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1.11.2016

Didaktische Konzeption

Der Fokus dieses "Forschen mit GrafStat"-Projektes besteht in der forschenden Auseinandersetzung mit Verarbeitungsprozessen von Ereignissen im Lebensverlauf und den damit verbundenen Prozess der Sozialisation. Dazu finden Sie hier grundlegende Informationen zur didaktischen Konzeption und deren Umsetzung in Ihrem Unterricht.

Übersicht

Zielgruppe

Klasse 7-10, alle Schulformen

Ziele

  • Reflexion über den eigenen Lebensverlauf und die eigene Identität (Identitätsfindung, Zukunftsplanung, Lebenswandel, soziale Bezüge und Strukturen etc.)
  • Erarbeitung der Kernelemente von Sozialisation, Sozialisationsinstanzen und Krise
  • Auseinandersetzung mit besonderen Sozialisationsschwierigkeiten für Menschen mit Fluchterfahrungen
  • Ableiten von Handlungsstrategien aus der Resilienzforschung - Unterstützungsmöglichkeiten in Krisensituationen für sich und andere ermitteln
  • Methoden: Durchführung einer Befragung; Auswertung von Statistiken; Fallberarbeitung (biografische Portraits);
  • Empathie durch Perspektivwechsel

Unterrichtsfächer

Politik / SoWi / Gesellschaftslehre

Themenbezug

Identität(-sfindung), Zukunftsplanung, Lebenswandel, soziale Bezüge und Strukturen, Resilienz, Flucht, Krise; Befragungsmethoden, Neue Medien, Fallstudien, Statistiken auswerten

Dauer

2 - 4 Wochen, je nach Baustein-Auswahl

Aufwand

Je nach Schwerpunktsetzung und Umfang

Materialien

  • je Baustein: Schema des Unterrichtsverlaufs und didaktische Hinweise, Sachinformationen und Unterrichtsmaterialien
  • Onlinefragebogen für Klassenbefragung zur zeitsparenden Teilnahme
    Alle Materialien stehen im Bereich Forschen mit GrafStat unter www.bpb.de/grafstat zur Verfügung.

Autor/innen

Prof. Dr. Andrea Szukala, Prof. Dr. Wolfgang Sander, Cornelius Knab, Sabine Kühmichel
unter Mitwirkung von Katrin Wedeking, Lisa Schenkel, Nane Knümann und Jan Schröter

Einführung

Ambivalenzen und Krisenerfahrungen sind für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mehr denn je eine geteilte Erfahrung – was ihnen selbst häufig kaum bewusst ist. Sie sind wirksamer Bestandteil der Sozialisation, der sie bestimmenden Entwicklungsprozesse und der darin stattfindenden Problemverarbeitungen. Anders als jungen Menschen vielfach suggeriert wird, sind sie auch heute nicht die autonomen Autoren ihres Lebens, sondern sie sind vielfachen Anforderungen und Belastungen in Feldern ausgesetzt, in denen sie keine oder eine nur geringe Situationskontrolle erleben. Dies gilt namentlich für die Aspirationen der sozialen Umgebung, für Ortswechsel und Migration (auch nach Flucht und Vertreibung), für die erlebte Unsicherheit der ökonomischen Lebensgrundlagen, beispielweise durch Prekarisierung nach Arbeitsplatzverlust. Der gleichzeitige Anspruch, „alles sein“ zu können, als Manager der eigenen Identität(en) zu agieren und sich selbst zu präsentieren, überfordert viele Kinder und Jugendliche, die unter diesen Randbedingungen nicht stabil befähigt werden, Handlungsfähigkeit und Resilienz auszubilden, um tatsächliche Krisen zu verstehen, zu bearbeiten und zu bewältigen.

Inhalt des Projektes

Der inhaltliche Kern dieses Forschen-mit-GrafStat-Projektes besteht in der forschenden Auseinandersetzung mit Verarbeitungsprozessen von Ereignissen im Lebensverlauf und ihrer Rahmung durch den Prozess der Sozialisation. Zentrale Fragestellungen lauten: Durch die sozialwissenschaftliche Perspektivierung („Vom Ich zum Du und zum Wir“) gelingt Menschen so zu befähigen, ihren eigenen Weg zu verstehen, zu be- und verarbeiten und zugleich Empathie für andere zu entwickeln.

Ziele des Projektes



Auch sozialkundliche Curricula fordern, dass Jugendliche lernen, mit ihrer Identität und deren gesellschaftlichen Rahmungen umzugehen („Das Ich in der Gesellschaft“). Dabei ist die Milieugebundenheit der politischen und sozialen Erfahrung in vielen Bildungsprojekten als Ausgangspunkt häufig heikel, denn sie erzeugen bei Jugendlichen fatalistische Sichtweisen vom eigenen Lebensweg. Das Projekt „Krisenerfahrung und Sozialisation“ will einen Beitrag dazu leisten, dass durch das Aufarbeiten von sozio-ökonomisch und historisch bestimmten Kontinuitäten und biographischen Brüchen das „Ich-Projekt“ in seiner gesellschaftlichen Bestimmtheit neu verstanden und behandelt werden kann. Dieser Zugang wird gewählt, um auf zwei Ebenen zum politischen und gesellschaftlichen Lernen (s. Reinhardt 2012, 161ff.; Petrik 2012) beizutragen:
  1. Zum einen können persönliche Krisenerfahrungen auf einer neuen Ebene bearbeitet, kontextualisiert und somit entlastet betrachtet werden;
  2. zum anderen wird die Empathie für Personen, für die die Kontrolle des eigenen Lebensverlaufs prekär oder brüchig wird (zum Beispiel Flüchtlinge oder Betroffene schwerer Wirtschafts- oder Sozialkrisen), verbessert;
  3. durch die Perspektive auf das Thema der Wirksamkeit und Resilienz werden Handlungswege der Krisenbewältigung aufgezeigt.

Methode des Projektes

Mit Hilfe der aktivierenden Befragung im Format Forschen-mit-GrafStat können Jugendliche untersuchen, inwieweit das eigene Leben in familiale und gesellschaftliche Prozesse eingebunden ist und inwieweit politische und gesellschaftliche Ereignisse sich in eigenen/gemeinsamen Narrativen widerspiegeln (oder auch nicht). Es geht darum, die Bedeutung von biographischen Ereignissen für die Identitätsentwicklung von Jugendlichen mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Konzepte und Methoden exemplarisch deutlich zu machen. So können Jugendliche in selbst erhobenen biographischen Daten ihre eigene Lebensgeschichte sichtbar machen. Sie stellen im Lernprozess Bezüge zu Lebensverläufen Gleichaltriger her und machen Übereinstimmungen, Brüche, Unterschiede und Gegensätze im Vergleich mit anderen Geburtskohorten ausfindig. Dazu greifen sie auf repräsentative Daten ausgewählter anderer Studien (z.B. SHELL-Jugendstudie, World Vision Kinderstudien, Jugend.Leben, LiFE etc.) zu, die für eine weiterführende sozialwissenschaftliche Deutung wesentliche Anknüpfungspunkte bieten.

A. Die zentralen inhaltlichen Leitideen des Unterrichtsmodells

1. Die Relevanz biographischer Daten

Diese für die politische und gesellschaftliche Bildung wichtige Verbindung von eigentheoretischem, biographischem Alltagswissen und sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen zum Lebensverlauf herzustellen, gelingt Jugendlichen besonders dann, wenn sie sich Praxen der Selbstbeschreibung und des Vergleichs aneignen, die sie befähigen, sich in eine methodisch vermittelte Distanz zur eigenen Lebenswelt zu bringen, um sich diese in einem zweiten Schritt auf eine neue Weise anzueignen. Dies geschieht zum Beispiel dann, wenn Jugendliche ihre eigenen Untersuchungsergebnisse als Beschreibungen mit begrifflichen Präzisierungen verknüpfen, mit repräsentativen Daten vergleichen und die Ergebnisse ihrer Arbeit einer schulischen Öffentlichkeit präsentieren können. Auf diese Weise initiieren sie thematisch orientierte Gespräche in der Schule, Diskussionen mit anderen Schülerinnen und Schülern oder auch Lehrpersonen (vielleicht auch unter Berücksichtigung historischer Vergleiche) und regen in überschaubarem Rahmen Reflexions- und Diskussionsanlässe an.

Die Relevanz biographischer Reflexionen wird auch sichtbar im Vergleich der eigenen biographischen Ansprüche und Zielvorstellungen, die Jugendliche aus Elternhaus oder Milieuerfahrungen schöpfen. An ihnen lassen sich Realisierungschancen und -hürden ebenso veranschaulichen wie auch die Frage nach den persönlichen Verwirklichungspotenzialen oder auch Zumutungen thematisieren, die sich aus den Ansprüchen von Eltern oder den soziokulturellen Normierungen ergeben.

2. Ergebnisse repräsentativer Studien zum Lebensverlauf

Eine Reihe von Studien beschäftigt sich mit der Entwicklung und Sozialisation von Jugendlichen, deren Meinungen und Einstellungen sowie deren Beeinflussung durch wichtige Sozialisationsinstanzen wie Familie, soziale Umgebung und Peers. Die LiFE-Studie zählt beispielsweise zu den wichtigsten Studien über die menschliche Entwicklung in Deutschland. Im Zentrum der Betrachtung stehen Fragen zur Bedeutung früherer Sozialisationsschritte und kritischer Lebensereignisse für den weiteren Lebensverlauf (Fend 2009). Der lange Untersuchungshorizont dieser Studie (über 30 Jahre) macht ihre Ergebnisse zu einem wertvollen Beitrag zum Wissen über die soziale Entwicklung der Menschen in Deutschland zum Beispiel in den Feldern Bildung, politische Einstellungen und Bindungen.

3. Sozialisation und Lebensverlauf

Bei der schulischen Bearbeitung von Lebensverläufen steht naturgemäß zunächst stets die persönliche Geschichte des Einzelnen und seiner Familie im Vordergrund. Wichtiger Ausgangspunkt für das Nachdenken über die „große“ deutsche Gesellschaftsgeschichte sind eigene Geschichten. Am Anfang steht somit die Frage: Wie bin ich geworden, der ich bin? Die Lebensgeschichten und Lebensverläufe von Jugendlichen bilden den Ausgangspunkt eines sozialwissenschaftlichen Zugangs zur Biographie. Aber im Unterricht mit bis zu 25 oder mehr Schülerinnen und Schülern ist es zeitlich und methodisch anspruchsvoll, die einzelnen Geschichten in ihrer Besonderheit so zur Geltung kommen zu lassen, wie das wünschenswert wäre. Auch möchte nicht jeder seine Geschichte in allen Details erzählen; hier ist das Recht auf Anonymität und Persönlichkeitsschutz zu gewährleisten.

Das Projekt vermittelt daher einen strukturierten Zugang zu Lebensläufen in Form von Fallstudien sowie mit Hilfe von Vergleichsdaten und selbst erhobenen anonymen Daten. Im Format Forschen-mit-GrafStat geschieht dies zum Beispiel dadurch, dass eine anonyme Befragung zu biographischen Ereignissen durchgeführt wird, und dass die Jugendlichen eigene Daten mit denen anderer vergleichen sowie mit repräsentativen Daten in Verbindung setzen. Die eigene Lebensgeschichte lässt sich gut entlang markanter Übergänge im Lebensverlauf nachzeichnen, wie beispielsweise Wohnortwechsel, Kennenlernen bedeutsamer Bezugspersonen oder aber auch Krankheiten und andere kritische Lebensereignisse. Das gilt auch schon für das Verstehen des eigenen Geworden-Seins von Jugendlichen, die auf diese Weise erkennen, welchen spezifischen Anforderungen sie in ihrem Leben ausgesetzt waren und wie sie diese bewältigt haben.

4. Krisenerfahrungen und Familiengeschichte

Mögliche Gesichtspunkte, die a) den diagnostischen Blick für krisenhafte Konstellationen schärfen und zugleich b) in der eigenen Befragung von Jugendlichen berücksichtigt werden können und zudem c) den Vergleich mit repräsentativen Vergleichsdaten ermöglichen, sind z.B.: Entlang solcher biographischer Marker lassen sich Biographien vergleichen und ausarbeiten.

5. Chancen des Befragungsprojektes „Forschen mit GrafStat“

Das Format „Forschen-mit-Grafstat“ bietet einen projektorientierten Ansatz, um durch eine Befragung von Schülerinnen und Schülern sowie von anderen Personen/Jugendlichen in der Schule und außerhalb der Schule biographische Erfahrungen/Erinnerungen zu erheben. Zu dieser fragebogengestützten Methode können andere Zugänge der Datenerhebung, auch qualitative, kombiniert werden. Die Ergebnisse eines solchen Unterrichtsprojektes mit aktivierender Befragung haben auch Auswirkungen in die Schulgemeinschaft hinein, da die erarbeiteten Ergebnisse der schulischen Öffentlichkeit vorgestellt, anschließend auch eingehend diskutiert werden sowie in weiterführende Projekte der schulischen Arbeit in fächerübergreifenden Projekten eingebracht werden. Dieser Multiplikatoreffekt knüpft an die Lebenswelt und biographischen Erinnerungen der Jugendlichen und der mit ihnen verbundenen Erwachsenen an. Auf diese Art und Weise ist eine enge Verzahnung zwischen dem Thema der Reihe und den alltäglichen Einstellungen und Vorstellungen der Menschen in der Schulgemeinde gegeben. Befragung und Selbstreflexion tragen dazu bei, über Vorurteile aufzuklären und die Bedeutung von Lebensbrüchen wahrzunehmen und zu reflektieren.

6. Krisenbewältigung – Resilienz fördern

Ferner kann dieser Ansatz dazu beitragen, auch kollektive Traumata und radikale Lebensbrüche, Umbrüche und problematische Schnittstellenerfahrungen zu verarbeiten und zu bewältigen. So können Jugendliche mit Unterstützung der Lehrperson fallweise solide Kenntnisse darüber gewinnen, welche Mechanismen die Wahrnehmung eigener Handlungswirksamkeit stützen, welche Ressourcen (z.B. Vertrauenspersonen, soziale Anerkennung) Personen in Krisensituationen zur Verfügung stehen sollten, damit sie schwierige Lebensphasen aushalten und vielleicht auch bewältigen können.

B. Vier didaktische Bausteine zum Thema Krisenerfahrung und Sozialisation

Das hier vorgestellte Unterrichtsmodell besteht entsprechend aus vier didaktischen Bausteinen, die die entwickelten Grundgedanken abbilden und die Unterrichtsreihe strukturieren. Innerhalb der Bausteine können, je nach der zur Verfügung stehenden Zeit und den von Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schülern gewünschten Inhalten, Schwerpunkte gesetzt werden. Die einzelnen Bausteine werden hier nur skizziert. Die konkrete Ausarbeitung (jeweils mit Verlaufsplan, didaktischem Kommentar und den dazugehörigen Unterrichtsmaterialien) finden Sie in den jeweiligen Baustein-Bereichen des Projektes. In einer Sachanalyse werden zudem die zentralen Aussagen des Projektes kurz im fachwissenschaftlichen Kontext entfaltet und mit den Grundbegriffen, Theorien und Methoden verknüpft.

1. Baustein: "Alles Zufall, oder was?" - Befragung zu Lebensverlauf und Einflussfaktoren

Im Einstiegsbaustein setzen sich die Schülerinnen und Schüler auf einer persönlichen aber zugleich geschützten Ebene mit ihrem eigenen Lebensverlauf und dem anderer Jugendlicher auseinander. Nach einem spielerischen Einstieg untersuchen sie mithilfe einer selbst durchgeführten anonymen Befragung sowie einer Einordnung mittels Vergleichsdaten aus renommierten Studien, welche Faktoren (z.B. Krisen) den Lebensverlauf relevant beeinflussen können. Um der Lehrperson die Vorbereitung und Durchführung einer solchen Befragung zu erleichtern, wird auf Basis von relevanten empirischen Untersuchungen Studien ein für die Schule geeigneter Musterfragebogen in den Arbeitsmaterialien bereitgestellt, welcher – je nach Kompetenz und Wunsch der Akteure – erweitert und modifiziert werden kann. Nach bekanntem Muster machen die Schülerinnen und Schüler von den Arbeitshilfen Gebrauch und führen die Befragung mit Unterstützung der Lehrperson durch. Die Befürchtung, eine solche Befragung könnte möglicherweise persönliche, intime oder auch heikle Ergebnisse aus dem Leben des Einzelnen oder der Familie zu Tage fördern, kann durch die unbedingte Anonymität entkräftet werden. Die Lehrperson sollte auf diese Grenzfälle achten und dahingehend die Form der Datenauswertung auswählen. Eine zentrale Leitfrage sollte die Frage nach der Selbstwahrnehmung in Bezug auf Selbst- und Fremdbestimmung sein.

2. Baustein: Sozialisation im Kontext von Krise, Flucht und Vertreibung

Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Sozialisation, insbesondere im Hinblick auf prägende Personen und Umfeld (Sozialisationsinstanzen und –agenten) wird in Baustein 2 ermittelt, wie der Prozess der Sozialisation und die Entwicklungsaufgaben von den eigenen Lebensereignissen und Krisen (z.B. Flucht) beeinflusst werden. Der Lernschritt des zweiten Bausteins soll die in Baustein 1 erarbeiteten empirischen Daten an wissenschaftlichen Konzepten ankern und sie mit dem Vorwissen der Schülerinnen und Schüler verknüpfen. Da die gesamte Reihe von einer zugleich forschenden und emphatisch-lebenslaufbezogenen Auseinandersetzung mit Flucht, Entwurzelung und Traumatisierung ausgeht, wird auch im zweiten Baustein zunächst an die Wahrnehmungen von Geflüchteten angeschlossen und anschließend in einer Erarbeitungsphase ermittelt, wie der Prozess der Sozialisation und die Entwicklungsaufgaben von kritischen Lebensereignissen wie Flucht, die als Krise erlebt werden, beeinflusst werden. Auch hier ist angesichts des sehr sensiblen Themas die Feinfühligkeit der Lehrperson gefragt, besonderes Augenmerk darauf zu haben, was den individuellen Schülerinnen und Schülern zugemutet werden kann oder was zu sehr belasten könnte. Der Baustein kann auf verschiedene Weise konkret ausgestaltet werden, entsprechend der spezifischen Orientierung der Reihe auf einen aktualitätsbezogenen Lernprozess zum Flüchtlingsthema oder zur stärker retrospektiven Bearbeitung mit Bezug auf die deutsche Geschichte als eine Geschichte, in der Flucht und Wanderung eine zentrale Rolle haben.

3. Baustein: Fallstudien: Wie und Was kann ich werden?

In diesem Baustein arbeiten Schülerinnen und Schüler an vier Fallstudien wobei sie die Befunde des ersten Bausteins sowie die begrifflichen Werkzeuge des zweiten Bausteins als Basis nutzen. Zentral sind bei den ausgewählten Fällen vor allem jene Scharnierstellen und Wendepunkte, an denen die Personen in Krisen geraten, Kontrolle gewinnen oder verlieren und die, an denen deutlich wird, welche Rolle dabei die soziale Umwelt (in den Augen der Akteure) spielt.

Als Alternative denkbar wären hier auch fiktive-interaktive Fallgeschichten (s. in einer frühen Variante: Jost/Sander 1977, 78ff. ), die die Schülerinnen und Schüler selbst fortschreiben bzw. die unterschiedliche Ausgänge haben, je nachdem, wie die Schülerinnen und Schüler an bestimmten Punkten den Lebensverlauf „umstellen“ und so direkt oder indirekt ihre „Sicht der Dinge“ oder Definition der Situation mit einbringen.

4. Baustein: Was das seelische Immunsystem stark macht - Resilienzforschung und Handlungsstrategien

Der abschließende Baustein des Projekts widmet sich dem Thema der Wirksamkeit und Resilienz. Nach einer Erarbeitung des Begriffs Resilienz werden Handlungswege der Krisenbewältigung aufgezeigt, die den Jugendlichen helfen können, Handlungsfähigkeit und Resilienz auszubilden, um tatsächliche Krisen zu verstehen, zu bearbeiten und zu bewältigen.
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