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23.10.2014

Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?

Dieser Film steht an der Grenze zwischen Dokument und Essay und spielt dabei mit dem Verhältnis zwischen Bild und Ton. Kamerafahrten und Schwenks durch deutsche Industriestätten treffen auf einen nüchtern vorgetragenen Sprechertext, der sprunghaft zwischen Businessnachrichten und boulevardesquen Softnews wechselt. Das Thema sind Verstrickungen und Delikte deutscher Wirtschaftsdynastien des 20. Jahrhunderts.

Szenenfoto aus "Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?", Österreich 2004, 73 min (© Gerhard Friedl)


Textauszug aus dem Film:

Alfons Müller Wipperfürth
ist Textilindustrieller.

Alfons Müller Wipperfürth beginnt 1931 mit
sieben Arbeitern und drei Nähmaschinen.

Er verkauft die Ware vor Werkstoren,
von der Ladefläche herab.

Später hat er für jede
seiner Filialen einen je eigenen Schlüssel.

Nach Dienstschluss kommt er in die Verkaufsräume.
Ist er unzufrieden, hinterlässt er eine Visitenkarte.

Müller Wipperfürth darf
nicht länger als
6 Monate in Österreich sein,
sonst fallen Privatsteuern an.

Um sich zu erweitern, errichtet er
in Belgien und Österreich
Produktionsstätten;
und in Italien und Tunesien.

Müller-Wipperfürth trennt
die Nähte der Kostüme
seiner dritten Frau auf.

Er zeigt ihr, wie schlecht
die Ware gemacht ist.

Die Frau verliert jede Freude an
ihrer Kleidung und
trägt Lederkostüme.

In der BRD hat Müller Wipperfürth Steuerschulden.

Gerhard Friedl (Textauszug aus dem Film)

Gerhard Friedl

Über den Künstler

Gerhard Friedl

Gerhard Friedl, 1967 - 2009. Filme: Shedding Details (2009, gem. mit Laura Horelli), Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? (2004), Knittelfeld - Stadt ohne Geschichte (1997).


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