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Der Aufstieg populistischer Parteien und Bewegungen stellt eine ernsthafte Herausforderung für Demokratien auf der ganzen Welt dar. Wissenschaft und politische Öffentlichkeit richten ihr Interesse meist auf die Frage nach den Ursachen dieses Phänomens. Sind diese eher in den sozioökonomischen Lebensbedingen oder in den soziokulturellen Wertvorstellungen zu suchen? Der Historiker Pierre Rosanvallon lenkt den Blick in eine andere Richtung. Er plädiert dafür, den Populismus als politisches Angebot ernst zu nehmen und dessen Demokratie- und Gesellschaftsvorstellung einer genaueren Analyse zu unterziehen. So lassen sich ihm zufolge bestimmte Grundelemente einer populistischen Weltanschauung ausmachen: etwa die Vorstellung eines homogenen Volkes, dessen Willen sich nicht diskursiv herausbilde, sondern unmittelbar vorhanden sei und sich spontan, am adäquatesten in Volksabstimmungen, Ausdruck verschaffe. Neben dieser grundsätzlichen Analyse zeigt Rosanvallon die Vorgeschichte des zeitgenössischen Populismus auf, die vom Frankreich des Zweiten Kaiserreichs über die USA an der Wende zum 20. Jahrhundert nach Lateinamerika in der Mitte des 20. Jahrhunderts führe. Schließlich unterzieht der Autor die populistische Demokratievorstellung einer Kritik, die auch versucht, das Modell der liberalen Demokratie konstruktiv weiterzuentwickeln.


Autor: Pierre Rosanvallon, Übersetzung: Michael Halfbrodt, Seiten: 266, Erscheinungsdatum: 20.10.2021, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10698

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