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16.6.2015

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Finanztransaktionssteuer



Um den Finanzsektor an den Kosten der Finanzkrise zu beteiligen, wird neben der Bankenabgabe auch eine Finanztransaktionssteuer diskutiert. Einer ihrer historischen Vorläufer ist die sogenannte Tobin-Steuer nach James Tobin, die jedoch nie umgesetzt wurde. Der Wirtschaftsnobelpreisträger hatte1972 eine Steuer auf internationale Devisengeschäfte vorgeschlagen, um kurzfristige Spekulationen einzudämmen. Diese würde auf alle Börsenumsätze anfallen – und die Banken damit nicht direkt belasten. Im September 2011 legte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer vor. Ihre Begründung: Der Finanzsektor würde kaum besteuert, sei aber im Zuge der Finanzkrise 2007/08 mit insgesamt 4.600 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen unterstützt worden. 2013 legte die Kommission einen Richtlinienentwurf vor, nach dem in den teilnehmenden Staaten ansässige Institute und dort emittierte Finanzinstrumente der Steuer unterliegen. Aktien und Anleihen sollen demnach mit 0,1 Prozent des Handelsvolumens, Derivate mit 0,01 Prozent des Nennwertes besteuert werden. Elf EU-Staaten haben eine Finanztransaktionssteuer nach diesem Muster eingeführt oder planen dies noch.




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