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4.1.2021

Warum sich eine Beschäftigung mit der Reichsgründung heute lohnt

Am Anfang war die Verfassung. Denn das Kaiserreich begann nicht am 18. Januar 1871, nicht mit Waffenklirren und Männerjubel im Spiegelsaal des Versailler Schlosses, nicht mit der Proklamation des Kaisers. Das Reich begann ruhig, ordnungs- und rechtmäßig; über Nacht war es da. Die Verfassung, eine Revision der Konstitution des Norddeutschen Bundes von 1867, trat am 1. Januar 1871 in Kraft, und mit ihr setzte das "Deutsche Reich" ein.[1]

Deutschlands Verfasstheit erwies sich damit als denkbar unspektakulär. Das Reich hatte die in Europa übliche Staatsform einer konstitutionellen Monarchie. Das heißt, der Monarch war institutionell eingehegt.[2] Für die meisten Zeitgenossen war die Begründung durch eine Verfassung inzwischen selbstverständlich – diese Selbstverständlichkeit aber war neu und steht für einen Modernisierungs- und auch einen gewissen Demokratisierungsprozess. Noch der Vorgänger des neuen Kaisers auf dem preußischen Thron, König Friedrich Wilhelm IV., hatte eine Verfassung für Teufelszeug erklärt und sich erst mit der Revolution von 1848/49 zur preußischen Konstitution drängen lassen.

Auch sonst bot das Kaiserreich progressives Potenzial und war damit Teil des internationalen Aufbruchs, der Massenpolitisierung und der Demokratisierung – das ist die These dieses Textes. Die These fügt sich in eine breite Forschung, die seit Langem der Exotisierung des Kaiserreichs widerspricht und weitgehend Einigkeit darüber erzielt hat, dass das dunkle Bild von einem rein repressiven Obrigkeitsstaat der pluralen Gesellschaft des Deutschen Reichs nicht gerecht wird.[3] Anhand von drei Feldern soll das in diesem Text verdeutlicht werden: erstens anhand der Verfassung, zweitens anhand des Konzeptes von Nation und drittens anhand der sozialen Reformen. Bei einem genaueren Blick wird deutlich, wie entscheidend der Aufbruch der Frauen für die Massenpolitisierung und Demokratisierung war. Frauen betraten die politische Bühne – und mehr als je zuvor wurden ihre Ansprüche diskutiert und in immer breiteren Kreisen der Gesellschaft auch akzeptiert.

Die Verfassung

Auch die dritte Version der Konstitution vom April 1871, mit der als letzte Mitgliedstaaten Württemberg und Bayern dem Reich angehörten, setzte mit Kaiser und Fürsten ein. Als Träger der Souveränität und oberstes Organ war ein von den 25 Mitgliedstaaten bestückter sogenannter Bundesrat vorgesehen, der die Macht der Fürsten garantieren sollte. Der Bundesrat konnte Gesetze einbringen, und er musste den Gesetzen zustimmen. An seiner Spitze fungierte als Staatsoberhaupt das sogenannte Bundespräsidium, das der Kaiser innehatte und das zuständig für die Außenpolitik sowie Krieg und Frieden war.

Und doch war dieses Bild von einer Fürstenaristokratie, in der nicht Bürger partizipierten, sondern treue Untertanen wohnten, Propaganda – ganz ähnlich wie das strahlende Wimmelbild der "Kaiserproklamation" von Anton von Werner: eine fürstliche Männerversammlung mit bunten Uniformen und Pickelhauben, die das Hoch auf "Seine Majestät den Kaiser" rief. Kaum einer der Anwesenden am 18. Januar 1871 erinnerte sich später an Jubel und Freude. Der Akt gestaltete sich kühl und nüchtern, in "prunklosester Weise und außerordentlicher Kürze".[4]

Die Verfassung aber, die das Kaiserreich begründete, war von einem recht demokratisch gewählten Parlament, dem Reichstag des Norddeutschen Bundes, beraten und verabschiedet worden: Die Grundlage des Staates war also ein Effekt der Volkssouveränität. Und auch damit war das Kaiserreich ein gewöhnlicher Staat. Denn die Reichsgründung gehört in die Jahre eines weltweiten partizipativen Aufbruchs, in dem Politik und mit ihr der Staat zu einer Angelegenheit der Massen wurde. Das deutsche Parlament bestätigte 1871 das 1866 im Norddeutschen Bund institutionalisierte allgemeine und gleiche Männerwahlrecht. Die Verfassung nahm damit Bezug auf den bisherigen Höhepunkt der deutschen Demokratiegeschichte: die Paulskirchenverfassung. Großbritannien verdoppelte 1867 durch den "Reform Act" die Zahl der Wahlberechtigten. Frankreich errichtete 1871 die Dritte Republik. Heinrich von Treitschke, der konservative Historiker, erklärte seinen Studenten, es lasse sich "ein historisches Gesetz der Demokratisierung der Staatsformen" erkennen.[5] In weiteren Ländern wie Belgien, Schweden, Österreich oder Ungarn vergrößerten Reformen das Wahlvolk oder stärkten den Parlamentarismus. Auch die USA richteten nun ein "universal suffrage" für alle Männer ein. "Das allgemeine Stimmrecht ist im siegreichen Vordringen begriffen", resümierte der Jurist Georg Meyer.[6]

Im politischen Leben Deutschlands entwickelte sich das Parlament zur entscheidenden Institution. Das war so von Bismarck nicht intendiert gewesen, aber die kompromissfreudige Verfassung ließ es zu. Sie gab dem Reichstag das Budgetrecht und das Gesetzesinitiativrecht, und jedes Gesetz musste im Parlament verabschiedet werden. Die Abgeordneten ließen sich in hochkompetitiven Wahlkämpfen küren. Die Parlamentssitzungen waren öffentlich, und in langen Auszügen druckten die Zeitungen die Reden ab. Die Regierung allerdings wurde nicht vom Parlament bestätigt, doch auch das war kein deutsches Alleinstellungsmerkmal.

Zu den Staaten, die dem Deutschen Reich angehörten, zählten im Übrigen drei Republiken: Hamburg, Bremen und Lübeck. Viele deutsche Länder wie Württemberg, Baden oder Bayern besaßen alte Verfassungs- und Parlamentstraditionen, die einen wichtigen Bestandteil ihrer kollektiven Identitäten bildeten.[7]

Nation

So oder so: Das Deutsche Reich war ein Nationalstaat und gründete damit auf dem Volk. Das ist entscheidend für eine Interpretation des Kaiserreichs, denn historisch gesehen gehören Nation und Demokratie eng zusammen. Demokratie und Nationalität seien "ganz grundsätzlich miteinander verbunden", so die Historikerin Liah Greenfeld, "keines kann ohne das andere richtig verstanden werden".[8] Nach dem Ende des Ständestaats und nach der Individualisierung in der Moderne bot – vereinfacht gesagt – der Nationalstaat eine neue mentale Heimat und eine ganz eigene Würde. Die nationale Idee gab jedermann die Dignität, ein Deutscher (oder Franzose oder Italiener) zu sein, egal, ob Adliger oder Bauer. Vor der Nation war jeder gleich. Es lässt sich kaum überschätzen, wie wichtig das Konzept der Nation für Vorstellungen von Gleichheit war. Die Gleichheitsidee ermöglichte das allgemeine Männerwahlrecht, aber auch den Sozialstaat, der sich zusammen mit dem Nationalismus und der Massenpolitisierung entfaltete. Nation pflanzte Gleichheit in die Politik. All das galt wie selbstverständlich nur für Männer, denn auf sie waren Nation, wehrhafte Bürgerschaft, der Parlamentarismus mit öffentlicher Rede, die ganze "Gleichheit" primär zugeschnitten.

Die Gründung des Nationalstaats erwies sich daher als wesentlich für die Demokratisierungsprozesse. Weitgehend alphabetisiert würden sich Arbeiter, Bauern oder Hausangestellte als politisierte, selbstbewusste Bürger erweisen. Da in den "heutigen Staaten" die "großen Massen auch der Arbeiter, persönliche Freiheit und Staatsbürgerrecht erwerben", so der badische Politiker und Schweizer Rechtswissenschaftler Johann Caspar Bluntschli, bedürfe es einer "moderne[n] Art der Demokratie".[9] In Massenverbänden, Vereinen, in Petitionen, in Kneipendiskussionen, auf Demonstrationsmärschen mischten sich Männer in Politik ein und befeuerten die Zivilgesellschaft.

Mindestens so bemerkenswert ist der politische Aufbruch der Frauen. Denn die Inklusionskraft der Nation trug immer mehr dazu bei, die strengen Geschlechterschranken zu hinterfragen. Das weite Männerwahlrecht befeuerte Feministinnen weltweit, für das Frauenwahlrecht zu kämpfen. "Es giebt keine Freiheit der Männer, wenn es nicht eine Freiheit der Frauen giebt", erklärte 1876 in Deutschland die Intellektuelle Hedwig Dohm und forderte als logische Konsequenz: das Frauenwahlrecht.[10] Auf der anderen Seite des politischen Spektrums erfasste die Massenpolitisierung auch die konservativen und reaktionären Frauen, die sich im Namen der deutschen Nation den Müttern, Hausfrauen, Landfrauen, den Kolonien oder dem Armenwesen widmeten. In nationalistischen Vereinen wie dem Flottenverein gelang es ihnen häufig, eigene Frauenabteilungen einzurichten.[11]

In allen Industrieländern wurden mit der Massenpolitisierung auch die Exklusionsbewegungen gestärkt. Das Konzept von Nation bedeutete schließlich die Exklusion aller, die nicht dazu gehören. Häufig zeigte sich die exkludierende Bewegung als Antisemitismus, Rassismus (in den USA erreichte das Lynchen um 1900 einen Höhepunkt) oder Militarismus, aber auch als Misogynie, die sich nun in Vereinen organisierte und einer breiten Publikationstätigkeit frönte. Doch die Lage war mehrdeutig: Das deutsche Bürgertum etwa, die Wissenschaft, das Denken, die Presse, die Politik – sie speisten sich nicht zuletzt aus jüdischen Wurzeln und jüdischen Milieus. Der Normalfall in den Städten und auf dem Land war – trotz des europaweiten Antisemitismus – die Inklusion der Jüdinnen und Juden. Erst der Weltkrieg und die Revolution von 1918/19 bildeten die entscheidende Zäsur hin zu einem mörderischen Antisemitismus, wesentlich befeuert durch die "Dolchstoßlegende".[12] Die Misogynie aber war nicht zuletzt ein Ausdruck der starken Emanzipationsbewegung. Wo die Frauen stark waren wie in Großbritannien oder Deutschland, stieg die organisierte Frauenfeindschaft; wo die Frauenbewegungen schwach blieben, wie in Frankreich oder Russland, bot sich weniger Grund zu reaktionärer Empörung.[13] Der Nationalismus aber erwies sich weiterhin als schillerndes Phänomen. Es gab immer auch einen starken progressiven Nationalismus, wie ihn etwa der Liberale Friedrich Naumann oder die Politikerin Gertrud Bäumer vertraten.[14]

Die allermeisten Deutschen sahen die Reichsgründung und die nationale Einheit zunehmend positiv. Der Deutsch-Französische Krieg hatte das Machtverhältnis in Europa umgekehrt: Anders als früher galt nicht mehr Frankreich als die dominierende Kraft und potente Militärmacht auf dem Kontinent, sondern Deutschland. Der anschwellende Bismarck-Kult zeugt von der Zustimmung in der Bevölkerung. Der Kanzler galt als der Schöpfer der Einheit – nicht der Monarch Wilhelm I.[15] Und so verwundert es nicht, dass die zahlreichen Bismarck-Säulen und Bismarck-Denkmäler zur Feier der Einheit sich zumeist Bürgerinitiativen verdankten, während Wilhelm II. mit seinem ikonografischen Programm von Reiterbildern "Wilhelms des Großen" vergeblich versuchte, seinen Großvater als entscheidende Figur der Reichseinigung darzustellen. Doch die Einheit Deutschlands war nicht nur ein emotionales Projekt, das die chauvinistischen Emotionen hochtrieb. Sie war auch die Voraussetzung für den Eintritt in die Hochmoderne. Sie ermöglichte den wirtschaftlichen, sozialen und wissenschaftlichen Aufstieg des Landes.

Der Nationalismus mit seiner Massenpolitisierung machte die Nationalstaaten zu starken, blühenden Ländern, aber auch zu schlagkräftigen, brutalen Kampfmaschinen. In diese Zeit fiel daher auch der Hochimperialismus: Die mächtigen Nationalstaaten überfielen systematisch andere Kontinente, raubten sie aus, unterdrückten oder ermordeten die fremden Menschen. Der nationalistische Wettkampf der Staaten befeuerte diese erste Globalisierung. Der Staat war nicht länger eine Angelegenheit von Eliten und eben keine Fürstenaristokratie. Vielmehr bildeten die Millionen der Bevölkerung den Nationalstaat; sie partizipierten, fühlten mit und zeigten sich im neuen Nationalstolz sogar bereit, freudig für ihr Land zu sterben. So wurde auch die Katastrophe des Ersten Weltkriegs möglich.

Reformen

Die Staatenkonkurrenz und die Globalisierung führten aber auch zu einem fruchtbaren Austausch. Das Kaiserreich wurde schnell neben Großbritannien und den USA zu einer der führenden Wirtschaftsnationen, seine Universitäten galten vielfach als die besten der Welt, und als moderner Sozialstaat spielte die junge Nation eine Vorreiterrolle. Ohne die Einheit wäre das nicht möglich gewesen.

Das Wirtschaftswachstum bildete in allen Industriestaaten eine entscheidende Grundlage für die Massenpolitisierung. Die florierende Ökonomie erst ermöglichte viele der partizipativen Praktiken, denn der Wohlstandsanstieg kam trotz aller Wirtschaftskrisen letztlich allen zugute, und die Reallöhne stiegen gerade auch für die Ärmsten.[16] Hungersnöte, die es überall in Kontinentaleuropa bis zur Jahrhundertmitte gegeben hatte, waren undenkbar geworden. Die Arbeiter hatten zunehmend Geld, sich eine Zeitung zu kaufen und abends beim Bier und in den aufblühenden Parteien über Politik zu diskutieren. Die Arbeitszeit sank beträchtlich und wurde 1900 gesetzlich auf zehn Stunden pro Tag festgelegt.

Frauen profitierten insgesamt nicht so stark von den Errungenschaften. Arbeiterinnen mussten abends den Haushalt erledigen, ein Großteil der Berufe blieb Frauen verschlossen, und sie verdienten insgesamt bei gleicher Arbeit weit weniger als die Männer. Doch kamen auch ihnen die Veränderungen und Reformen allmählich zugute, nicht zuletzt, weil Frauenrechtlerinnen für bessere Löhne, geringere Arbeitszeiten oder größere Bildungschancen kämpften.

Der wachsende Wohlstand wurde zu einer der stärksten Inklusionskräfte. Hätten früher die vielen im "Mangel für Magen, Herz und Geist" gelebt, schrieb die "Vossische Zeitung", habe das 19. Jahrhundert als das "soziale Jahrhundert" die Welt zum Guten verändert.[17] Bismarcks Sozialgesetzgebung ermöglichte eine Grundversorgung der Bevölkerung, die bisher undenkbar gewesen war. Die Menschen entwickelten ein starkes Gefühl für soziale Rechte.

Die Sozialdemokratie blieb dabei keineswegs in der Opfer- und Außenseiterrolle. Sie sah sich – völlig zurecht – als treibende Kraft für den Fortschritt. Der Arbeiter sei "aus den Tiefen der Barbarei zu den Höhen der Civilisation" emporgeklommen, erklärte der "Vorwärts".[18] Nicht der Nationalismus, nicht der Antisemitismus oder Militarismus waren die herausragenden Massenbewegungen im Kaiserreich, sondern der Sozialismus.[19] Er trug mit seinem frühen Kampf für das Frauenwahlrecht und für Frauenrechte wesentlich zur großen Emanzipationsbewegung der Frauen bei.

Überall entstanden Vereine: um die Armut zu bekämpfen, die Frauen zu befreien, Prostitution und Armut in die Schranken zu weisen, Hygiene und Gesundheit zu befördern – die Welt zu reformieren. Die Reformbewegung erwies sich als großer internationaler und transnationaler Aufbruch, und weltweit zeigte das reformerische Engagement die Stärke der Zivilgesellschaft.[20] Die Frauen bildeten einen entscheidenden Teil dieses Aufbruchs. Zwar waren sie noch weitgehend vom parlamentarischen Leben ausgeschlossen, jedoch wurden viele von ihnen zu Müttern des Sozialstaats, einer der wichtigsten Säulen der Demokratie. Zu diesen Pionierinnen gehörten etwa die Sozialdemokratin Marie Juchacz, die Liberale Alice Salomon oder die Katholikin Hedwig Dransfeld. 1894 schufen sich die bürgerlichen und progressiven Verbünde mit dem Bund Deutscher Frauenvereine einen Dachverband, dem in seinen Hochzeiten 500.000 bis eine Million Mitglieder angehörten. Er forderte schon ab 1902 das Frauenwahlrecht. 1904 wurde in Berlin der erste internationale Verband für das Frauenstimmrecht gegründet, die International Woman Suffrage Alliance.[21] Die anbrechende Emanzipation der Frauen war womöglich der größte Inklusionsprozess des Kaiserreichs.

Schluss

Ein Blick auf die Reichsgründung kann die integrierende Kraft von Verfassung und von Nation verdeutlichen. Dabei ist es wichtig, die Inklusionsprozesse nicht ohne ihre Schattenseiten zu denken: Der Nationalismus wurde zumindest teilweise aggressiver und exklusiver, die Emanzipation der Frauen provozierte einen scharfen Antifeminismus, die Egalität der Bürger in den westlichen Staaten beförderte eine Missachtung der Menschen in den Kolonien. Und doch schuf – die durch eine Verfassung begründete – Nation die Voraussetzungen für Demokratisierungsprozesse, indem sie die Idee der Gleichheit und der Staatsbürgerschaft implementierte.

Die Aufbrüche waren internationale Phänomene: die Erweiterung des Wahlrechts auf nahezu alle Männer, die Frauenbewegung, der Wohlstandsanstieg für alle, der Kampf der Arbeiter und Arbeiterinnen um Gerechtigkeit, das Engagement für sozialstaatliche Absicherungen. Das Kaiserreich mit allen seinen Versprechungen und Aufbrüchen war kein Sonderfall, sondern recht gewöhnlich. Diese Einsicht macht seine Geschichte weniger exotisch, aber dafür umso interessanter. Sie verspricht bessere Erkenntnisse über eine Geschichte, die gerade auch im Zeitalter des Nationalismus über die Grenzen hinausging und die erste Globalisierung hervorbrachte.
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Fußnoten

1.
Im vorliegenden Text finden sich Überlegungen und Thesen eines Essays, das im kommenden Jahr erscheint: Hedwig Richter, Aufbruch in die Moderne. Reform und Massenpolitisierung im Kaiserreich, Berlin 2021, (i.E.).
2.
Vgl. Martin Kirsch, Monarch und Parlament im 19. Jahrhundert. Der monarchische Konstitutionalismus als europäischer Verfassungstyp – Frankreich im Vergleich, Göttingen 1999; Wolfram Pyta, Hugo Preuß und die Parlamentarisierung der Monarchie im Ersten Weltkrieg, in: Detlef Lehnert (Hrsg.), Hugo Preuß 1860–1925. Genealogie eines modernen Preußen, Köln–Weimar–Wien 2011, S. 257–277.
3.
Vgl. etwa die Arbeiten von Angelika Schaser, Frank Bösch, Ute Planert, Christoph Nonn, Wolfram Pyta oder Kerstin Wolff.
4.
Anton von Werner, Erlebnisse und Eindrücke 1870–1890, Berlin 1913, S. 32f. Siehe auch Christoph Nonn, 12 Tage und ein halbes Jahrhundert. Eine Geschichte des Deutschen Kaiserreiches 1871–1918, München 2020, S. 14–60.
5.
Christian Meier et al., Demokratie, in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Bd. 1, Stuttgart 2004, S. 821–899, hier S. 893.
6.
Georg Meyer, Das parlamentarische Wahlrecht, hrsg. v. Georg Jellinek, Berlin 1901, S. 419.
7.
Vgl. beispielhaft Paul Nolte, Parteien und Propaganda im Vormärz. Die schwierigen Anfänge staatlicher Meinungslenkung in einer politisierten Gesellschaft, in: Ute Daniel/Wolfram Siemann (Hrsg.), Propaganda. Meinungskampf, Verführung und politische Sinnstiftung 1789–1989, Frankfurt/M. 1994, S. 83–100.
8.
Liah Greenfeld, Nationalism. Five Roads to Modernity, Cambridge MA 1993, S. 10.
9.
Johann Caspar Bluntschli et al., Bluntschli’s Staatswörterbuch. In drei Bänden auf Grundlage des deutschen Staatswörterbuches, Bd. 1, Zürich 1869, S. 467.
10.
Hedwig Dohm, Der Frauen Natur und Recht. Zur Frauenfrage. Zwei Abhandlungen über Eigenschaften und Stimmrecht der Frauen, Berlin 1876, S. 172.
11.
Vgl. Birthe Kundrus, Weiblicher Kulturimperialismus. Die imperialistischen Frauenverbände des Kaiserreichs, in: Sebastian Conrad/Jürgen Osterhammel (Hrsg.), Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871–1914, Göttingen 2004, S. 213–235.
12.
Vgl. Nonn (Anm. 4), S. 403; Till van Rahden, Juden und andere Breslauer. Die Beziehungen zwischen Juden, Protestanten und Katholiken in einer deutschen Großstadt von 1860 bis 1925, Göttingen 2000, S. 13f. Shulamit Volkov, Jüdisches Leben und Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert, München 1990.
13.
Vgl. Ute Planert, Wie reformfähig war das Kaiserreich? Ein westeuropäischer Vergleich aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive, in: Sven Oliver Müller/Cornelius Torp (Hrsg.), Das Deutsche Kaiserreich in der Kontroverse, Göttingen 2009, S. 165–184.
14.
Vgl. Angelika Schaser/Helene Lange/Gertrud Bäumer, Eine politische Lebensgemeinschaft, Köln–Weimar–Wien 2010.
15.
Siehe hierzu auch den Beitrag von Christoph Nonn in dieser Ausgabe (Anm. d. Red.).
16.
Vgl. Clemens Zimmermann, Von der Wohnungsfrage zur Wohnungspolitik. Die Reformbewegung in Deutschland 1845–1914, Göttingen 1991, S. 123ff.
17.
Das Jahrhundert, in: Vossische Zeitung. Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen, 31.12.1899.
18.
Die Kultur der Massen, in: Vorwärts. Berliner Volksblatt, 31.12.1899, S. 1.
19.
Vgl. Nonn (Anm. 4), S. 403.
20.
Vgl. Daniel T. Rodgers, Atlantiküberquerungen. Die Politik der Sozialreform, 1870–1945, Stuttgart 2010.
21.
Vgl. Angelika Schaser, Frauenbewegung in Deutschland 1848–1933, Darmstadt 2020, S. 11; Magdalena Gehring, Vorbild, Inspiration oder Abgrenzung? Die Amerikarezeption in der deutschen Frauenbewegung im 19. Jahrhundert, Frankfurt/M.–New York 2020, S. 174ff.

Hedwig Richter

Zur Person

Hedwig Richter

ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. hedwig.richter@unibw.de


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