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15.2.2021

Im Praxistest: Arbeitsblatt zu "Concerning Violence"

Das Arbeitsblatt zu dem Film "Concerning Violence" ist aufgegliedert in die Filmbeschreibung, vier Aufgaben mit jeweils mehreren Teilaufgaben sowie ergänzendes Material. Das Arbeitsblatt zum Film richtet sich laut Beschreibung an Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren für den Einsatz in den Schulfächern Deutsch, Englisch, Ethik, Philosophie, Geschichte und Politik ab der 11. Jahrgangsstufe.

Im Mittelpunkt des Arbeitsblattes steht die Auseinandersetzung mit dem Film "Concerning Violence".

Der Filmemacher Göran Hugo Olsson aus Schweden zeigt in seinem Film "Concerning Violence" afrikanische Befreiungsbewegungen der 1960er- und 1970er-Jahre. Der Film besteht aus neun Kapiteln, die auf Reportagen, Interviews und Augenzeugenberichten aus schwedischen Fernseharchiven beruhen. Er ist kein reiner Dokumentarfilm und wird in einigen Filmrezensionen auch als Kompilationsfilm bezeichnet. Der Film erhielt den Preis "CINEMA fairbindet", vergeben durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und lief danach in mehr als 20 deutschen Kinos. Den gesamten Film kann man auch in der Video-Icon Mediathek der bpb abrufen. Freigeben ist er laut Vorspann ab 12 Jahren. Weitere Daten: Concerning Violence. Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self-Defence, Schweden/USA/Dänemark/Finnland 2014, 91 Minuten, Kinostart: 18. September 2014.

Das Gerüst dieses Filmes ist das Buch "Die Verdammten dieser Erde", geschrieben vom französischen Psychiater, Schriftsteller und Politiker Frantz Fanon (1925-1961), der als Vordenker der Entkolonialisierung gilt. Es erschien 1961 und wurde in Frankreich sofort beschlagnahmt und verboten. Ab den 1990er Jahren wurde es in Zusammenhang mit postkolonialen Theorien wiederentdeckt. Die Hip-Hop-Musikerin Laurin Hill, Leadsängerin der Fugees, rezitiert aus dem Off Sätze und Passagen des Buches.

Zum Einsatz in Schule und Unterricht

Im vorliegenden Arbeitsblatt wird in Aufgabe 1: Vorbereitung auf den Kinobesuch: Arbeit mit Filmtitel und Trailer von einem gemeinsamen Filmbesuch, bzw. dem Anschauen in der bpb-Mediathek ausgegangen.

Der Film selbst liefert keine historischen Hintergründe, daher empfiehlt sich eine Einführung in die Thematik für den Einsatz in der Bildungsarbeit. Hilfen liefern dazu die ergänzenden Materialen auf der Seite der bpb zum Film. Das gilt auch für das genannte Buch von Frantz Fanon, das in Deutschland in unterschiedlichen Ausgaben bei verschiedenen Verlagen existiert. Hilfreich ist bei einer inhaltlichen Vorbereitung auch der knapp und informativ gefasste Text aus dem bpb Jugendmagazin Fluter, https://www.fluter.de/concerning-violence.

Auch für Aufgabe 2: Die Anfangssequenz sind die zusätzliche Informationen auf bpb.de sehr hilfreich, wie allgemeine Informationen über den Film, die Person Frantz Fanon, das Entstehen des Buches sowie die historische Einordnung. Wobei anzumerken ist, dass Schüler und Schülerinnen von der Aufgabe, eine Zusammenfassung des ersten Kapitels zu schreiben, nicht unbedingt motiviert werden.

Die Aufgaben 3 Synopsis und 4 Die Inszenierung des Dokumentarfilms befassen sich mehr mit den filmischen Darstellungen. Auch wenn der Film den Sehgewohnheiten von heutigem Jugendlichen nicht mehr entspricht, ist das Genre des Dokumentarfilms wichtig. Die Teilaufgaben lassen sich mit leichter Unterstützung umsetzen und bearbeiten.

Das Arbeitsblatt zum Film richtet sich an Schüler und Schülerinnen ab 16 Jahren im Sekundarbereich II und zielt sowohl auf eine inhaltliche Auseinandersetzung als auch auf eine Analyse der filmsprachlichen Besonderheiten. Auch wenn der Film von der FSK ab 12 Jahren freigegeben ist, ist er eher nicht für unter 16-jährigen zu empfehlen. Der Film und das Arbeitsblatt können eingesetzt werden in den Fächern Deutsch, Englisch, Philosophie, Ethik, Erdkunde, Geschichte, Politik und Religion. Gut geeignet ist er auch für historisch und politisch Interessierte.

Themen, die in der Arbeit auch behandelt werden können: Für die Lehrkraft bietet das Arbeitsblatt mit den ergänzenden Materialien eine unerlässliche Hilfe. Der Film selbst ist als historisches Dokument wichtig. Notwendig ist eine sorgfältige Vorbereitung – wie bei jedem Unterricht. Die beigefügten Materialien sind aber eine gute Hilfe. Der Umgang damit ist keine leichte Kost, aber deswegen nicht minder notwendig.

Zum Arbeitsblatt:

https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/filmbildung/193524/arbeitsblatt

Siegfried Heinemann

Siegfried Heinemann

Siegfried Heinemann, Jahrgang 1952, ist Grund- Haupt- und Realschullehrer. Er ist stellvertretender Schulleiter an einer Haupt- und Realschule und unterrichtet die Fächer Deutsch, Mathematik, Religion, Wirtschaft sowie Geschichte/Erdkunde/Politik.


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