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Ihre Identität als Arbeiterin oder Arbeiter im Kontext der sozialistischen Gesellschaftsordnung prägte Millionen Menschen in der DDR, oft über Jahrzehnte hinweg. Arbeit war in der DDR eine sozial wie politisch aufgeladene Grundkonstante des Daseins, die Menschen politisch-ökonomisch verpflichtete, sozial verband und so zugleich Voraussetzung gesellschaftlicher Anerkennung war. Von 1965 bis 1990 hat der diplomierte Fotograf Günter Krawutschke vor allem als Bildreporter des SED-eigenen Berliner Verlags arbeitende Menschen und ihre Umgebung porträtiert. Seine nuancenreichen Bilder, viele davon zu DDR-Zeiten nicht publiziert, transportieren, vielleicht mehr als Texte es könnten, subtile Botschaften aus einer untergegangenen Realität. Sie sind mehr als die Suggestion und Imagination einer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung: Über den Habitus der Porträtierten, die visualisierten Rollen und Zumutungen, Auszeiten und Erfolge der Menschen bieten die Fotografien einen ganz eigenen Zugang zu deren Arbeitsalltag und Lebenswirklichkeit. Zeitzeugen mögen sich in manchem Bild wiederfinden. Für Nachgeborene eröffnet der zweisprachige Band, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Technikmuseum Berlin entstand, den Blick auf eine Vergangenheit, deren Spuren im kulturellen Gedächtnis des vereinten Deutschlands präsent sind und das regionale Transformationsgeschehen seit 1990 prägen.


Autor: Günter Krawutschke, Seiten: 208, Erscheinungsdatum: 01.10.2021, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10691

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