fast 5000 im Baugewerbe. Der Großteil der Arbeitskräfte stammte aus Italien (8134), gefolgt von Griechenland (2083) und Spanien (1881). Türkische Arbeitskräfte wurden im Berichtsjahr 1961 noch nicht aufgezählt.[6]

Wichtige Arbeitgeber waren der Automobilhersteller Ford im Kölner Norden, der Motorenhersteller Klöckner-Humboldt-Deutz, die Schokoladenfabrik Gebrüder Stollwerck AG in der Südstadt sowie der Kabel- und Drahtseilhersteller Felten & Guilleaume in Köln-Mülheim. Daneben beschäftigten auch einige kleinere Unternehmen ausländische Arbeiter, so beispielsweise die Vereinigten Deutschen Metallwerke AG in Ehrenfeld, die Land- und Seekabelwerke AG im Stadtteil Nippes sowie die Chemische Fabrik Kalk.[7] Ab 1961 war Ford der Hauptarbeitgeber für ausländische Beschäftigte in Köln.

Die Bereitstellung einer angemessenen Unterkunft oblag den Unternehmen, was bereits in den Anwerbeabkommen festgehalten wurde. Richtlinien gaben Kriterien für eine angemessene Unterkunft vor, die aber nicht verpflichtend waren, sodass viele Arbeitgeber ihre Arbeitskräfte zunächst in Behelfsunterkünften mit äußerst schlechten Wohnbedingungen unterbrachten. Allerdings unterstützte die Bundesanstalt für Arbeit ab 1961 Unternehmen mit jährlich einer Million DM, wenn diese die Unterkünfte nach den Richtlinien neu oder umbauten. So investierten etwa die Kölner Ford-Werke 1961 9,6 Millionen DM in die Beschaffung von Wohnraum, wozu neben den Wohnheimen auch Werkswohnungen gehörten.[8] Bereits Mitte der 1960er Jahre tendierten im bundesweiten Trend ausländische Arbeitskräfte eher dazu, in eine private Unterkunft zu wechseln. Für türkische Arbeitnehmer trifft dieser Trend jedoch nicht zu. Dies hing damit zusammen, dass die männlichen Arbeiter meist ohne ihre Familien nach Deutschland kamen und für sich alleine nicht viel Platz benötigten, außerdem nicht die Absicht hatten, ihr erarbeitetes Geld für eine hohe Miete auszugeben.[9] Da in Köln die "Gastarbeiter" aus der Türkei die größte Gruppe waren, lebten viele Ausländer in Köln in Wohnheimen. Dort waren sie meist unter sich und isoliert: Ende 1970 lebten in den über 30 Heimen der Ford-Werke knapp 7000 türkische Arbeiter, im Vergleich zu 356 Deutschen und 577 Italienern.[10] Vor allem mit Zunahme des Familiennachzugs suchten immer mehr "Gastarbeiter" eine eigene Wohnung. Viele hatten keine andere Wahl, als in heruntergekommene Altbauten zu ziehen, die von deutschen Mitbürgern nicht mehr bewohnt wurden, da viele Vermieter Wohnungen nicht an Ausländer vermieten wollten. In Köln konzentrierten sich die Ausländer daher vor allem in der Altstadt, im Stadtteil Nippes und im rechtsrheinischen Mülheim ebenso wie in den Stadtteilen Ehrenfeld und Kalk. In der Altstadt lebten überwiegend Italiener und Spanier, in Mülheim Italiener und Türken.[11]

In der zeitgenössischen Wahrnehmung und auch in der heutigen Erinnerung an die "Gastarbeiter" dominiert das Bild des jungen, männlichen Arbeiters. Dabei befand sich unter den angeworbenen Arbeitskräften ein nicht zu vernachlässigender Anteil Frauen. Bereits 1962 lag ihr Anteil an den Vermittlungen insgesamt bei 14,5 Prozent, 1967 sogar bei knapp 40 Prozent.[12] Auch in Köln arbeiteten ausländische weibliche Arbeitskräfte, 1963 waren von insgesamt rund 19.000 ausländischen Arbeitnehmern rund 3100 Frauen. Sie waren meist im Niedriglohnbereich beschäftigt, beispielweise in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, so stellte der Kölner Schokoladenhersteller Stollwerck bevorzugt Spanierinnen und Griechinnen ein. Gerade die Nahrungs- und Genussmittelindustrie zählte zum Niedriglohnsektor: Eine Arbeiterin bei Stollweck verdiente einen Bruttostundenlohn von 1,99 DM, während bei Ford in Köln 3,29 DM gezahlt wurden.[13]

Insgesamt waren sowohl männliche als auch weibliche Arbeitskräfte besonders in den unteren Arbeitsmarktbereichen beschäftigt, das heißt, es herrschten oft anstrengende und eintönige Arbeitsbedingungen, beispielsweise Schicht- und Fließbandarbeit. Ihr Alltag war dementsprechend von der Arbeit oder Regeneration von dieser bestimmt, Freizeitbeschäftigungen traten in den Hintergrund. Hinzu kam die enorme Sparsamkeit der "Gastarbeiter", die ihr Geld nicht für Freizeitaktivitäten ausgeben wollten, sondern lieber sparten oder in die Heimat schickten. Eine 1966 in Auftrag gegebene Studie der Stadt Köln zum Leben der Kölner Gastarbeiter stellte heraus, dass ein Großteil der ausländischen Bürger ihre Freizeit eher passiv-rezeptiv gestaltete, beispielsweise mit Lesen, Radio und Fernsehen. Freizeitaktivitäten mit Kontakten zu Deutschen waren am stärksten bei Italienern zu beobachten, am schwächsten bei Spaniern. Dazu gehörten beispielsweise das Einkaufen, Sport, aber auch die betriebliche Freizeitorganisation.[14]

1970 wurden insgesamt 49.271 ausländische Arbeitnehmer in der Kölner Statistik erfasst. Davon hatten über 17.500 eine türkische Herkunft, 11.600 waren Italiener, gefolgt von weitaus weniger Jugoslawen, Griechen, Spaniern und Portugiesen.[15] Von den türkischen Beschäftigten arbeiteten rund 12.000 bei den Kölner Ford-Werken. Damit stellten die Mitarbeiter aus der Türkei bei Ford "die größte geschlossene Gruppe von Türken und von türkischen Arbeitern in der Bundesrepublik" dar.[16]


Wilder Streik 1973



Der wilde Streik, der sich vom 24. bis zum 30. August in den Kölner Ford-Werken in Niehl ereignete, war der "größte betriebliche Protest von Arbeitsmigranten",[17] den die Bundesrepublik Deutschland bisher gesehen hatte. Die Automobilindustrie gehörte zusammen mit anderen Branchen, wie beispielsweise dem Bergbau und der Bauwirtschaft, zu Bereichen des Arbeitsmarkts, in denen vergleichsweise schlechte Arbeitsbedingungen herrschten. Dies führte dazu, dass in den 1960er Jahren, als Vollbeschäftigung bestand, viele deutsche Arbeitnehmer in Branchen mit besseren Arbeitsbedingungen abwanderten oder innerhalb ihres Arbeitsplatzes in höhere Positionen aufstiegen. Diese Unterschichtung des Arbeitsmarkts ist einer der Gründe, warum ausländische Arbeitskräfte vornehmlich in den unteren Beschäftigungsbereichen tätig waren und kaum berufliche Aufstiegschancen hatten.

Dieser Vorgang ist auch in den Kölner Ford-Werken zu beobachten, wo 1973 etwa 90 Prozent der türkischen Belegschaft in der Endmontage an den Fließbändern arbeitete. Hier herrschten schnelle Taktzeiten, Lärm und im Sommer eine große Hitze. Besonders hohe Taktzeiten des Fließbands ließen kaum Pausen zu und belasteten die Arbeiter, so hieß es im "Spiegel" 1973: "Kein Band in der deutschen Automobilindustrie läuft so schnell wie das Endmontageband in Köln-Niehl."[18] Ein großes Problem, das sich in dem Streik vom August zeigte, war die Auffassung vieler türkischer Arbeitnehmer, ihre Interessen würden vom Betriebsrat nicht angemessen gegenüber der Unternehmensleitung vertreten. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad lag 1973 bei den türkischen Arbeitnehmern bei 90 Prozent, was jedoch daran lag, dass bei der Einstellung das Eintrittsformular in die IG Metall mit vorgelegt wurde und von den meisten Neueingestellten, ohne es zu hinterfragen, unterschrieben wurde.[19] Zu den 500 Vertrauensmännern in den Kölner Ford-Werken gehörten nur drei von der Arbeit freigestellte türkische Mitarbeiter. Nach der Betriebsratswahl 1972, bei der ausländische Arbeitnehmer erstmals für den Betriebsrat kandidieren konnten, bestanden die Betriebsräte bundesweit noch immer zu 98 Prozent aus deutschen Arbeitnehmern.[20] Bei Ford regte ein Fall für Aufsehen, bei dem ein türkischer Kandidat 31 Prozent aller Stimmen erhielt, aber nicht für die Arbeit im Betriebsrat freigestellt wurde. Auch die lokale Presse berichtete von dem Fall, so schrieb die "Kölnische Rundschau": "Wer einem Mann keine Beachtung schenkt, der sich das Vertrauen von fast 6000 Mitarbeitern erworben hat, muß sich selbst mangelnde Eignung für eine Aufgabe bescheinigen lassen, die da Interessenvertretung heißt."[21] Vor allem das eigene Bewusstsein der türkischen Arbeiter einer Benachteiligung und das verbreitete Gefühl, "einem betriebsspezifischen Subproletariat zuzugehören"[22] ist eine wichtige Bedingung, die 1973 zum Streik führte.

Streikbeginn



Die türkischen Arbeitnehmer spielten beim Beginn des Streiks die entscheidende Rolle. Im August waren etwa 500 türkische Mitarbeiter verspätet aus den Werksferien zurückgekehrt, und die Unternehmensleitung entließ als Konsequenz diese Mitarbeiter.[23] Der Urlaub der türkischen Arbeiter in ihrer Heimat bedeutete für sie eine lange Reise, und es war in der Vergangenheit nicht selten vorgekommen, dass die Türken mit Verspätung oder gar nicht mehr zurückkamen. Allerdings hatten verspätete Heimkehrer in der Vergangenheit ihre Arbeit stets wieder aufnehmen können. Hinzu kommt Mitte 1973 auch die wirtschaftliche Entwicklung, denn Ford hatte neben einigen anderen Automobilherstellern Absatzschwierigkeiten, was zwar keine gravierende Krise darstellte, dem Unternehmen jedoch nicht gleichgültig war.[24] Die verspätete Rückkehr der türkischen Mitarbeiter stellte eine einfache Möglichkeit dar, Personal zu entlassen und den Produktionsrückgang auszugleichen. Auslösendes Moment des Streiks war die Tatsache, dass die verbliebenen Arbeiter in der Produktion nun die Arbeit der entlassenen Kollegen übernehmen sollten, was aufgrund der starken Konzentration türkischer Arbeitnehmer vor allem zu deren Lasten ging. Am 24. August 1973 wurde daher in der Halle Y, der Endmontage, die Arbeit niedergelegt, und es formierte sich ein Protestzug unter Beteiligung türkischer und deutscher Mitarbeiter durch das Werk bis zum Gebäude M, wo Betriebsrat und Personalverwaltung ihren Sitz hatten. Zentrale Forderung der über 1000 Streikenden war zunächst die Rücknahme der Entlassungen, eine Ausdehnung des Sommerurlaubs von vier auf sechs Wochen und eine Verringerung des Bandtempos.[25]

Bereits seit Mai 1973 forderten deutsche wie ausländische Arbeitnehmer eine Erhöhung des Stundenlohns um 60 Pfennig, was vom Betriebsrat jedoch nicht unterstützt worden war.[26] Dies erklärt, warum die deutschen Arbeitskräfte sich zunächst mit ihren türkischen Kollegen solidarisierten und auch deren Forderung nach Rücknahme der Kündigungen unterstützten. Während des Protestzugs wurde die Forderung nach einem höheren Stundenlohn auf 1 DM angehoben, und beide Ansinnen wurden der Unternehmensleitung überbracht.[27]

Am Montag, den 27. August 1973, bildete sich erneut ein großer Protestzug durch das Werk, der zum großen Teil aus türkischen Mitarbeitern bestand. Der Betriebsrat versuchte zwar mit der Werksleitung zu verhandeln, verhielt sich jedoch ansonsten eher ruhig, zumal auch die Werksleitung die Gespräche mit dem Betriebsrat hinauszögerte.[28] Die Passivität des Betriebsrats führte dazu, dass sich die Streikbewegung zunehmend radikalisierte. Die türkischen Mitarbeiter, die dem Betriebsrat ohnehin eher misstrauten, bildeten zusammen mit italienischen, jugoslawischen und deutschen Kollegen eine Streikleitung, die alle Streikenden gegenüber der Unternehmensleitung vertreten sollte, was der Betriebsrat in ihren Augen nicht schaffte. Im Verlauf des Montags verkündete die Geschäftsleitung, das Werk zu schließen.

Es blieben etwa 400 Personen über Nacht im Werk, sodass der Streik auch am darauffolgenden Tag weiterging. Die "Kölnische Rundschau" titelte an diesem Tag: "Ford ist fest in türkischer Hand",[29] der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete von einer Blockade der Werkstore, nachdem es eine Auseinandersetzung mit der Polizei gegeben hatte.[30] Allerdings verkündete die Geschäftsleitung, dass am nächsten Tag, dem 29. August, die Spätschicht ihre Arbeit wieder aufnehmen solle, was zu ersten Auseinandersetzungen zwischen deutschen Arbeitnehmern und dem Großteil der türkischen Streikteilnehmer führte. "Ford-Arbeiter gespalten" hieß es in der Ausgabe des Kölner "Express" vom 30. August.[31] Eine Einigung zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung der Ford-Werke wurde schließlich am selben Tag erzielt, bei der eine einmalige Sonderzahlung von 280 DM und die Bezahlung der Streiktage gewährt wurde sowie die Rücknahme der Kündigungen nach Vorlage eines ärztlichen Attestes.

Geschäftsleitung und Betriebsrat gingen nun davon aus, dass der Streik beendet würde, da zumindest Teile der Forderungen erfüllt wurden. Gerade die wichtigsten Forderungen wurden jedoch ausgeklammert: die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Erhöhung des Stundenlohns, was zur Ablehnung des Angebots der Geschäftsleitung führte.[32] Bei einem erneuten Protestzug kam es dann zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Streikenden und Arbeitswilligen, im Zuge derer die Polizei eingriff und die Streikführer verhaftete. Die Geschäftsleitung der Ford-Werke Köln informierte ihre Mitarbeiter noch am 30. August, dass die Haupträdelsführer fristlos aus dem Unternehmen entlassen würden. Der Streik war somit gewaltsam und ohne abschließende Einigung beendet worden.


Folgen und Reaktionen



Das Ergebnis des Streiks bedeutete besonders für die türkischen Arbeitnehmer der Kölner Ford-Werke eine Niederlage, denn ihre speziellen Forderungen wurden gar nicht oder nur zum Teil berücksichtigt, stattdessen wurden die Ansprüche der deutschen Arbeitnehmer erfüllt.

Es ist interessant, dass der Streik in der bundesdeutschen Presse eine große Aufmerksamkeit bekam, in der firmeneigenen Werkszeitschrift jedoch nur am Rande behandelt wurde. In der entsprechenden Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift finden sich die Aussagen, der Streik sei von einer Minderheit erzwungen und die Mehrheit der Arbeitnehmer arbeitswillig gewesen.[33] Zu den Forderungen der türkischen Arbeitnehmer nach Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist nichts zu lesen. In einem Interview mit dem "Spiegel" wich der damalige Ford-Generaldirektor Hans Schaberger den Fragen nach den Arbeitsbedingungen auch eher aus: Er antwortete lediglich, die Arbeitsbedingungen bei den Ford-Werken seien nicht schlechter als in anderen Unternehmen und eine Mechanisierung der Produktion, die eine Erleichterung für die Mitarbeiter bedeuten würde, sei wirtschaftlich nicht tragbar.[34]

Es scheint also, als ob die Unternehmensführung sich mit den Problemen der türkischen Mitarbeiter, zumindest in der Öffentlichkeit, nicht beschäftigten wollte und nach außen keine Probleme eingestand. Intern wurde darüber durchaus diskutiert, wie die Beauftragung der niederländischen Unternehmensberatung Berenschot verdeutlicht, die das Problem der türkischen Mitarbeiter analysieren sollte und 1975 ein "Gutachten über die Ford-Strategie zur Lösung der Probleme mit türkischen Mitarbeitern" vorlegte.[35] Die vorgeschlagenen Lösungsansätze wurden von den Ford-Werken jedoch nicht weiter verfolgt.

Der wilde Streik in den Kölner Ford-Werken und seine Folgen erlangten vor allem durch die Berichterstattung in der regionalen und überregionalen Presse große Bekanntheit. Der Streik wurde als "Türken-Streik"[36] oder "Türken-Terror"[37] charakterisiert, was zur Folge hatte, dass die Berichterstattung über einen Arbeitskampf zu einer Debatte über die Ausländerbeschäftigung führte, in der die türkischen Arbeitnehmer einen großen Platz einnahmen.[38] Viele Zeitungen nahmen den Ford-Streik zum Anlass, um auf die sozialen Folgen einer unkontrollierten Einstellung ausländischer Arbeitskräfte aufmerksam zu machen und dadurch auch ein negatives Bild des türkischen Mitarbeiters zu verbreiten. Dabei stellte der Streik bei Ford keinen Einzelfall dar, es ereignete sich vielmehr 1973 eine Welle migrantisch geprägter Streiks. So kam es im Mai 1973 zu einer spontanen Arbeitsniederlegung bei dem Mannheimer Landmaschinenhersteller Deere-Lanz, im Juli bei dem Autozulieferer Westfälische Metallindustrie Hueck und Co. in Lippstadt und Paderborn sowie im August bei dem Autogerätebauer Pierburg in Neuss, an der vor allem weibliche ausländische Arbeitskräfte beteiligt waren.[39] Dennoch standen der Ford-Streik und vor allem die türkischen Arbeiter im Mittelpunkt der Presse. Das Bild des arbeitswilligen und anspruchslosen Kollegen, das sich sowohl viele Arbeitgeber als auch die bundesdeutsche Gesellschaft in den 1960er Jahren von den ausländischen Arbeitnehmern gemacht hatten, wurde durch den Ford-Streik verändert und fand durch die Presseberichterstattung in weiten Teilen der Bundesrepublik Verbreitung. So äußerte die "Bild"-Zeitung sehr drastisch: "Gastarbeiter – dieses Wort kommt von Gast. Ein Gast, der sich schlecht beträgt, gehört vor die Tür gesetzt!"[40]

Hinzu kam Anfang der 1970er Jahre die Ölpreiskrise und die damit verbundene wirtschaftliche Rezession, die bei vielen Deutschen zu einer verstärkten Abwehr und Vorurteilen gegenüber Ausländern führte. So berichtete der Bonner "Generalanzeiger" im März 1977, im Kölner Unternehmen Felten & Guilleaume seien ausländerfeindliche Tendenzen zutage getreten, da rund 1000 Mitarbeiter des Konzerns entlassen werden sollten. Vor den deutschen Mitarbeitern sollten zuerst die "Gastarbeiter" ihren Arbeitsplatz verlassen, so die Forderung.[41] Allerdings sind solche Berichte zur Ausländerfeindlichkeit in deutschen Betrieben eher selten zu finden, sie richteten sich eher gegen Ausländer außerhalb des betrieblichen Umfelds.

Anwerbestopp 1973



Migrationspolitisch verhängte die Bundesregierung am 23. November 1973 einen Anwerbestopp, wodurch die offizielle Vermittlung von Arbeitskräften für die deutsche Wirtschaft eingestellt wurde. Die Ölkrise war für die Bundesregierung jedoch nur eine günstige Gelegenheit, den Anwerbestopp zu diesem Zeitpunkt zu verhängen, denn eine Diskussion über das Ausmaß der Ausländerbeschäftigung hatte bereits weitaus früher begonnen.[42] So berieten Vertreter der Bundesministerien, der Länder, der Wohlfahrtsverbände und Sozialpartner bereits seit Mitte der 1960er Jahre über die Folgen der Ausländerbeschäftigung unter anderem mit Blick auf die Wohnsituation und die Schul- und Kindergartenplätze. Nach Verhängung des Anwerbestopps zeigte sich, dass diese Überlegungen notwendig waren, denn zwischen 1973 und 1979 verringerte sich zwar die Anzahl der ausländischen Erwerbstätigen, ein Rückgang der ausländischen Wohnbevölkerung wurde durch den Anwerbestopp jedoch nicht erreicht – im Gegenteil, viele ausländische Arbeiter holten nun ihre Familien in die Bundesrepublik nach.

Die Politik reagierte darauf mit einer Doppelstrategie: auf der einen Seite Integration der bereits in Deutschland lebenden Ausländer, auf der anderen Seite Förderung des Rückkehrwillens, Begrenzung und Ablehnung von Einwanderung.[43] Migrationspolitische Vorschläge, wie beispielsweise das sogenannte Kühn-Memorandum, benannt nach Heinz Kühn, dem ersten Ausländerbeauftragten der Bundesregierung, wurden nicht gehört.[44] Auch Bundeskanzler Helmut Kohl bekräftigte nach seinem Regierungsantritt: "Die Bundesrepublik Deutschland ist kein Einwanderungsland, auch wenn ein großer Teil der bei uns lebenden Ausländer auf Dauer im Lande bleiben wird."[45] Diese Aussage mündete in einem "Gesetz zur Förderung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern", das die Bundesregierung im November 1983 verabschiedete und das vor allem türkische Mitbürger durch finanzielle Anreize dazu bewegen sollte, in ihre Heimat zurückzukehren. Auch wenn das Gesetz keine nennenswerten Auswirkungen auf die ausländische Bevölkerung hatte und das vorgegebene Ziel der Senkung der Ausländerzahlen nicht erreicht wurde, war es doch eine Symbolpolitik, die den Ausländern in Deutschland signalisierte, dass sie unerwünscht waren.

Ehemalige "Gastarbeiter" in Köln heute



1980 zählte die Statistik über 141.000 Ausländer in Köln, davon waren rund 62.000 türkische Staatsbürger, gefolgt von rund 23.000 Italienern und gut 9000 Jugoslawen bei einer gesamten Wohnbevölkerung von etwa 979.000 Personen.[46] Die türkischen Mitbürger stellen bis heute bei Weitem die stärkste nicht-deutsche Gruppe in der Stadt am Rhein.[47] Obwohl der Rückkehrwunsch bei vielen "Gastarbeitern", vor allem der ersten Generation, Zeit ihres Lebens vorhanden war, blieben viele in Deutschland. So auch Salih Güldiken, langjähriger Ford-Mitarbeiter, Betriebsratsmitglied und 1978 das erste türkische Aufsichtsratsmitglied eines deutschen Unternehmens. Er kam 1962 nach Köln, seine Kinder sind dort geboren, sein Sohn arbeitet als Ingenieur ebenfalls bei den Ford-Werken.[48] Er lebt bis heute am Rhein und hat dort eine neue Heimat gefunden.

In den vergangenen Jahren wurde bei Jubiläen immer wieder der Anwerbeabkommen gedacht und damit an die Migrationsgeschichte der Bundesrepublik und speziell an die Geschichte der "Gastarbeit" erinnert. So hielt beispielsweise Europa-Staatsminister Michael Roth zum 60. Jahrestag des deutsch-italienischen Anwerbeabkommens eine Rede vor der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments.[49] Bei den Ford-Werken in Köln wurde das 50-jährige Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens ebenfalls gefeiert und die Integration der ausländischen Mitarbeiter als "eine echte Erfolgsgeschichte" gewürdigt.[50]

Am 10. September 1964 begrüßten deutsche Vertreter den millionsten "Gastarbeiter", Armando Rodrigues de Sá aus Portugal, am Deutzer Bahnhof. 50 Jahre später wurde mit einem Festakt im Kölner Rathaus an dieses Ereignis erinnert, bei dem auch die Familie des inzwischen Verstorbenen teilnahm. Eine Gedenktafel am Deutzer Bahnhof erinnert nun an den Portugiesen, aber auch an die Migrationsgeschichte der Stadt Köln.[51]
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Fußnoten

1.
Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Bevölkerung und Wirtschaft 1872–1972, Stuttgart 1972, S. 250.
2.
Wenn nicht anders genannt, sind hier immer Männer und Frauen gemeint.
3.
Vgl. vor allem Heike Knortz, Diplomatische Tauschgeschäfte. "Gastarbeiter" in der westdeutschen Diplomatie und Beschäftigungspolitik 1953–1973, Köln u.a. 2008, S. 8.
4.
Vgl. Monika Mattes, Wirtschaftliche Rekonstruktion in der Bundesrepublik Deutschland und grenzüberschreitende Arbeitsmigration von den 1950er bis zu den 1970er Jahren, in: Jochen Oltmer (Hrsg.), Handbuch Staat und Migration in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert, Berlin–Boston 2016, S. 815–851, hier S. 817.
5.
Vgl. Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln 1961, S. 54.
6.
Generell werden in den Statistischen Jahrbüchern der Stadt Köln die ausländischen Beschäftigten erst ab 1961 in einzelne Nationen unterschieden. Davor werden lediglich die italienischen Arbeitnehmer gezählt.
7.
Vgl. Natalie Muntermann, Ausländische Arbeitnehmer in Köln 1955–1966. Vom "Gastarbeiter" zum Einwanderer, in: Jost Dülffer (Hrsg.), Köln in den 1950er Jahren. Zwischen Tradition und Modernisierung, Köln 2001, S. 139–158, hier S. 143.
8.
Vgl. Ford-Geschäftsbericht für das Jahr 1961, S. 12.
9.
Vgl. Friedhelm Steffens, Integrations- und Segregationsmuster von türkischen Migranten. Menschen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, die Ford-Mitarbeiter in Köln, Hamburg 2008, S. 106.
10.
Vgl. Internationaler Bund für Sozialarbeit/Jugendsozialwerk e.V., Ford-Wohnheime in Köln. Jahresbericht 1970, S. 4.
11.
Vgl. Muntermann (Anm. 7), S. 153.
12.
Vgl. Monika Mattes, "Gastarbeiterinnen" in der Bundesrepublik. Anwerbepolitik, Migration und Geschlecht in den 50er bis 70er Jahren, Frankfurt/M. 2005, S. 39.
13.
Vgl. Muntermann (Anm. 7), S. 145.
14.
Vgl. Karl Bingemer et al. (Hrsg.), Leben als Gastarbeiter. Geglückte und mißglückte Integration, Opladen 19722, S. 114f.
15.
Vgl. Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln 1970, S. 94.
16.
Hans-Günter Kleff, Täuschung, Selbsttäuschung, Enttäuschung und Lernen. Anmerkungen zum Fordstreik im Jahre 1973, in: Jan Motte/Rainer Ohliger (Hrsg.), Geschichte und Gedächtnis in der Einwanderungsgesellschaft. Migration zwischen historischer Rekonstruktion und Erinnerungspolitik, Essen 2004, S. 251–257, hier S. 255f.
17.
Ein kurzer historischer Augenblick von Widerstand, Selbstbewusstsein und unverhoffter Anarchie. WDR-Reportage zum Fordstreik 1973, in: Motte/Ohliger (Anm. 16), S. 237–249, hier S. 237.
18.
"Hastet hier jemand? Rennt hier jemand?", in: Der Spiegel, 10.9.1973, S. 32.
19.
Vgl. Peter Birke, Wilde Streiks im Wirtschaftswunder. Arbeitskämpfe, Gewerkschaften und soziale Bewegung in der Bundesrepublik und Dänemark, Frankfurt/M. 2007, S. 298.
20.
Vgl. Karin Hunn, "Nächstes Jahr kehren wir zurück …". Die Geschichte der türkischen "Gastarbeiter" in der Bundesrepublik, Göttingen 2005, S. 240.
21.
Klaus Simson, Meiner Meinung nach. Die Wahl mit Füßen getreten, in: Kölnische Rundschau, 16.5.1972.
22.
"IG Metall – ein angeschlagener Dinosaurier", in: Der Spiegel, 3.9.1973, S. 24.
23.
In der Ausgabe des "Kölner Stadt-Anzeigers" vom 28.8.1973 wird von 500 entlassenen Urlaubsheimkehrern berichtet. Hunn spricht von 300, Huwer sogar von 1000. Siehe Hunn (Anm. 20), S. 243; Jörg Huwer, "Gastarbeiter" im Streik. Die spontane Arbeitsniederlegung bei Ford Köln im August 1973, in: Geschichte im Westen 22/2007, S. 223–249, hier S. 235.
24.
Vgl. Ford-Geschäftsbericht für das Jahr 1972, S. 3ff.
25.
Vgl. Birke (Anm. 19), S. 300.
26.
Vgl. Hunn (Anm. 20), S. 244.
27.
Vgl. Betriebszelle Ford der Gruppe Arbeiterkampf (Hrsg.), Streik bei Ford Köln, Köln 1973, S. 55.
28.
Vgl. Huwer (Anm. 23), S. 238.
29.
Karl-Ulrich Kuhlo, Streik in Köln-Niehl: "Ford ist fest in türkischer Hand", in: Kölnische Rundschau, 28.8.1973.
30.
Vgl. "Blockade bei Ford – niemand kommt hinein, niemand heraus", in: Kölner Stadt-Anzeiger, 28.8.1973.
31.
Erich Schaake/Hans Erich Völker, Ford-Arbeiter gespalten. Trotz Zulage: Türken streiken weiter, in: Express, 30.8.1973.
32.
Vgl. Birke (Anm. 19), S. 302.
33.
Vgl. Ford. Zeitschrift für die Mitarbeiter der Ford-Werke AG 5–6/1973, S. 18.
34.
Vgl. "Wir haben einen gravierenden Fehler gemacht". Ford-Generaldirektor Hans Schaberger über die Erfolgsflaute seines Unternehmens, in: Der Spiegel, 17.9.1973, S. 49.
35.
Vgl. DOMiD-Archiv, Sig.: OS 0433, Schweizer, W.F./de Graaff, J.E. (Berichterstatter), Berenschot, Unternehmensstrategie und Organisation, Gutachten über die Ford-Strategie zur Lösung der Probleme mit türkischen Mitarbeitern, Hengelo 1975, S. 2–44.
36.
Winfried Honert, Türken-Streik in Köln: Freundschaft und Arbeit gesucht, Gleichgültigkeit und Ärger gefunden, in: Kölner Stadt-Anzeiger, 29.8.1973.
37.
Gerd Lemke, Türken-Terror bei Ford, in: Abendpost, 30.8.1973.
38.
Vgl. Hunn (Anm. 20), S. 255.
39.
Vgl. Birke (Anm. 19), S. 291ff.
40.
Schwere Tumulte bei Ford und Rheinstahl!, in: Bild, 30.8.1973.
41.
Vgl. Josef H. Weber, Massenentlassungen bei Kölner Firma vorerst gestoppt. Deutsche sammeln Unterschriften gegen ausländische Kollegen, in: Generalanzeiger Bonn, 18.3.1977.
42.
Vgl. Birke (Anm. 19), S. 227.
43.
Vgl. Ulrich Herbert, Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge, München 2001, S. 244.
44.
In seinem 60-seitigen Memorandum empfahl Kühn unter anderem ein Optionsrecht auf Einbürgerung, ein kommunales Wahlrecht für Ausländer und weitreichende Maßnahmen in der Schul- und Ausbildung. Vgl. Heinz Kühn, Stand und Weiterentwicklung der Integration der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familien in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1979.
45.
Rede vor dem Deutschen Städtetag in Frankfurt am 14. Juni 1983, in: Bundeskanzler Helmut Kohl, Reden 1982–1984, hrsg. vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Bonn 1984, S. 199–207, hier S. 205.
46.
Vgl. Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln 1980, S. 17, S. 96.
47.
2014 lebten im Kölner Stadtgebiet knapp 187.000 Ausländer, davon rund 57.000 Türken, gefolgt von 18.000 Italienern als zweitstärkste Gruppe. Vgl. Statistisches Jahrbuch der Stadt Köln 2015, S. 36.
48.
Vgl. Dorte Huneke/Salih Güldiken, Köln, "Das mit dem großen Streik war nicht meine Idee", in: dies./Jeanette Goddar (Hrsg.), Auf Zeit. Für immer. Zuwanderer aus der Türkei erinnern sich, Bonn 2011, S. 103–116, hier S. 116.
49.
Vgl. Rede von Europa-Staatsminister Michael Roth vor der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments zum Jubiläum "60 Jahre Anwerbeabkommen italienischer Arbeitskräfte", 29.10.2015, http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Reden/2015/151029-StM_R_Rom.html«.
50.
Ford, Pressemitteilung, 21.10.2011, http://www.presseportal.de/pm/6955/2133637/ford-in-koeln-warb-als-erstes-unternehmen-in-deutschland« tuerkische-arbeiter-an.
51.
Vgl. Denise Kylla/Stefanie Puk, Bewegender Empfang im Rathaus. Nach 50 Jahren: Familie des millionsten Gastarbeiters besucht Köln, in: Express, 13.9.2014.

Lena Foerster

Zur Person

Lena Foerster

ist Historikerin und Direktionsassistentin bei der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn. l.foerster@uni-bonn.de


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